Volltext: Hessenland (1.1887)

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Der erste Bischof war Johann Adam Rieger (1829 
bis 1831), ihm folgte Johann Leonard Pfäff (1832 
bis 1848), diesem Christoph Florentius Kött (1849 
bis 1873), hiernach kam die achtjährige Sedisvakanz, 
bis am 26. Dezember 1881 Georg Kopp als Bischo 
von Hulda geweiht und eingesetzt wurde, der nun 
mehr, am 20. Oktober, auf den fürstbischöflichen Stuhl 
zu Breslau erhoben worden ist. 
Jubiläum. Am 27. Oktober beging der Land 
gerichts-Präsident H. PH. Lang zu Hanau das 
Fest' des fünfzigjährigen Dienst-Jubiläums. Einge 
treten in den Justizdienst am 27. Oktober 1837 bei 
dem früheren kurhessischen Landgerichte zn Rinteln, 
war derselbe fünfundzwanzig Jahre läng in verschie 
denen Stellungen bei den Hanauer Gerichten thätig: 
als Justizbeamter, als Obergerichts-Rath, als Kreis- 
gerichts-Direktor und seit 1879' als Landgerichts- 
Präsident. Er hat während dieser Zeit eine vetdienst- 
reiche Thätigkeit entfaltet, die ihm in seltenem Maße 
die Hochachtung sämmtlicher Bürger eintrug. Die 
Stadt Hanau hielt' es daher für ihre Pflicht, den 
Jubilar durch eine Adresse zu ehren und 'ihm den 
Dank für seine Wirksamkeit auszusprechen. Von 
den MitAliedern der Gerichte in Frankfurt a. M, 
hei welchen derselbe früher mehrere Jahre thätig war, 
ferner von den Mitgliedern des Oberlandesgerichts 
in Kaffel und durch besonderes Schreiben des Prä 
sidenten dieses Gerichts wurde er in herzlichster Weise 
beglückwünscht. Die Gerichtsschreiberei- und Rech 
nungsbeamten des Landgerichtsbezirks Hanau ließen 
dem Jubilar ebenfalls eine kunstvoll ausgearbeitete 
Ädreffe überreichen und die Richter, Staatsanwälte, 
Rechtsanwälte und Referendare des Landgerichtsbezirks 
ließen ihm durch eine Deputation die Glückwünsche 
darbringen und ein Album verehren, welches die 
Photographien dieser Herren, 84 an Zähl, ent 
hält. — Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch 
recht lange in ungeschwächter Körperkraft und Geistes 
frische seines hohen Amtes zu walten. 
Todesfälle. In Marburg starb am 8. d. M. 
der allgemein hochgeschätzte und beliebte Arzt Dr. 
Karl Justi. Geboren war derselbe am 4. August 
1809 zu Pyrmont. Er besuchte das Pädagogium 
seiner Vaterstadt und studirte hiernach zu Marburg 
Medizin. Im Jahre 1831 wurde er zum Doktor 
promovirt und 1834 ließ er sich in Marburg als 
Arzt nieder. Dort hat er bis zu seinem Tode, also 
53 Jähre lang, die Praxis ausgeübt. Er war einer der 
populärsten Männer der Stadt. Bei seinem fünfzig 
jährigen Doktorjubiläum im Jahre 1681 wurden ihm 
in Anerkennung seiner Verdienste vielfache Ehren 
bezeigungen zu Theil, u. a. wurden ihm der rothe 
Adlerorden IV. Klaffe und der Titel «Sanitätsrath^ 
verliehen. Auch war er s. Z. auf Grund seiner 
Thätigkeit im Reservelazareth im Jahre 1870, mit 
dem eisernen Kreuze am weißen Bande dekorirt 
worden. 
In Eisenach ist am 25. Oktober der großherz. 
sachsen-weimarische Forstrendant a. D. Franz Meurer, 
einer der letzten hessischen Veteranen aus den 
Freiheitskriegen, im 97. Lebensjahre gestorben. 
I. 
Frankfurt a/SW. Das hiesige Heffendenkmal, das 
Zeugniß hessischer Tapferkeit, ist kürzlich einer kleinen 
Renovation unterzogen worden, indem die verblaßte 
Schrift, welche den Rührn der Erstürmer Frankfurts 
verkündet, neu vergoldet wurde. S. 
G. K. Hannover Sendung mit bestem Danke empfangen, 
weiteres - erwünscht. 
0. v. in W. bei Fulda. Wir können auch Ihnen die 
„Neuen poetischen Blätter", die in Mainz unter der Re 
daktion von vr. Westenberger erscheinen, empfehlen. 
8. K. Kassel. Der Betreffende ist uns nicht bekannt. 
F. F. Kassel. Für gute Novellen haben wir allerdings 
Verwendung; dieselben müssen nicht unbedingt auf hessischen 
Boden spielen oder überhaupt specifisch hessischen Charakters 
sein. 
M. in Fritzlar. Eine Besprechung des betr. Buches 
werden wir in nächster Zeit bringen. 
B. in H. bei Marburg. Schicken Sie uns nur das 
Betreffende zu. 
6. Fr. Wächtersbach. Für die Sendung fr. Dank. 
Näheres brieflich. 
vr. Fr. N. Gießen. Sehr erwünscht. 
Wir machen die Leser auf die Beilage, betr. 
Ed d erg old, poetischer Sagenschatz aus dem 
Lande der Hessen, Gedichte von Ludwig Mohr, 
aufmerksam. 
Etwaige Unregelmäßigkeiten in der Zustellung 
der einzelnen Nummern des „HeffenlandeS" bitten 
wir bei der Redaktion, Jordanstraße 15, oder in 
der Friedr. Scheel'fchenBuchdruckerei, Schloßplatz 4, 
anzumelden, damit alsbald Abhilfe erfolgen kann. 
Auch ersuchen wir die geehrten Abonnenten, uns 
von etwaigem Wohnungswechsel möglichst bald 
Kenntniß zu geben, damit eine Unterbrechung 
in der Zustellung unserer Zeitschrift vermieden 
wird. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zwenger in Kaffel. — Druck von Friedr. Scheel in Kaffel.
        

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