Full text: Hessenland (1.1887)

Versuch der Aufführung des gläsernen Pantofel 
scheiterte. Indem ich Jhneu zu Ihrem Unternehmen ein 
besseres Glück wünsche n. s. w. Der Ihre Rnhl." -e. 
Aus altrr und nruer M. 
Die diesjährigen O st e r -Programme de r 
höheren Lehranstalten unseres Gebietes werden 
folgende Abhandlungen bringen: 
Kassel, Friedrrchsgymnasium: Lehrplan für den 
Deutschen Unterricht. 
Kassel, Wilhelmsgymnasium: H e n ß n er, das neue 
Wilhelms-Gymnasiium und die Eröffnungsfeier. 
Kassel, Realschule: W a l t e r, zur neuen Methode 
des neüsprachlichen Unterrichts. 
Hanau, Gymnasium: Endemann, die Erzieh- 
nngsgrundsätze der Hohenzollern. 
Eschwege, Realschule: Stendell, die reichs- 
ritterschaftlichen Familien. 
Hersfeld, Gymnasium: Schotten, über Fuß 
punktkurven. 
Fulda, Realprogymnasium: H e n g e s b a ch, 
eine literarhistorische Studie. 
Die Programme der nicht anfgeführleu Schulen 
werden lediglich Schulnachrichten enthalten. «. 
* 
Ein von R.—L. unterzeichneter Rückblick in Nr. 5 
des „Hessenlandes" weckte das Gedächtnis an den 
Einbruch französischer Aufruhrs-Scharen im Spät 
herbste des Jahres 1792, sowie au die wahrhaft 
großartige, echt volksthümliche Erhebung unseres 
Stammes: eines Volkes in Waffen, wie es auch die 
Befreiungs-Kriege nicht frischer, stolzer, kräftiger ge 
zeigt haben. 
Wer sein hessisches Herze einmal so recht an 
Bildern ferner Tage laben, und seinen Sinn in 
vaterländische Erinnerungen tauchen will, dem ist über 
jene Zeit und ihre Weihe ein hinterlaßenes Werk 
Ditfnrth's freundlich und angelegentlich zu em 
pfehlen, das in 1881 bei Elwert zu Marburg er 
schien. 
„Die Hessen in den Feldzügen in der Champagne, 
am Maine und Rheine während der Jahre 1792, 
1793 und 1794." 
Ein alter Herr, gebürtiger Marburger: Ober- 
Amts-Richter Hille, äußerte sich einst: Das Buch 
wirke pathologisch auf ein heimathlich treues Ge 
müthe. In der Tat weiß Berfaßer den Leser zu 
packen, und von manchem Abschnitte möchte man 
kühnlich behaupten, die Schilderung ergreife die Seele 
gleich als ein Zauberlied. x ». 
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Vom „Berliner dramatischen Verein" wurde in 
dieser Saison neben Stücken von Fitger, Boß u. A. 
ein Werk unseres Landsmannes Ludwig Wolff- 
Kassel zur Aufführung gebracht. Des Genannten 
Originaldrama in 3 Akten „Rache g eister" oder 
„Dämon uns'rer Zeit" gelangte am 28. Februar zur 
Darstellung und erzielte guten Erfolg, der im drei 
maligen Hervorruf der Darsteller am Schluffe gipfelte. 
Für nächsten Winter wurde desselben Verfassers 
„Pietro Aretino" in Aussicht genommen. 
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Die praktischen und materiellen Amerikaner geben 
zu idealen Zwecken Summen her. wie die Angehörigen 
keiner anderen Nation. Wir nennen aus der großen 
Zahl solcher Stifter nur Smithson, den Gründer der 
unermeßlich reichen Kmitsoräav Institution zu Washing 
ton, James Lick, den am 1. Oct. 1876 verstorbenen 
Bürger von San Francisco, der für Errichtung und 
Ausrüstung einer Sternwarte ein Jahr vor seinem 
Tode die Summe von 700000 Dollars aussetzte und 
zur würdigen Unterhaltung dieses Instituts dem 
Staate Californien dann noch die Kleinigkeit von 
gegen 3 Millionen Dollars vermachte, ferner aus 
der jüngsten Zeit H. H. Warner, der in Rochester 
ebenfalls eine Sternwarte gegründet und dieselbe auf's 
Opulenteste ausgestattet hat. Der Letztere hat vor 
ca. Jahresfrist ernen Preis von 200 Dollars sowie 
einige goldene Medaillen von je 60 Dollars Metall- 
werth ausgesetzt für die beste Erklärung der rothen 
Dämlnerungserscheinungen, die im Jahre' 1883—1884. 
so gerechtfertigtes Aufsehen erregten. Unter den 36 
Bewerbern, von denen nur einige wenige prämiirt 
wurden, hat auch ein Hesse den Preis davon ge 
tragen, der Astronom Dr. Karl Braun zu Mar ra 
sch ein „kor tbo oxeoUonov of yom* essay~. Braun 
ist zu Neustadt (an der Main-Weser-Bahn) geboren, 
besuchte von 1843 bis Herbst 1849 das Fuldaer 
Gymnasium und widmete sich dann dem Studium der 
Theologie. Er ist dabei ein ausgezeichneter Mathe 
matiker und Astronom und war längere Zeit Direktor 
der Sternwarte zu Kalocza. — n. 
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Großalmer ode, dre altberühmte Töpferstadt 
am Meißner, erhält nunmehr auch ein Grimm- 
Andenken. In dem dortigen Kirchenbuch hat man 
nämlich gefunden, daß Wilhelm Grimm an: 13. April 
1800 in Großalmerode vom Pfarrer Martin Wil- 
hem Koppen konfirmirt worden ist; es soll nunmehr 
im Orte eine auf diesen Vorgang bezügliche Gedenk 
tafel angebracht werden. ' K. 
Der 15. März ist in der hessischen Geschichte in 
so fern ein Erinnernngstag, als an demselben im 
Jahre 1450 denl in Rom zur Feier des vom heiligen 
Vater ausgeschriebenen Jubeljahres anwesenden Land^ 
grafen Ludwig I., dem Friedsamen, einem der 
hervorragendsten in der langen Reihe der durch Regenten 
tugenden ausgezeichneten hessischen Fürsten, von dem 
Papste Nicolaus V. dem Stifter der vatikanischen Biblio 
thek, von dem man sagte, daß er Griechenland nach 
Italien verpflanzt habe, am vierten Fasten-Sonntage 
Lätare, dem sog. Rosen-Sonntage, nach der alten 
Stiftung des Papstes Jnnoeenz III. die feier 
lichst geweihte „goldene Rose" verliehen wurde. 
Es hielt den Abgesandten des Papstes schwer, den in 
frommer Bescheidenheit und demüthiger Eingezogen-
        

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