Full text: Hessenland (1.1887)

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Mögen Alle eine kameradschaftliche Erinnerung 
mir und den österreichischen Truppen als ihren Kampf 
genossen bewahren. 
Kantonnirungs-Stalion Marklbibart, 3. Aug. 1866. 
gez. Neipperg, 
Kommandeur der 4. Division beim 8. deutschen 
Armee-Korps.« 
Dieser Tagesbefehl sprach laut genug aus, wie 
sehr Graf Neipperg die Verdienste der zwei hessischen 
Husaren-Eskadrons anerkannte, er gab ferner ein be 
redtes Zeugniß für die wirklich tüchtige Ausbildung 
ab, welche seit lange den kurhessischen Truppen inne 
wohnte und dank welcher sie sich in Allem so vor- 
theilhast vor vielen Theilen der s. g. Reichsarmee 
auszeichneten. Major von Heusinger durfte daher 
ohne Selbstüberhebung am Schlüsse seines Berichtes 
vom 9. August nach Mainz melden: „Mit Stolz 
kann ich hohem Kommando berichten, daß der Geist 
der Mannschaft in allen Lagen, sowohl im Gefecht, 
als bei den größten mit Hunger und Durst ver 
bundenen Strapazen, sich stets als ein guter be 
wiesen hat; auch hat die Division sich nicht nur des 
Lobes ihrer Vorgesetzten, sondern auch der Achtung 
sachverständiger Kameraden zu erfreuen gehabt.« 
Hiermit brechen wir den Auszug aus der „Ge 
schichte des hessischen Husaren-Regiments« ab, und sind 
überzeugt, daß die Leser auf Grund des mitgetheilten 
Abschnittes mit uns übereinstimmen in dem Lobe 
des Werkes, welches wir demselben im Eingänge 
unseres Artikels ausgesprochen haben. Den Heraus 
gebern aber gebührt aufrichtiger Dank für ihr ver 
dienstliches Unternehmen. — 
Zum Schlüsse mögen uns selbst noch einige Zeilen 
gestattet sein. Sie gelten der Erinnerung an den bei 
Aschaffenburg gefallenen Rittmeister Karl Ludwig 
von Baumbach, einem allgemein beliebten und hoch 
geschätzten Offizier der kurhessischen Armee, der, 
Soldat durch und durch, ritterlich in allen Lagen des 
Lebens, zu den Bravsten unter den Braven zählte. 
Karl Ludwig von Baumbach war der jüngere Sohn 
des Kommandeurs des fürstl. Waldeck'schen Bataillons, 
Oberstlieutenants von Baumbach. Seine Vorstudien 
zu der Militär-Laufbahn bestand Karl Ludwig von 
Baumbach in dem hiesigen Kadettenhause. Am 
26. Juli 1846 wurde er zum Seeonde-Lieutenant 
im 2. kurhessischen Husaren-Regiment (Herzog von 
Sachsen-Meiningen) ernannt. Als solcher machte er 
1849 den Feldzug gegen Dänemark mit, wurde in 
Folge der Sorglosigkeit seines Escadrons-Chefs mit 
diesem und dem ganzen Detachement am. 8. Juni 
bei Nörre-Snede von den Dänen gefangen genommen 
und nach Kopenhagen geführt, wo er bis zum 
Friedensschlüsse verbleiben mußte. Nach Kassel 
zurückgekehrt, trat er wieder in seine frühere Stellung 
im Regimente ein. Bei seinem Landesherrn war er 
eine persona grata, doch nicht immer erfreute er sich 
der Gunst desselben. Zu der Zeit der Verfaffungs- 
wirren im Jahre 1850 kam Karl Ludwig .von 
Baumbach gleich der überwiegenden Mehrzahl der 
kurhessischen Offiziere um seinen Abschied ein. Dies, 
und wohl noch einige unvorsichtige Aeußerungen, die 
ihm zugeschrieben wurden, ließen ihn in Ungnade 
fallen. Er wurde zur Infanterie versetzt, doch nicht 
lange sollte die Ungnade dauern. Er wurde zum 
Premier-Lieutenant befördert und 1856 wieder zur 
Kavallerie zurückversetzt, um zunächst bei dem 1. (Leib-) 
Husaren-Regiment eingestellt zu werden. Im Jahre 
1863 wurde er zum Rittmeister im 2. Husaren- 
Regiment ernannt, bei welchem er als Offizier seine 
militärische Laufbahn begonnen hatte. Verheirathet 
war Karl Ludwig von Baumbach mit der Tochter 
des Generals Braun de Montenegro, dem tapferen 
Kampfesgenossen Bolivar's in dem Unabhüngigkeits- 
kampfe der südamerikanischen Staaten. Dieser glück 
lichen Ehe ist ein Sohn entsprossen, der gleichfalls 
die militärische Carriere ergriffen hat und der sich 
gleich seinem Vater des Rufes eines wackeren Kavallerie-- 
Offiziers erfreut. Das Andenken an Karl Ludwig 
von Baumbach wird in unserem Hessenlande stets in 
Ehren gehalten werden. A. z. 
Aus Aeimath und Fremde. 
Die katholische Frauenwelt der Diöcese 
Fulda wird anläßlich des SvjährigenPriester 
jubiläums des Papstes Leo XIII. die vollständige 
Ausstattung einer Kapelle in kirchlichen Gerathen und 
Paramenten für Missionszwecke als Festgabe darbringen. 
Schon im Anfang dieses Jahres trat zu diesem Behufe 
in Fulda unter dem Vorsitze der nunmehr ver 
storbenen Prinzessin Sophie von Jsenbnrg-Birstein ein 
Diöcesan-Comits zusammen (bestehend ans de» Damen: 
Frau von Savigny, geb. Gräfin Arnim zu Hof TrageS 
bei Somborn, Freiin Emilie von Amelunxen—Kassel, 
Frau Sekret. Ebell—Kassel, Frau Rechtsanwalt 
Rang—Fulda, Frau Hauptmann Schoedde, geb. von 
Geyso—Fulda, Frau Anna Hohmann, geb. Rang— 
Fulda, Frl. Maria Breitung—Fulda) welches das 
Unternehme» mit rührigem Eifer leitete und förderte. 
Nunmehr sind die aus allen Gemeinden der Diöcese 
zusammengeflossenen Geschenke, bevor sie nach Münden 
abgehen, im sogen. Kaisersaale des landgräfliche« 
Schlosses zu Fulda in geschmackvollster Weise ausge 
stellt worden. Die für den katholischen Kultus 
nothwendigen Metallgeräthe sind, als edle stil 
gerechte Gebilde des kirchlichen Kunsthandwerks, zu 
meist aus dem Bernwardi-Jnstitut zu Hanau hervor 
gegangen. Unter den aus Nah und Fern in reichster 
Menge eingesandten Paramenten finden sich wahrhaft 
bewunderungswürdige Erzengnisse weiblicher Knnstfer«
        

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