Full text: Hessenland (2.1888)

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lichen Wirksamkeit als ein ebenso ungewöhnlich be 
fähigter, wie pflichttreuer Beamter bewährt uud insbe 
sondere für die Entwickelung der Handelsbeziehungen 
zwischen Deutschland und dem befreundeten japanischen 
Kaiserreich ausgezeichnete Dienste geleistet. Die un 
begrenzte Anerkennung, welche sich der Dahingeschiedene 
durch seine Amtsführung allgemein erworben hat, 
wird unvergessen bleiben und ihm ein dauerndes, 
ehrendes Andenken sichern." — Eduard Zappe hat 
nur ein Alter von 45 Jahren erreicht. 
— Am 10. d. M. verschied, siebenzig Jahre alt, 
zu Schloß Philippsthal die Landgräfin 
Marie von Hessen-Philippsthal, Wittwe 
des am 12. Februar 1868 verstorbenen Landgrafen 
Karl von Hessen-Philippsthal und Tochter des be 
rühmten Herzogs Eugen von Württemberg, des 
Siegers von Culm. In den letzten Jahren ver 
weilte die nunmehr Verblichene regelmäßig einige 
Monate zur Sommerfrische zu Schloß Schönfeld. 
Die hochgebildete kunstsinnige Fürstin war eine 
ebenso leutselige, wie mildthätige Dame, deren Hin 
scheiden allgemein beklagt wird. A. I. 
— Wie uns aus E s ch w e g e mitgetheilt wird, 
hat sich vor Kurzem in dem dort seinen Mittelpunkt 
habenden „Werrathalverein" eine historisch-sprachliche 
und eine naturwissenschaftlich-geographische Abtheilung 
gebildet. Beide Sektionen haben die Erforschung der 
dortigen Gegend sich zur Aufgabe gestellt. n . 
Hessische Dücherschau. 
— Kürzlich erschien in der N. G. Elwert'schen 
Verlagsbuchhandlung zu Marburg die zweite sehr 
vermehrte Auflage des Buches „HessischeVolks- 
Sitten und Gebräuche im Lichte der heid 
nischen Vorzeit" von Wilhelm Kolbe, 
General-Superintendent der lutherischen Kirche in 
Hessen-Kassel. Wir werden auf diese interessante 
Schrift zurückkommen. 
Ferner liegen der Redaktion zwei soeben erschie 
nene vortreffliche Schriften vor: 
„Chladni's Leben und Wirken" nebst einem 
chronologischen Verzeichniß seiner literarischen Ar 
beiten, dargestellt von Dr. Franz Melde, 
Professor an der Universität Marburg. 2. Aufl. 
Marburg, N. G. Elwert'sche Verlagsbuchhandlung, 
und 
„Kaiser Wilhelm und das Hessenland" 
von Dr. Karl Weidenmüller, Gymnasial- 
Oberlehrer in Marburg. Universitäts-Buchdruckerei 
von G. L. Pfeil in Marburg. 
Eine Besprechung dieser Schriften wird in einer 
der nächsten Nummern dieser Zeitschrift folgen. 
(Eingesandt.) In der hübschen Erzählung: 
„Wie ich Soldat wurde", findet sich in voriger 
Nummer ein Vermerk, wonach in Hessen erst am 
12ten Dezember ein Aufruf zum Kampfe wider 
Frankreich ergangen sei. Dieß möchte zu einem 
Misverständnisse hinleiten. 
Schon in einer Ansprache des Kurprinzen vom 
30. Oktober wird dieser Aufgabe gedacht. Ergreifend 
begann jene Kundgebung mit den Worten: 
Hessen, mit euerem Namen nenne ich euch 
wieder! 
Wie mir mein Vater erzehlte, wären die Leute an 
den Straßen-Ecken gestanden und hätten laut geweint. 
Im Laufe des Novembers waren bereits die Stämme 
des althessischen Heeres wieder errichtet. Rascher 
wäre solches unmöglich gewesen in einem Lande, 
dessen statliche Verfaßung ja doch durch Ausscheidung 
anderer Gebiete, fremder Behörden und Beamter 
zunächst in Auflösung geriet; wo dann so ziemlich 
alles fehlte: Waffen, Ausrüstung, Geld! 
Aber am 12. des Christmondes erfolgte ein Erlaß, 
der die Bildung „Freiwilliger Jäger" anregte. 
Kernrann v. Pfister. 
Berichtigung. 
Auf Seite 103 der vorigen Nummer, in erster Zeile 
unten, muß es nicht Septilis, sondern „Sextilis" 
heißen. Mit dem Merzen beginnend war der August 
der sechste Monat. 
Briefkasten. 
A. 8. Rauschenberg. Abdruck wird erfolgen. 
H. Ch. in N. bei B. (Bayern). Die „Sprüche" bringen 
wir in aller Kürze, über das Gedicht werden wir alsbald 
entscheiden. 
E. Z. in D. 1) Die neue Einsendung wird benutzt 
werden. 2) Nein. 
E. Wolshagen. Sendung empfangen. Weiteres brieflich. 
Freundlichsten Gruß. 
K. F. R. Kassel. Ist erwünscht. 
Gr. H. Wabern. Die ..Neuen Poetischen Blätter" er 
scheinen seit 1. April in Frankfurt a. M. Das Blatt hat 
eine große Anzahl namhafter Mitarbeiter neu gewonnen. 
I. A. H. in Schlüchtern. Erhalten. Wir verweisen 
Sie auf F. Pfister, Kleines Handbuch der Landeskunde 
von Kurhessen und G. Landau, Beschreibung des Kur 
fürstenthums Hessen. Brieflich Näheres. Freundlichen 
Grüß. 
Dr. F. H. in Straßburg. Haben Sie unsern Brief, in 
welchem wir um Zusendung des uns gütigst angebotenen 
Manuskripts ersuchten, nicht erhalten? Wir bitten um 
baldgefällige Antwort. 
A. M. in Lauterbach. Besten Dank für Zusendung. 
Sie erhalten in den nächsten Tagen Antwort. 
Für die unverschuldet in drückende Armuth gerathene 
86jährige taube und fast blinde Frau sind weiter an 
milden Gaben eingegangen: 
Von F. E. H. New-Aork 20 Mark. Mit den bereits 
früher eingegangenen Gaben im Betrage von 257 Mark 
zusammen 277 Mark. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zwenger in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.
        

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