Full text: Hessenland (2.1888)

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1490 zog Hans med. v. Heß mit Landtgrasf 
Wilhelmen nach Hnngarn, ist vor Weyßenburgk 
blieben auch allda in der Domkirchen begraben." 
1495 Mittwochs vor Palmarum verbürgt sich 
Johann Heß v. Wichdorff für Georg Nothhaften 
wegen der Kosten seines Einlagers zn Wetzlar 
(Nass. Ges. Arch.) 
1505 aufs Matthäi wurde Simon Heß im 
Pfälzer Krieg bei Belagerung der stabt Eaub 
geschossen und in St. Gowar begraben, seine Haus 
frau ist Beata v. Bohneburgk gewesen. 
1506, „nachdem Thymo v. Wildtungen todts 
verfahren, ist dessen Burgklehen einem Bastardt- 
sohn des alten Landtgraffen, genannt Wilhelm 
v. Hessen, verliehen, welches Burgklehen vordeme 
denen v. Lynnen auffn Niedenstein zugestandten." 
1509 „aufs den ersten advent - Abendt hat 
ein graußsamlicher sturmwindt das Dach von 
derer Hundte behaußung auffn Nydenstein ab- 
geworffen undt wehten solche ohnedem gar bau- 
fellig, ist endlich auch Hermann v. Hundt davon 
getzogen. Hat hernacher nur noch ein altter 
jäger droben gehaußet, so Curth Hessen seine 
Sogeinntter (Amme) zum Weibe gehabt." 
Anno 1518 ist der Krieg mit Francisko v. 
Sikkingen ahngannen, hat Curth Heß v. Wich 
dorff nebst noch ettlichen andteren Hauptleuten 
von Adel (Johann Gilsa und Tvnges Wolfs) i» der 
Besten Stein an Rhein (bei Rheintürkheim) gelegen, 
welche von denen Sickingischen hartt belagert 
wordten, haben aber solche nichts dargegen aus- 
gerichtt undt ohnverrichter Sachen unter ihrem 
Anführer dem Grafen v. Hanau-Lichtenberg (Sick 
ingens Verbündeten) wiedter abziehen müssen. 
(Dilich II. 282.) 
Darnach Landgraff Philippus Curthen zu einem 
Hauptmann, auch Schulttheißen gen Marpnrgk 
verordtnet, ist auch nachgehends dessen Obrist- 
feldthaupttmann im Landt zu Oberheffen worden. 
Alß Anno 1525 der Bauern-Aufruhr ahngangen, 
ist er nebst denen.Kriegs-Leuten und Burgern 
auß Oberhessen auff getzogen zu Landtgrasf 
Philippo gen fuldt, allwo sich die Bauern auffn 
Frauenbergk verschantzet. Hat der Landtgrasf 
Curthen mit seinen Haussen als Avant-garde 
dargegen vorauß geschickt, welcher den Frauen 
bergk erstürmet und die Bauern bis in die stadt 
Fuldt hinein geschlagen, wornach der Landtgrasf 
Curthen mit dem Finger gcdrohet und in schertz 
gesprochen: „Konrad! Konrad! (- Curth) Dich 
darff ich nimmer schicken, ein Frühstück zu be 
stellen, denn wenn ich komme, hast Du die Tafel 
schon rein geputzet!" — Ist ihme aber gar gnedtig 
geweßen. (Dilich II. p. 289.) Ueber das Treffen 
gegen die aufrührerischen Bauern vor Fulda 
theilt Teuthorn (VIII S. 9.) Näheres mit. 
Darnach waren die Bauern in ihrem festen Lager 
auf dem Frauenberg 6000 Mann stark und mit 
Geschütz versehen. Conrad v. Heß griff dieses 
Lager, als er davor ankam und die Bauern 
wahrscheinlich überrascht fand, sofort stürmend 
an, erstieg es und schlug sie in die Flucht. Sie 
verloren an 2000 Mann und waren darnach so 
entmuthigt, daß sie sich dem Landgrafen Philipp 
andern Tags in Fulda bedingungslos unter 
warfen. Der Bauernkrieg in Hessen fand so 
ein schnelles Ende. 
9 Jahre später „hat Landtgrasf Philippus 
wiedterumb Curth als einen Feldthanpttmann 
mit einem Haussen Reuthern, zween sahnen Fuß- 
volcks, daruntter auch die Burger von Schmal- 
kaldten geweßen, auch etlichen großen Karthaunen 
(zwei, dieselben führten die Namen: der Teufel 
und des Teufels Großmutter) gen Münster 
ziehen lassen, allda die gvttloßen wiedter-Täuffer 
zn belägern, welches auch ausgeführet." — Rom 
mel PI. B. P. Hauptst. S. 180. 
Anno 1525 „blieb Hans Heß v. Wichdorff 
zun. in der großen Schlacht zn Pavia gegen die 
Franzosen, nachdeme er dem Kaiser 30 Jahre 
als ein Hauptmann gedienet." 
Marcus Heß v. Wichdorff „hat als ein Feld- 
haupttmann Landtgrasf Philippi den Kriegszug 
für Herzog Ullerichen nach Schwaben mitgemachet, 
sich in der Schlacht bei Lauffen (nach den hessi 
schen Congeries gehörte Markus mit seinem 
Fähnlein zum „niederländischen" Regiment vergl. 
auch Rommel VI. Buch V. Hauptst. S. 146) 
wohl herfür gethan, aber später vor Wolffen- 
budtel geschossen und gestorben anno 1543 ist 
zu St. Petri in Goslar begraben." (Heyneccii 
Antiquit. 21P.) - Am 27. April 1542 begehrtc 
und erhielt er für sich und seine vier Fahnen 
Fußvolk den Durchzug durch die Stadt Frank 
furt. (Franks. St. Arch.) 
Anno 1575 am 11. Mai zu Wetzlar ver 
pflichtet sich der Rittmeister Daniel Heß Cheva 
lier de Wichdorff gegen den Sieur Segnr de 
Pardaillan, für den Prinzen de Conde ohnge- 
säumt ein fähnlein gutter wohlgeruster Reutter 
zu Hülst derer Glaubensgenossen (Hugenotten) 
in's feldt zu führen." (Whnkelmann u. St. Arch.) 
Aus Oppenheim, 17. November 1577. datirt 
eine Kriegsbestallung des Herzogs Johann Kasi 
mir zu Bayern, Pfalzgrafen bei Rheyn für den 
Rittmeister Daniel Heß v. Wichdorff, auf eine 
Fahne hessischer reuther, tüchtig vvlcks undt wohl 
mit Roß und Waffen bestellet etc: zum Dienste 
des Prinzen von Oranien in denenNieder-Landten." 
(St. Arch.) Die von Daniel in diesen Feldzügen 
geführten eigenen Fahnen mit dein Wappen und 
der Devise der Familie wurden in der Kirche zu 
Wichdorf aufgehängt, aber 1631 vvn den einge 
fallenen Kroaten erbeutet. Der Rittmeister Daniel
        

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