Full text: Hessenland (1.1887)

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noch 64 Personen die Vorlesungen, so daß sich die 
Gesammtzahl der Zuhörer auf 926 beläuft. 
HbfWhhSNdlrr Gustüv Klaunig dahier hat 
sv rkek eilten neuen antiquarischen Katalog (Rümmer b8) 
erscheine» taffen, der Mich he» vorausgegangenen vor» 
der außerordenlichen Reichhaltigkeit des Klaunig'scheu 
Antiquariats Zeugniß ahltgt. Der neue Katalog 
führt die Vörhandeneu geschichtliche» Werke düf, «Ukr 
denen sich auch viele Hässiaca befinde». Schon hie 
Lektüre dieses Katalogs gewährt Jnitrssir. 
Hessische Köcherschau. 
Es liegen unS folgende bei I. P. Bachem iu Köln 
erschienene Romane und Novelle» von M. Herbert 
vor: »Das Kind seines Herzens", »Jagd nach dem 
Glück", sowie »Kinder der Zeit und andere Novellen". 
Der Name M. Herbert, der in der Literatur einen 
gute« Klang hat, ist den Lesern unseres »Hessen 
landes" wohl bekannt, da die Dame, welche sich Unter 
diesem Pseudonym verbirgt, eine hochgeschätzte Mit 
arbeiterin desselben ist, der wir anerkannt vortreffliche 
Beiträge verdanken. Bei dem hervorragenden Talente, 
daS M. Herbert besitzt, ist es kein Wunder, daß die 
selbe jetzt schon zu unserm beliebtesten hessischen Roman 
schriftsteller» zählt. 
Bei ausgezeichneter Beobachtungsgabe versteht sie 
es, die Charaktere scharf zu zeichne», ihre Sprache 
ist edel und ihre Romane entbehren nicht drama 
tischer Lebendigkeit und des sicheren Effektes. Trotz 
der realistischen Färbung ihrer Darstellungswrise, 
«realistisch" natürlich im guten Sinne gemeint, hat 
sie sich einen gesunden Idealismus bewahrt und hierin 
liegt gerade ein besonderer Vorzug ihrer Dichtungen. 
Dabei ist sie ihrem engeren Vaterlande Hesse» in 
unwandelbarer Treue ergeben und entnimmt mit 
Vorliebe den Stoff und die Motive zu ihren Romanen 
der hessischen Geschichte und dem hessischen Leben. — 
Wir können die oben verzeichneten Romane unseren 
Leser» nur auf das Beste empfehlen. 
A. S. 
H. Lenk, Zur geologischen Kenntniß der Rhön. 
(412 S.) WÜrzburg, Stahel. 3 M. 
Die sich für die naturwiffenschaftlichen, spez. geo 
logischen Berhäktniffr unseres RtzvngrbirgeS interessiren- 
dr« Leser deS »Hessenlandes" Machen wir auf das vor 
liegende vollständig auf der Höhe der Wissenschaft 
stehende Werkchen aufmerksam. Wir denken nicht 
daran, hier eingehender über den Inhalt zü refetireN, 
nur das wollen wer hervorheben, daß durch deS AutprS 
Beobachtuime», welche in dem um die naturwiffen- 
schaftliche Erforschung der Rhön hochverdienten Würz 
burger Professor Sandberger eine Mächtige 
Stütze finde», folgende Altersfolge der Rhöngesteine 
bewiesen wird: I. Aeltcre MoNoliche (Milseburg). 
II. Hornblendebasalt. IIL Jüngere trüchytischr Mo 
nolithe. IV. Jüngerer Dichter hornblendefreier Basalt. 
Es ist dies dieselbe Astersfolge, welche schon von 
unserm Landsmanne Gut beriet angenommen 
wurde. — 
Im Anschluß an die Anzeige des Lenk'schen Werkes 
mag hier ein Aufsatz des bekannten Eishöhlen-Forschers 
B. Schwalbe (Berlin) Erwähnung finden über 
«die EiSgrube gm Umpfen in der Rhhn" 
im DcreMbrrhrft des laufenden Jahrganges der Mit 
theilungen dtr Sektion für Höhlenkunde deS östrrr. 
TonristrnelUbS (Wir», tS87 S. 48). Der Umpfen 
trägt an seinem NordbbhNng riNe grdste Geröllhalde 
von Basaltstücken, der FUß derselben ist von Wald 
umgeben. Wen« auch nach Norde« gervaUdt, ist der 
GeröllakchäUg doch btü SvUnenstrahleU ziemlich aus 
gesetzt. Am Fuße dieses AbhaÜges finde» sich meh 
rere Stellen, än denen im Geröll kalte Luft (Schw. 
beobachtetr in den heiße» Jnlitagrn d. I. -s- 2,4°) 
und Eis bis weit in de« Sommer hinein andauert. 
Dir ganze Lokalität erinnert den gen. Forscher an 
die EiSgrube an der Dornburg im Westerwald. 
A. Werneburg, über dieGrenzbeschreibuugenin 
einigen thüringischen Urkunde» nebst Bemerkungen 
zu diesen Urkunde« (78 S.) Diil einet Grrnzenkärte. — 
N. F. XV. Heft der Jahrbücher der Königl. Akademie 
gemeinnütziger Wiffrnschasteu zü Erfurt 1887. 
Auch dieses Heft (S. Heffrnland Nr. 7, S. 92) 
enthält Beiträge zur Geschichte unserer berühmtesten 
heimathlichen Klöster, F u l d a unb H e r s f e l d, nämlich 
die Grenzdeschreibung in der Urkunde König Heiurichs H. 
vom 17. Mai 1016, die Schenkung eines Wildbannes 
an das Klöster HerSfeld betreffend (die Urkunde fiddet 
sich abgedruckt in Wenck's Hess. Gesch. Ill, Urk. 48) 
und die Grenzbeschreibung in der Urkunde Heinrichs II. 
vom 30. December 1012, betreffend den an das 
Kloster Fulda verliehenen Wildbann in der Mark 
Lupniz (Dronke, cod»i dijJlbm. Fulda. Pag. 314). 
Neben dem lateinischen Texte der beiden Urkunden, 
soweit derselbe Anlaß lü Erklärungen uyd Erläuterungen 
giebt, finden sich diese selbst. Es sind die Ergebnisse 
der größtentheils an Ort und Stelle vom Berf. 
vorgenommenen Untersuchungen. Schon früher sind 
verschiedene Versuche gemacht worbe», diese Grenz- 
beschreibungcn, namentlich die schwierige (schwierig 
wohl wesentlich «lit deshalb, weil wahrscheinlich ver 
schiede»» OrtSbcNcnNvugt» i» entstellter Form gegeben 
sind) das Kloster Fulda btiteffeiid, zu erklären. AiS 
verfehlt weist Berf. zurück die Versuche Wersebe'S
        

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