Full text: Hessenland (1.1887)

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Horn am 15.Junil84S, welches die. Hanauer 
Turner gegen kürhesflsche (3. Regiment), bayerische 
und mecklenburgische Truppen unter dem-Befehl des 
kurhessischen Obersten Weiß bestanden. Als kriegs 
erfahrener Manu mochte Karl Kind wohl das Aus 
sichtslose des, Kampfes einsehen,- er kehrte daher nach 
dem Gefechte von Hirschhorn nach Fulda zurück. 
In späterer: Zeit errichtete er daselbst ein photo 
graphisches ^Atelier und manches wohlgelungcne Bild 
ist aus - demselben hervorgegangen. Im Uebrigen 
verbrachte er sein otium vum ckiAmtato. Karl Kind 
besaß ein nicht gewöhnliches Talent für mechanische 
Arbeiten, wie denn überhaupt die Praktische Richtung 
bei ihm vorherrschend war, und manches nette Klein 
stück, auch humoristischer Art, ist von ihm angefertigt 
worden. — Dem Verblichenen, dem Manne ohne 
Arg und Falsch, dem deutschen Biedermanne in des 
Wortes vollster Bedeutung, dem treuen in allen 
Lagen deS Lebens zuverlässigem Freunde, werden Alle, 
die ihn kannten, ein ehrenvolles Andenken bewahren. 
Friede seiner Asche! A. I. 
— In Nr 2 deS »HessenlandeS- brachten wir an 
läßlich des Sv jährigen Jubiläums des berühmten 
Orgelvirtnosen und Komponisten Professor Dr. Wil 
helm Bolckmar in Homberg eine kurze Notiz, 
verbunden mit einer biographischen Skizze, und leider 
sind wir schon hmte, in Nr. 17 unserer Zeitschrift 
gezwungen, unsere Leser von dem plötzlichen Ableben 
des berühmten Musikers in Kenntniß zu setzen. Am 
27. d. M. hat Bolckmar in Homberg die Augen 
für immer geschloffen. Eine eingehendere Besprechung 
der Verdienste des Verblichenen behalten wir uns vor, 
bemerke» nur gleich heute, daß sowohl die Musik im 
Allgemeinen, als auch vor Allem das Seminar zu 
Homberg einen schwer zu ersetzenden Verlust durch 
Volckmars Tod erlitten hat. 
— Wir erfahren aus Halle, daß dort die 
Fürstin AngusteznUsenburgund Büdingen, 
aus Wächtersbach, die älteste und Lieblingstochter des 
Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Hessen, welche im 
April d. Ä. ihren Gemahl, den Fürsten, wegen einer 
Staar-Operation nach Halle begleitete, um ihm als 
treue Pflegerin zur Seite zu sein, dort schon im 
Mai selbst erkrankte und die Krankheit in den letzten 
Wochen, trotz aller ärztlichen Hülfe, einen so lebens- 
gefährlichm Verlauf nahm, daß fast alle Hoffnung 
auf Wiedergenesung geschwunden ist. Die Fürstin, 
welche bekanntlich mit ganzem Herzen an ihrer hes 
sischen Heimath hängt, hatte sich zuletzt hessische 
Diakonissinnen von Kassel zur Pflege komme» 
lassen. Sowohl ihr Gemahl, der Fürst, als auch 
der Bruder der Erkrankten, der Prinz Philipp von 
Hanau, haben -das Krankenlager. der hohen Frau 
seit-vier Monaten nicht verlassen und in den jüngsten 
Tage» wurden auch die Kinder der Fürstin- - tele 
graphisch nach Halle berufen. In allen, hessische» 
Kreisen wird unsere Nachricht die innigste Theilnahme 
erwecken. 
— Hutten-Sickingen - DeAknräl. Vor 
: einigen Tagen fand auf der Ebernburg bei Kreuznach 
; eine Versammlung des Comitss für Errichtung des 
i Hutten-Sickingen-Denkmals statt, in. welcher u. A. 
beschlossen wurde, daß am 2 t. April nächsten Jahres, 
dem Tage, an welchem vor 400 Jahren Ulrich von 
.Hutten auf der Steckelburg das Licht der Welt er- 
' blickte, der Grundstein zu dem Denkmal gelegt werden 
soll. - 
— So eben ist der »Althessische Volks- 
kalender“ für 1888, herausgegeben, gedruckt und 
verlegt von W.Hopf in Melsungen, erschienen. 
Gleich seine» Vorgängern zeichnet er sich durch die 
Reichhaltigkeit des in demselben behandelten Stoffes 
aus. Wir finden darin ein ausführliches Kalendarium, 
eine Chronik denkwürdiger Ereignisse aus der hessischen 
Geschichte, unter der Ueberschrift »Praktika" «. A. 
den Post- und Telegraphentarif; hierauf folgen Rath 
schläge für Haus- und Landwirthschaft. Aus der 
zweiten Hälfte des Kalenders, welche mehr der Unter 
haltung gewidmet ist, heben wir ganz besonders ein 
Gedenkblatt für Ulrich von Hutten zu dessen 400- 
jährigem Geburtstag (mit Portrait) hervor. Der 
»Althessische Kalender", der sich seit den 13 Jahren 
seines Bestehens mit jedem Jahrgange neue Freunde 
in unserem Heffenlande erworben hat und sich einer 
sehr großen Verbreitung erfteut, ist in der That ein 
Volksbuch, das in keiner hessischen Familie fehlen 
sollte. Auch äußerlich präsentirt sich derselbe sehr 
Vortheilhaft durch seinen reichgezeichneten Umschlag, 
dessen Rückseite den hessischen Löwen nach dem von 
Gustav Kaupert modellirten bekannten kurfürstlichen 
Tafelauffatz zeigt. 
Briefkasten. 
L. in Reden. Entschuldigen Sie, daß wir Ihren 
interessanten Artikel noch nicht gebracht haben. Wegen 
Raummangels, hervorgerufen durch eine große Anzahl von 
Artikeln, die schon früher als der Ihrige eingegangen waren, 
mußten wir denselben zurückstellen. Gestatten Sie uns 
übrigens, hier und da Kürzungen eintteten zu lassen, und 
empfangen Sie unsern besten Dank.. 
B. H. in Fulda. Dem ausgesprochenen Wunsche sind 
wir in der heuttgm Nummer unserer Zeitschrift nachge 
kommen. 
W. K. in Kassel. Sehr willkommen. 
Verantwortlicher Redatteur und Verleger F. Zwenger in Kaffel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.
        

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