Full text: Hessenland (2.1888)

— 122 — 
Hessische Khreniasel. 
Von Joseph Schwank. 
XI. I ul n o r d a m e r i k a n i s ch e n Krieg bis 
zum Frieden 1783. 
14000 Mann Kerntruppen hatte Hessen der Krone Eng 
land in diesem Krieg gestellt. 
1776. 27. Aug. Siegreiches Treffen bei Flat- 
bush und Long-Jsland. Mit dem Ba 
jonett hatten die Hessen das Heer 
Washingtons fast vernichtet. Unbegreif 
lich ist der vom englischen Höchstcomman- 
direnden an General v. Heister erlassene Be 
fehl, den Feind nicht zu verfolgen, son 
dern sich zu verschanzen. Da die Fran 
zosen auf dem Kampfplatz noch nicht er 
schienen waren, so wäre ohne diesen Be 
fehl bei Ausnutzung des Sieges der Auf 
ruhr erstickt gewesen. So aber benutzte 
Washington die Unthätigkeit der Sieger 
zur Anwerbung frischer Truppen. 
„ Octbr. Angriff auf Pork-Jsland. 
„ 16. November. Eroberung des Forts 
Washington. Fast ausschließlich von den 
Hessen wurde diese Waffenthat, welche 
ihnen bei Freund und Feind den höchsten 
Ruhm einbrachte, ausgeführt und das 
Fort von nun an „Fort Knyphausen" 
genannt zur bleibenden Erinnerung an 
die auch jenseits des Oceans bewährte 
hessische Tapferkeit. 
„ 28. Novbr. Treffen bei Whiteplains. 
„ „ „ „ Kingsbridge. 
„ 26. Dez. Gefecht bei Trenton, wobei der 
heldenmüthige Oberst Rall die Todes 
wunde (starb 2/1 1778) erhielt. 
1777. Gefecht bei Jersey. Grenadiere und 
Jäger glänzten hier besonders durch ihre 
Tapferkeit. 
„ An der Chrutchesbrücke in der Schlacht 
zu Brandywineshill und bei der Ein 
nahme von Philadelphia nahmen beide 
hessischen Brigaden mit Auszeichnung Theil. 
„ 22. Oktbr. Erstürmung des Forts Red 
bank durch die Donop'sche Grenadier 
brigade, das Regiment Mirbach und die 
Jäger unter dem ritterlichen, hochgeehrten 
Oberst v. Donop, welcher mit seinen 
Braven bereits das Innere der Schanze 
betreten hatte, als das Feuer der Schiffs 
kanonen und ein heftiges Flintenseuer 
in die linke Flanke losbrach. Oberst 
v. Donop, alle Stabsofficiere und Haupt- 
lente wurden getvdtct oder schwer ver 
wundet. Aber obgleich die Mannschaft ! 
auch jetzt noch nicht vom Stürmen ab 
läßt, so fehlte es doch an der nöthigen 
Leitung, da auch fast alle übrigen Offi- 
ciere getödtet oder verwundet waren. 
Das Ganze gerieth ins Stocken und auch 
die hereinbrechende Dämmerung machte 
die Fortsetzung des Kampfes unmöglich, 
weshalb die Angreifer zurückwichen. 26 
Osficiere und 376 Gemeine waren ge 
blieben. Schwer verwundet war Oberst 
v. Donop in feindliche Gefangenschaft ge 
rathen, worin er am 29. Oktbr., 45 
Jahre alt, starb. Aber kein Ehrenzeichen ge 
langte in Feindeshand. Nur die Fahrlässig 
keit und — der englischen Heerführer 
und die Unachtsamkeit des mit Bewachung 
der Ausmündung des Delawares beor 
derten engl. Kriegsschiffes, wodurch das 
Einlaufen amerikanischer Kanonenboote 
möglich ward, hatte den Erfolg des 
Feindes herbeigeführt. Im Innern des 
Forts wurde dem gefallenen Helden, 
dessen letzte Worte waren: „ich konnte 
nicht anders" ein Denkmal errichtet: der 
Donvpshügel, mit der Inschrift: multis 
flebilis occidit (von Vielen beweint 
starb er). 
1778. Angriff bei Montmontcourthous. 
„ 28. Septbr. Siegreiches Gefecht bei 
Freehold. 
„ Ruhmreiche Vertheidigung von Newport 
unter General von Loßberg mit 4 Hess. 
Regimentern. 
1779. 6. Febr. Gefecht bei Hovs-Neck. 
„ 20. Juni. Gefecht bei Stonoferry in 
der Nähe von Charlestvwn. 
„ 9. Oktbr. Glänzende Vertheidigung von 
Savannah, woselbst Oberst v. Porbeck 
2 hessische Regimenter befehligte. 
1780. 1. April. Belagerung und 
12. Mai. Einnahme von Charlestvwn. 
— Zwei hessische Brigaden unter den 
Generalen v. Huhn und v. Kospoth, 
nahmen an der mit unsäglicher An 
strengung verbundenen Belagerung theil. 
Unterdessen hatte General v. Knyphausen 
die befestigte Stellung bei Newyork ge 
deckt und in vielen Gefechten gegen die 
amerikanische Hauptmacht vertheidigt. 
„ 7. Juni. Gefecht bei?Connecticut-Farm. 
„ 8. Juni. Gefecht zu Elisabeth-Town-Point. 
„ 23. Juni. Gefecht bei Springfield.
        

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