Full text: Hessenland (1.1887)

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Fürst!. Husaren Wachtmeister H. Gilbert die nöthige 
Jntimation geschehen ist. Als wird der dahiesigen 
Postmeisterin Frau Von-Eif solches zur Nachricht 
und Nachachtung bekaudt gemacht, mit der Auflage 
daß dieselbe ermelten Eisenachischen Samt Postwagen, 
wann solcher von hier zur Nachtzeit abgehet niemals 
ohne Bedeckung von einem Husaren abgehen lassen, 
auch jederzeit davor sorgen solle, daß wann solcher 
Postwagen zur Nachtzeit erwartet wird, demselben 
allzeit vorhero in Zeiten ein Husar entgegen geschickt 
werden möge, um von diesen bey einbrechender Nacht 
escortirt und begleitet werden zu können. Sig. Grünberg 
den 1. Dezember 1784. 
Fürst!. Hessisches Amt das. 
L. Brick (?)“. 
G. H. K. 
Aus Aeimath und Fremde. 
Kassel. Än den Monat Oktober fielen zwei Feste 
hessischer Jubilare, deren wir besondere Erwähnung 
thun müssen. Am 10. Oktober waren es 25 Jahre, 
seit Oberbürgermeister Franz Rang in der alt 
ehrwürdigen Stadt Fulda als Stadtvorstand wirkt. 
Dem allgemein verehrten Herrn, dessen wohlwollende 
Gesinnung, dessen Humanität, verbunden mit richtigem 
Takte und seltener Berufstreue, stets die vollste 
Anerkennung seitens der Bürgerschaft gefunden haben, 
wurde» an diesem Tage Ovationen dargebracht, die 
beredtes Zeugniß ablegten von den Gefühlen der 
Liebe und der Dankbarkeit, welche die Bürger Fulda's 
für ihren Oberbürgermeister hegen. Als Gra 
tulanten erschienen bei dem Jubilar, aus Kassel: 
der Landesdirektor von Hundelshausen und Landesrath 
Knorz, um ihm die Glückwünsche seitens des 
hessischen Kommunallandtages zu überbringen, zu 
dessen hervorragendsten Mitgliedern Franz Rang 
seit dem Bestehen desselben gehört; aus der Stadt 
Fulda selbst: der Stadtrath und der Bürgerausschuß, 
die städtischen Beamten, Deputationen der Lehrer 
schaft und vieler Vereine. Am Abend fand ein Fest 
essen statt, bei welchem dnrch Toaste die Verdienste 
des Jubilars in würdigster Weise gefeiert wurden. 
Am 12. Oktober beging unser hessischer Lands 
mann , der Eisenbahndirectionspräsident S. von 
Schmerfeld in Hannover sein fünfzigjähriges 
Dienstjubiläum. Geboren am 1. Oktober 1815 zu 
Kassel, trat er nach absolvirtem Studium der Juris 
prudenz am 12. Oktober 1837 bei der kurfürstlich 
hessischen Oberfinanzkammer als Referendar in den 
Staatsdienst, war seit 1844 Mitglied dieser 
Behörde und trat im Februar 1851 zur Staats- 
eisenbahnverwaltung über. Im März 1857 zum 
Vorsitzenden der Main-Weserbahn ernannt, wurde 
ihm 1861 auch die Stelle des Generalpostinspektors 
für Kurhcffcn nebenamtlich übertragen. Nach dem 
Uebcrgange der Main-Weserbahn in die preußische 
Staatsverwaltung wurde S. von Schmerfeld 
zum Gehciinen Regierungsrath eruannt, am 1. Ok 
tober 1869 als Vorsitzender der königl. Direktion 
der Niederschleflsch-Märkischen Eisenbahn nach Berlin 
versetzt und am 10. Januar 1875 zu seinem jetzigen 
Amte berufen. Der «Hannov. Cour." schreibt 
über den Jubilar: «Mit dem großen und 
Praktischen Blick für die Verkehrsbedingungen hat 
der Jubilar in seiner so bedeutungsvollen und schwie 
rigen Stellung stets im Verkehr mit dem Publikum 
das liebenswürdigste Wohlwollen verbunden, wie er 
auch ein von allen ihm unterstellte» Beamten hoch 
gepriesener Chef ist, dem die Herzen in auftichtigster 
Verehrung zugewandt sind." 
— Am 11. Oktober hat Bischof Dr. Georg 
Kopp seinen bisherigen Bischofssitz Fulda verlassen, 
um sich über Berlin nach Breslau zu begeben und 
dort seine neue Würde als Fürstbischof anzutreten. 
Die feierliche Inthronisation fand dort am 20. Oktober 
in der Kathedrale ad 8t. Joannem statt. Am Abend 
vor seiner Abreise von Fulda brachte dem scheidenden 
Oberhirten die Bürgerschaft dieser Stadt eine würdige, 
erhebende Ovation. Oberbürgermeister Franz Rang 
überreichte dem Kirchenfürsten das Diplom, durch 
welches demselben das Ehrenbürgerrecht der Stadt 
Fulda verliehen wird, gleichzeitig übergab der Stadt 
rath im Name« der Fuldaer Bürgerschaft als An 
denke» ein kunstvoll gearbeitetes, werthvolleö Schreib 
service, welches die Widmung trägt: «Ihrem scheidende» 
Oberhirten, Herrn Georg Kopp, designirte» Fürst 
bischof von Breslau, in Dankbarkeit und Verehrung 
gewidmet von der Stadt Fulda." Fürstbischof 
Dr. Kopp hat an seine ftüheren Diöcesanen einen 
Hirtenbrief erlassen, der am Sonntag de« 16. Okwber 
von den Kanzeln des Bisthums verlesen worden ist. 
In einfacher und klarer, schöner und ergreifender 
Sprache redet der geistliche Oberhirte zu den Herzen 
seiner ehemaligen Diöcesanen, echt apostolische Worte. 
Dieser Hirtenbrief ist nach Form wie nach Inhalt 
ein Meisterwerk geistlicher Beredtsamkeit, das auf 
Niemanden seine erhebende Wirkung verfehlen wird. — 
Einer Zeitungsmittheilung zufolge soll am 4. Nov. 
die Wahl des neuen Bischofs von Fulda stattfinden. 
Sind die ftüheren Mittheilungen richtig, so wird 
diesmal wieder nach den für die Oberrheinische 
Kirchenprovinz, von welcher das BiSthnm Fulda einen 
Bestandtheil bildet, geltenden Bestimmungen der
        

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