Full text: Hessenland (1.1887)

heit in Rom weilenden hessischen Landgrafen, dessen 
Ruhm als Feldherr, Gesetzgeber und Staatsmann 
die Welt erfüllte, aufzufinden. In feierlicher Ver- 
sammlung der Fürsten der Kirche wurde ihm die 
„goldene Rose" verliehen und der Papst Nicolaus V. 
gab ihm zugleich den beneidenswerthesten Titel, den 
weltliche Fürsten erwerben können, eines „Fürsten 
d es Fr i e d e n s" (Princeps pacis), daher der Name 
„Ludwig der Friedsame". Z. 
Hesfische Mcherscha«. 
Im Berlage von W. Kohlhammer (Stuttgart) ist im 
vorigen Jahre aus der Feder der Schriftstellerin 
H. Keller-Jordan ein Roman unter dem Titel 
„Hacienda Fe l i c i d a d" erschienen, in welchem 
das schöne, eigenartige Talent der Verfasserin zu 
voller Geltung kommt. Es werden uns die Erleb 
nisse eines jungen deutschen Gelehrten in Mexiko er 
zählt, der mit einer edeln mexikanischen Familie in 
Berührung kommt und schließlich btc Tochter des 
Hauses als Gattin nach Deutschland führt. So 
findet die Erzählung, in deren Vordergrund das 
tragische Geschick der mexikanischen Familie steht, 
einen befriedigenden Abschluß. Die Nerjasserin, die 
Jahre lang in Mexiko gelebt hat, versteht sich ans 
lebenswahre und farbenwarme Schilderung; aber der 
Hauptvorzug des Werkes liegt u. E. in der meister 
haften Charakterisiruug der Hauptpers oneu, insbes ondere 
Consuelo's, der Mexikanerin mit dem deutschfühlendcn 
Herzen. 
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In Nr. 206 und 207 bringt die in Wien erschei 
nende „Oesterreichische Alpenzeitung" ans der Feder 
W. Kellners „Bilder aus der hohen Rhön". 
Besonders muthet uns darin an die Beschreibung des 
Klosters Kreuzberg. In dessen gastlichen Mauern 
hat gewiß mancher Leser dieses Blattes genußreiche 
Abende verbracht und erinnert sich gern der unerschöpf 
lichen Gastfreundschaft, welche von den Klosterherren 
stetig geübt wird. Aus den interessanten, dem Frem 
denbuche entlehnten Aufzeichnungen mag hier Er 
wähnung finden, daß auch Victor v. Scheffel wieder 
holt den Kreuzberg besucht hat. Seine erste Kreuz- 
bergfahrt hat er am 19. Juni 1877 im Klosterbuche 
markirt durch den Spruch „stat crux dum volvitur 
orlm“ und bei einem späteren Besuche im Juni 1883 
rühmt er die oben gedachte Tugend der Klosterbrüder 
mit den treffenden Worten „Gastfreundschaft — Freunde 
schafft." A. 
* * 
* 
Soeben ist der „Dritte Bericht über die Thätigkeit 
des Vereins „Rhönclub" in den Jahren 1883 bis 
1886, in Fulda bei 8. llth, erschienen. Der über 
sichtlichen, auf die Verhältnisse des dnrch seine Leist 
ungen ausgezeichneten, von Jahr zu Jahr mehr ge 
deihenden und zunehmenden Vereins, speciell eingehen 
den Schrift ist eine „Beschreibung der Milsebuxg", 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zwenc 
- des interessantesten unter den Rhönbergen, von dem 
- Präsidenten des Rhönclubs. Herrn Dr. Justus 
* Schneider, beigefügt, auf welche wir hier ganz be- 
- sonders aufmerksam machen wollen. 
Wie uns mitgetheilt wird, soll die Broschüre .Dir 
' Schwalm", historisch-romantisch beschrieben von Rtin- 
: hold Schrödter, Lehrer in Wanfried, demnächst 
' in zweiter Auflage erscheinen. Das ist ein günstiges 
Zeichen für die Aufnahme, welche dies interessante 
Büchlein, dessen erste Auflage ans dein Jahre 1886 
datirt, gefunden hat. Z. 
Kriefkafiru. 
, 8. L. Nr. 1, 2, und 5 gefallen uns am besten. Nr. 3 
j und 4 leiden zu sehr an unreinen Reimen. Näheres in 
Kürze, vorläufig besten Dank. 
Tr. Wien. Reiche Sendung mir Vergnügen empfangen; 
war sehr willkommen, wie schon aus heutiger Nummer 
zu ersehen ist. 
Dr. F. L. Stuttgart. M.. H. Melsungen. L. M. Nord 
hausen. Di» freundlichst gesandten Beiträge werden als 
bald Verwendung finden. 
L. M. Marburg. Wir wiederholen, daß uns Mitthei 
lungen aus unserem Leserkreise stets willkommen find. Es 
ist wünschenswerth, daß unsere Leser mehr liub mehr 
unsere Mitarbeiter werden. 
W. H. Berlin/ Nicht halbjährlich, sondern halbmonat 
lich erscheinen die „Neuen poetischen Blätter" in Mainz 
ztt dem Abonnements-Preise von 1 Mk. 60Pfg. für das 
Vieteljahr. 
C. L. in Wi esbaden. Bon fachmännischer Seite ist 
uns folgende Antwort auf Ihre Aufrage zugegangen: 
Von dern berühmten Mathematiker ltnd Mechaniker Justu s 
B y r g i oder Jobst B y r g, dessen in Nummer 3 des 
„Heffenland" Erwähnung gethan ist, befinden sich in den 
Satnmlnngen des Kasseler „Museums" mehrere sehr 
werthvolle astronomische Apparate, z. B. die große- 
astronomische Kunstuhr; eine andere Uhr, welche Stunden. 
Viertel und Minuten, beit Monatstauf, Ab- u. Zunahme 
der Tage re. zeigt; ein großer kupferner Himmelsglobus: 
eine kupferne Planisphäre; der Originalproportwnalzirket 
! Byrgi's; ein vergoldeter Kaliberstab; ein großes Triangulär 
i instrument u. a. m. 
Pfr. H. in H. bei Friedewald. Warum so schweigsam ? 
Inhalt der Nummer 6 des „Hessenland": „Zwischen 
Gräbern", Gedicht von A. Trabert; „Philipp Ludwig II.", 
ein Lebensbild aus der Hanatter Grafen-Geschichte, (Schluß) 
von F. W. Innghans; Georg Ferdinand Freiherr von 
Lepel (1779—1873.)"; „Die Doktorin Diede", eine bio 
graphische Skizze von Fr. von Hohenhausen; „Der 
Fahnenschmied". Gedicht von Ludwig Mohr; Nekrologe: 
August Wilhelm Sichler f, Rudolf Busch f, Ludwig 
Sigismund Ruht f; Aus alter und neuer Zeit: Hesfische 
Bücherschau; Briefkasten. 
Anläßlich des bevorstehenden Qnar- 
»MV tal-Wechsels bitten wir die verehrten 
Post-Abonnenten des „Heffenland", das Abonne 
ment rechtzeitig zu erneuern, damit keine Unter 
brechung in der Zustellung der einzelnen Nummern 
unserer Zeitschrift eintritt. Ein BestellungS- 
Formntar für die Post liegt der heutigen Nummer 
bei. Die Red. 
er in Kassel. Druck von Wilh. Thiele in Kassel.
	        

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