Full text: Hessenland (1.1887)

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stets für das Regiment gesorgt habe, Sie haben früher 
die Berichte selbst gelesen, die ich über Sie gemacht 
habe und jetzt habe ich noch bester für Sie gesorgt, 
in Ihrem Vaterlande werden Sie schwerlich so belohnt 
werden." 
„Siehe, lieber Bruder, so mußte ich einen Mann 
kränken, den ich so innig verehrte. Wie es scheint, 
betrachtet man uns immer noch als Franzosen, weil 
wir einen westphälischen König haben und vergißt 
dabei, daß wir echte Deutsche sind und unser Vaterland 
ebenso lieben, wie jeder Franzose das seinige." — 
Bauer wurde dann im Jahre 1814 bei seiner Rück 
kehr in die Heimath, als Kapitain im Regiment 
Landgraf in kurhessischen Diensten, welche er im Jahre 
1806 als Secondelieutenant im Regiment Wurmb 
verlassen hatte, wieder angestellt, auf Verwendung 
des damaligen Kurprinzen aber schon nach 8 Tagen 
zum Major befördert und hat sein an kriegerischer 
Thätigkeit so reiches Leben am 30. Juni 1851 als 
knrhessischer Generallieutenant geendet. 
N.-L. 
Mit steigendem Jntereffe haben wir die kürzlich 
im Verlage von Fr. König's Buchhandlung in Hanau 
erschienene, von uns bereits erwähnte Schrift „Kurze 
Geschichte des Kreises und der Stadt 
Hanau nebst einer chronologischen Ueber 
sicht der Haupt-Ereignisse-, allen Freunden 
der Heimath gewidmet von W. I u n g h a n s, Pfarrer, 
Vorsitzender des Hanauer Bezirksvereins für hessische 
Geschichte und Landeskunde, gelesen. Das Buch ist, 
wie der Verfasser in dem Vorworte schreibt, aus 
einer Anzahl kleiner Aufsätze entstanden, welche nach 
und nach in verschiedenen Jahrgängen des „Hanauer 
Anzeigers- erschienen sind. Jene hat er dann zu 
einer Geschichte der Stadt Hanau und Umgegend 
umgeschaffen und durch Zusätze erweitert. Der Ver- 
faffer, bekanntlich einer der gründlichsten Forscher 
auf dem Gebiete der Geschichte Hanaus, verfügt über 
ein reiches Misten und schöpfte aus der Fülle des 
selben, indem er die vorliegende Geschichte Hanaus 
zusammenstellte. Klarheit der Auffaffung, Frische der 
Darstellung zeichnen das Merkchen Vortheilhaft aus 
und gewähren ihm durch diese Eigenschaften den Vor 
zug vor der sonst recht brauchbaren Geschichte Hanaus 
von Karl Arnd, deren Werth wir durchaus nicht 
verkennen. Hatte Arnd mehr die volkswirthschaft- 
lichen Berhältniffe berücksichtigt, so hat Junghans 
mehr sein Augenmerk auf die kulturelle Seite ge 
richtet und dafür sind wir ihm zu aufrichtigem Danke 
verpflichtet, denn viel Neues und Interessantes hat 
er hier zu Tage gefördert. Wie diese Schrift ganz 
dazu geeignet ist, jeden Hanauer anzuheimeln, so 
wird sie auch jeden Freund der Speeialgeschichte in 
hohem Grade interessiren und befriedigen. Sie ver 
dient nach Form und nach Inhalt Nachahmung auch 
für andere Städte und Bezirke unseres engeren Vater 
landes, denn gerade an solchen Specialgeschichten ist 
unser Hestenland verhältnißmäßig noch arm. 
Ihrem Inhalte nach zerfällt die Geschichte Hanaus 
von Junghans in folgende Abtheilungen: Die Ent 
stehung und das allmälige Wachsthum der Stadt 
Hanau; Bruchstücke aus der Geschichte der Stadt 
Hanau; Kulturbilder aus Hanaus Vorzeit; kurze 
Geschichte der Flecken und Dörfer der Kreises Hanau; 
die Klöster und geistlichen Stifter Hanaus und der 
Umgegend; chronologische Uebersicht der Hauptereignisse 
aus der Hanauer Geschichte, die bis zum 1. August 
1887 fortgeführt ist. 
Wir können die vom Verleger auch äußerlich schön 
ausgestattete Schrift von Junghans, dem hochgeschätzten 
Mitarbeiter unserer Zeitschrift „Hestenland-, dem 
diese mehrere vortreffliche historische Aufsätze verdankt, 
allen, die sich für hessische Geschichte interessiren, auf 
das Beste empfehlen. A. I. 
Briefkasten. 
„ F. St. Kassel. Vorbehaltlich einiger nothwendiger 
Änderungen das Eingesandte angenommen. Die Anfrage, 
welche Ihr Brief enthält, soll bald beantwortet werden. 
J. L. Kassel; K. F. Kassel. Wird verwandt. 
F. S. Kassel. Der betr. Aufsatz ist an die bezeichnete 
Stelle abgegeben worden; sobald Entscheidung vorliegt, 
wird dieselbe Ihnen mitgetheilt. 
8. in A. bei Kassel. Das eingesandte Gedicht ist sehr 
schwächlich und unreif; so leicht ist das Dichten nicht, 
wie Sie sich vorzustellen scheinen. 
K. N. Kesselstadt. Sie werden noch einige Zeit sich 
gedulden müssen, bis wir die Prüfung vorgenommen 
haben. Dann erhalten Sie sofort Nachricht. Freundlichen 
Gruß! 
M. W. in Berlin. Darüber können wir keine Aus 
kunft ertheilen. 
Dr. P. T. München. Die Besprechung erscheint in 
einer der nächsten Nummern des „Hessenlanoes". 
Berichtigungen. 
In dem Aussatze in früherer Nummer „Belagerte Hessen" 
muß es für Badajoz nicht 1811 sondern 1812 heißen. 
Auch hatten beide heutige Regimenter Nr. N7 und 118 
in ihren alten Stämmen Anteil an der rühmlichen Tat. 
In dem Nekrolog in unserer letzten Nummer lies Seite 
274 in der zweiten Spalte Zeile 5 v. u. „Fremde", statt 
„Freunde" und in der ersten Spalte auf S. 275 Zeile 
4 v. o. „während" statt „wodurch." 
Etwaige Unregelmäßigkeiten in der Zustellung 
der einzelnen Nummern des „Heffenlandcs" bitten 
wir bei der Redaktion, Jordanstraße 15, oder in 
der Friedr. Scheel'schcnBuchdruckerei, Schloßplatz 4, 
anzumelden, damit alsbald Abhilfe erfolgen kan«. 
Auch ersuchen wir die geehrte« Abonnenten, uns 
von etwaigem Wohnungswechsel möglichst bald 
Kenntniß zn geben, damtt eine Unterbrechung 
in der Zustellung unserer Zeitschrift vermiede« 
wird. 
Verantwortlicher Redakteur und Berleger F. Zwenger in Kaffel. — Druck von Friedr. Scheel in Kaffel.
        

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