Full text: Hessenland (1.1887)

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im spanischen Erbfolgekriege; Prinz 
Wilhelm, nachmals Landgraf Wilhelm 
VIII.; Prinz Ludwig, welcher bei 
Ramellies den Heldentod starb; Prinz 
Maximilian, später kaiserlicher Feldmar 
schall. 
Kas Hermögm des letzten Gurfürfien. 
Von <Lsrl Preser. 
^n der jüngsten Zeit und namentlich anläßlich des 
Hinscheidens Ihrer Durchlaucht der Fürstin 
Auguste zu Psenburg u. Büdingen- 
Wächtersbach, der ältesten Tochter des Kur 
fürsten, ist in den öffentlichen Blättern gar viel 
gefabelt worden über das bedeutende Vermögen, 
welches Kurfürst Friedrich Wilhelm 
hinterlassen habe, und wenn auch Blätter aus 
Kassel daran Theil genommen haben, so ist das 
nur ein Beweis von der Flüchtigkeit, mit welcher 
die Tagesliteratur heute Geschichte schreibt, denn 
so viel ich mich entsinne, war zur Zeit des Ab 
lebens des Kurfürsten fast in allen hessischen 
Blättem über das wirklich hinterlassene Ver 
mögen desselben eine wahrheitsgetreue Angabe 
erschienen. 
Mit Rüchsicht auf die wahrheitswidrigen Be 
merkungen öffentlicher Blätter aus jüngster Zeit, 
und da das „Hessenland" bereits verschiedene 
Berichte über die Vermögensverhältniffe Wil 
helms I. und II. brachte, halte ich es daher 
um so mehr für geboten, auch die Vermögens 
verhältnisse unseres letzten Kurfürsten näher zu 
besprechen, als doch nicht zu leugnen ist, daß 
derartige Verhältnisse der hessischen Geschichte 
angehören. Ich bemerke dabei, daß ich meine 
Darstellung aus den officiellen Quellen des 
Testaments-Exekutoriums schöpfe, bei welchem ich 
als Protokollführer sungirte, keineswegs aber 
mit der Veröffentlichung eine Indiskretion be 
gehe, indem ich zu der damit bezweckten Klarstellung 
geschichtlicher Thatsachen von betressender Seite 
die Zustimmung erbat. Ich kann dabei die Be 
merkung nicht unterdrücken, daß. wie es in dem 
Institut des Testaments-Exekutoriums liegt, das 
selbe sich einfach in den Besitz der gesammten 
Nachlassenschast des Kurfürsten setzte und im 
Lause der Thätigkeit wohl die Ansicht der Erben 
in einzelnen Fällen einholte, im Uebrigen aber 
die Feststellung und Theilung des Vermögens 
selbstständig erledigte. 
Das hinterlassene Baar-Vermögen des Kur 
fürsten, welches bei seiner Chatonllekaffe verwaltet 
wurde, bestand am 6. Januar 1875 aus fol 
genden Werthen: 
1. in österr. Silberrente 
2. in österreich. Lloyd- 
Prioritäts-Obligat. 
3. in pfälzischen Maxi- 
milians-Eisenb.-Obl. 
4. in ungarischen Ost 
bahn-Prioritäten 
5. in hessischen Ludwigs 
bahn-Prioritäten 
6. in Berner Staats- 
Obligationen . . . 
7. in böhmischen West 
bahn-Prioritäten 
8. in lombard. (Südb.)- 
Prioritäten . . . 
9. in 300 Stück österr. 
Kredit-Aktien 
10. in spanischen Oblig. 
11. in Residenzstadt-Kas 
seler-Obligationen . 
12. in Kaiserin Elisabeth 
bahn-Prioritäten 
13. inbaher.Obligationen 
14. in österr. Papierrente 
15. in österreich. Staats- 
Eisenbahn-Priorit. . 
16. in kurhess. Landes 
kreditkassen - Obligat. 
17. in preußischen Oblig. 
18. in württemb. Oblig. 
19. in Franz-Josefsbahn- 
Prioritäten . . . 
20. in belgischen Oblig. 
21. in russisch-engl. Oblig. 
22. in 200 Stück österr. 
Staatsloosen ä 500 fl. 
öftctt. SB 
23. in 100 Stück Italien. 
Staats-Eisenbahn- 
Aktien ä 500 Frcs. 
24. in 40 Stück kurhess. 
40 Thlr.-Loofen, 
25. in 55 St. oft. Kredit 
loosen ä 100 ft.5ft.2B., 
1,325,800 fl. Silb.-W. 
31,500 fl. Conv.-W. 
106,500 fl. Sd. W. 
160,200 fl. öst. W. 
80.300 Thlr. 
200,000 Frcs. 
334,800 fl. öst. W. 
159,000 fl. „ ., 
62,000 Piaster. 
250 Thlr. 
282,600 
69,600 
16,400 
fl. ö. W. 
I. Sd. W. 
l. öst. W. 
663,000 Frcs. 
6,750 Thlr. 
200,000 „ 
l 96,000 fl. Sd. W. 
i 182,000 fl. ,. „ 
60,000 fl. Silb.-W. 
200,000 Frcs. 
30,000 Pfd. Strlg. 
100,000 fl. öst. W.
	        

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