Volltext: Hessenland (1.1887)

KaW. 
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15. Januar 1887. 
Kefseiltan-. 
Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur. 
Inhalt der Nr. 2 des „Hessenland": „Die Hessensage", Gedicht von M. F.; „Kasseler Zeitungen im vorigen Jahr 
hundert" (Schluß) von Rogge-Ludwig; „Philippine Engelhard, geb. Gatterer" von F. Z; „An Heinrich Koenig", 
Gedicht von Franz Dingelstedt; „Antigone" (Schluß) von H. Keller-Jordan; „Lieder aus dem Exil" v n Karl Preser; 
„Aus alter und neuer Zeit"; Bücherschau; Briefkasten. 
Einladung pxm Abonnement. 
Das „Aejsenlan-", Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatliche 
am 1. und 15. jeden Monats, in dem Umfange von l x / 2 Kegen Quartformat. 
Den Zweck unserer Zeitschrift, die Ziele, die sie verfolgt, haben wir bereits in dem von uns verbreiteten 
„Aufrufe" eingehend dargethan. Unter Hinweis auf den Inhalt des letzteren wiederholen wir hier nur, daß es die 
Hauptaufgabe unseres Blattes sein wird, den hessischen Sinn wachzuhalten, die Anhänglichkeit an die engere Heimath 
zu kräftigen. Das „Heffrrüaild" soll allen geistigen Interessen Hessens gewidmet sein. Eine große Anzahl namhafter 
hessischer Gelehrter und Schriftsteller hat unserer Zeitschrift freundliche Unterstützung und Mitwirkung zugesagt. 
Der Abonnementspreis des „Heffenland" beträgt gleichmäßig für hier und auswärts vierteljährlich 
1 Mark 50 Kfg. Einzelne Nummern kosten je 30 Kfg. Auswärts kann unsere Zeitschrift durch direkte Bestellung 
bei der Post, sowie unter Streifband oder durch den Buchhandel bezogen werden; hier in Kassel nimmt der 
unterzeichnete Redakteur, Jordanstraße 15, und die Expedition, Kölnische Straße 12, Bestellungen an. In der Post- 
Zeitungs-Preisliste findet sich das „Hesienland* eingetragen unter Nr. 2547a, 1. Nachtrag für 1887. 
Die Redaktion: F. Vwenger. 
»ch» Die HeNenfirge. -O- 
er Hessenwald Hetzt kahl «ui» herbstgelichtet, 
Im Zturme sank ihm seine grüne Pracht; 
Den Gipset starr in's Wolkengran gerichtet. 
So harrt er schweigend aus dir Mintrrnacht. 
SM kin ich dnrch's verwelkte taub geschritten, 
int Klöttermeer «manschte meinen Faß; 
Dem Kebel trotzend ward der Pfad erstritten: — 
„Zchlat wohl, mein Wald!" rief ich rum Scheidrgrnß. 
And horch! kaum ist da» Abschiedswort verklungen, 
Da knistert'» im Gebüsche, dicht am Teich, 
And vor mir steht, vom Mantel grau umschlungen, 
An ernste» Weib, da» Antlitz faltenreich. 
„Was klagst du, armes Wese« stücht'grr Tage?" 
S, sprach da» Weib. „erscheint der Wald dir kahl? 
Ich bleibe ihm; ich bi« die Hessensage! 
Doch nnvrrstaude« schweif' ich durch da» Thal. 
Du trauerst am de» welke« ssanbes Kauschen, 
Mich aber könnt ihr ruhig welken seh'n; 
O durst' ich rede«, ha! Ihr solltet lauschen! 
Wie manchen Helden ließ' ich aufersteh'». 
Weh mir! im eig'nen Land bi« ich vergessen. 
Erblinden sah ich meiner Perle« Zier; 
Kein Weckruf bricht mir Kahn in meinem Hesse«, 
And Niemand trögt begeistert mein Panier." 
Da rief ich jauchzend: „Sei von Leid genese«! 
Ob an» mit Krcht dein herber Tadel trisst, — 
Wir wolle« fürder deine Worte lesen 
And suche« deiner Hönde Runenschrift!" 
Au frohes Keuchten klärt des Weibes Inge, 
Sie reckt den Arm hin über'« Hrssenland, 
Daß es de« Zauber ihres Segens trüge; 
Sie sah mch freundlich an nnd str entschwand. 
Wohlan! der Hessen Sage ist gewonnen; 
Sie wist erschließe« ihren reichen Hort. 
An frischer Säest entspringet ihre« Kronur«, 
Im „Hrssenland" da wirkt ihr Zander fort. 
M. K.
        

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