Full text: Hessenland (2.1888)

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„frygenstuhl und hehmelich Gericht vor Sasen- 
husen." — (Kalenb. Arch.) 
1349 wurde das Land von einem Erdbeben 
heimgesucht, wodurch die Mauer hinter der Burg 
zum Theil einstürzte, in der Stadt aber der 
obere Thorthurm gespalten wurde. Die Quellen 
blieben zwei Tage aus. 
1357 schlossen die Burgbesitzer, die Hessen v. 
Wichdorff unter sich einen Burgfrieden, der 1412 
erneuert wurde. 
1361 trug Curth v. Heß seinen noch frei 
eignen Burgantheil sammt Höfen zu Thal- 
Niedenstein und Wichdorf dem Landgrafen Heinrich 
auch zu Lehen auf und wurde damit wieder be 
liehen, sowie mit dem Zins von Gassenhausen. 
1367 erstach Otto v. Wichdorff im Zorn seinen 
Voigt auf Niedenstein, Josten v. Urff, und mußte 
das Land meiden. 
Er verkaufte daher an Curth Heß v. Wichdorff 
seinen Antheil zu Burg Niedenstein nebst Länderei 
zu Wichdorf und Hausen, sowie seinen Antheil 
am Emße- und Sengckelberg; jedoch sah sich 
Curth 1373 genöthigt, diese Güter an seinen 
Oheim Simon v. Homberg wiederkäuflich zu 
überlassen, wodurch dessen Geschlecht in den Mit 
besitz der Burg kam. 
1387 auf Rochustag wurden Wilhelm v. Heß, 
Heinrich v. Homberg nebst den streitbaren Bürgern 
der Stadt Niedenstein eilends nach Kassel be- 
schieden, als diese Stadt von den Landesfeinden, 
dem Erzbischof von Mainz, dem Herzog v. Braun 
schweig und dem Landgrafen von Thüringen be 
droht wurde. Kafsel behauptete sich zwar und 
schlug alle Angriffe ab, aber der Feind zog nach 
aufgehobener Belagerung gegen Gudeusberg und 
Niedenstein und da letzteren Orts die Mann 
schaften noch nicht wieder heimgekehrt, so wurde 
Burg und Stadt von ihm eingenommen. Rein 
hard v. Heß wollte mit wenigen Leuten die 
Burg vertheidigen, wurde aber übermannt und 
erschlagen. Seine Hausfrau Luckell v. Deren 
„erschrack sich darob zu todt." — Die Burg 
wurde vom Feinde (wie auch Dilich berichtet) 
übel zugerichtet und vou Churmainz bis 1394 
besetzt gehalten; die Ganerben Wilhelm v. Heß, 
Albert von Homberg u. A. mußten dem Erz 
bischofs eine Urfehde schwören. 
1396 wurde die Burg mit Unterstützung des 
Landgrafen und Hülse der Bürger wieder vollends 
in Stand gesetzt, die Burgkapelle ging aber ein. 
1404 ist Klauß Heß v. Wichdorff „sambt seinen 
Brudter Melchiorn v. Heß mit auf das rothe 
Thurnier gen Darmbstadt getzogen." (Nach Dilich 
fand dieses Turnier 1403 statt. Graf Johann 
III. vonKatzenellnbogen hatte dasselbe veranstaltet. 
Zwischen der hessischen und fränkischen Ritterschaft 
waren vorher Reibungen vorgefallen. Die Franken 
hatten den Hessen ihre wüsten Fehden und ihr 
Stegreifleben, diese den Franken dagegen un 
ritterliches Wesen und Thun vorgeworfen. Auf 
dem Turnier kam der Zwist durch einen scharfen 
Waffenkamps zwischen einer gleichen Zahl hessischer 
und fränkischer Ritter zum Austrag, dessen Aus 
gang der alte Reim meldet: 
Zu Darmstadt in den Schranken 
Blieben 9 Hessen und 17 Franken) 
1420 „zöge Reinhardt v. Heß mit gen Böheimb 
in den Krieg undt ist darin umbkommen, war 
der größte Mann in landt, maaßen er 4 Ehlen 
wenger 2 Finger breit in der Lengde gemessen." — 
1427 starb Simon v. Homberg und wurden 
dessen Burgsitz, und Lehen Reinhardt v. Dalwigk 
zu Lehen gereicht. Sein Uebermuth und die 
Hebelgriffe, welche er sich gegen die übrigen Gan 
erben erlaubte, namentlich auch gegen die Hessen 
v. Wichdorff und Reinhardten v. Gassenhausen, 
führten zu offener Fehde auf der Burg, die von 
Landgraf Ludwig Sonnabends vor Jukunditatis 
geschlichtet wurde. 
1435, nachdem Reinhardt v. Dalwigk sein 
Burglehen aufgelassen, hat Landgraf Ludwig 
Hermann v. Hund damit beliehen und so ist 
dessen Faniilie in den Mitbesitz gelangt. 
1443 kauften Curth und Hans Heß v. 
Wichdorff und Hermann v. Hund von Reinhardt 
d. jung, v. Gasseuhausen dessen Burgstall auf 
Niedenstein, welcher später den Hunden allein 
überlassen wurde. 
1454 Nachts vor Viti, „alß die Hundt mit 
viel andtern, deren Freundt mit Reinhardts v. 
Dalwigk in großem streitt und Kriegk gelegen, 
hat Johannß v. Mehßeubuck mit seinen Spieß- 
gesellen und Knechten den Nhdenstein erstiegen, 
derer Hundt Kemnotten mit Feuer angestoßen, 
darvon auch derer Hessen Burgkseß teyls verbronnen 
und derer v. Lynne hauß auff der Vorburgk zu 
grundt gangen. Undt obwohlen die Hundte ihren 
Burgkseß Jahrs darauff widter in standt ge- 
setzet, and) die Hessen ihre Kemnotten widter 
repariret haben, ist doch, Wehlen sie nachgehendts 
nit mehr auf der Burgk gehaußet, meystens 
wiedter verfallen." 
1460 ist „Johannß Heß v. Wichdorff in der 
Macht von Pfettersheimb todtgeblieben." — 
1485 wurde Simon und Johann v. Heß „mit 
den vätterlichen Lehen widter beliehen, auch einen 
newen Burgkseß in der statt Niedenstein ver- 
williget." 
1489 „ist Thymon v. Wildtungen derer v. 
Lynnen burgklehen auffn Niedenstein zu lehen 
gereichet, sambt andteren güthern, so ehedem zu 
Maden, Mölderich und Gudenspergk derer Heßen 
eygen geweßen aber an andtere kommen sind."
        

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