Full text: Hessenland (1.1887)

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die von hier stammenden trefflichen Landschaftsmaler 
Grebe und Lins, welche beide in Düsseldorf leben, 
und der Portraitmaler Zickendraht aus Hersfeld, 
welch letzterer sich seit Langem schon in Berlin nieder 
gelassen hat. M. 
— Am Sonntag den 31. Juli starb zu Ras 
dorf im Kreise Hünfeld der Pfarrer Dr. theol. 
Reinhold Ebert, einer der würdigsten Priester 
der Diöcese Fulda. Geboren war derselbe am 5. Okto 
ber 1824 in dem großherzoglich sachsen-weimarischen 
Städtchen Dermbach. Nachdem er das Gymnasium 
zu Fulda besucht hatte, machte er seine theologischen 
Studien am Collegium Germanicum in Rom. Nach 
Deutschland zurückgekehrt, war er zunächst Lehrer am 
bischöflichen Knabenseminar zu Fulda, dann war er 
an mehreren Stellen in der praktischen Seelsorge 
thätig, worauf er, nach dem Tode des vorhinnigen Gym 
nasiallehrers, Pfarrers Johannes Donner im Jahre 
1868 zum Pfarrer in Rasdorf ernannt wurde. 
Wegen seiner trefflichen Eigenschaften als Priester 
wie als Mensch erfreute er sich bei seinen Parochianen 
wie bei seinen geistlichen Amtsbrüdern hohen An 
sehens und allgemeiner Beliebtheit, wie denn auch zu 
seiner Beerdigung eine außerordentliche große Anzahl 
von Leidtragenden von nah und ferr» erschienen war, 
um ihm die letzte Ehre zu erweisen. R.i.p. 
— Noch kurz vor ihrer Eröffnung nach den Ferien 
hat unsere Hofbühne ein schmerzlicher Verlust be 
troffen, indem die königliche Schauspielerin Fräulein 
Louise Hesse am 16. d. M. plötzlich vom Tode 
dahingerafft wurde. Sie ist im wahrsten Sinne des 
Wortes „dahingestorben im Gesangs. In einer be 
freundeten Familie in Heidelberg, bei der sie alljähr 
lich ihre Ferien zuzubringen pflegte, sang sie gelegent 
lich einer Gesellschaft ein Brahms'sches Lied. Mitten 
im Gesang mußte sie sich unterbrechen, heftiges Un 
wohlsein ergriff sie — ein Schlaganfall machte ihrem 
Leben ein Ende. Es ist ein eigenes Zusammen 
treffen, daß sie in jener Vorstellung, in welcher ihr 
verehrter greiser Vater von der Bühne Abschied nahm, 
zum letzten Male vor das Publikum hingetreten ist. 
Wer hätte das damals geahnt? Für das Kasseler 
Theater ist ihr Heimgang sehr empfindlich, denn es 
hat in ihr eine künstlerische Kraft von seltener Viel 
seitigkeit verloren. Sowohl im Salonstück, wie in 
der Posse war sie zu Hause und füllte stets ihren 
Platz zur Zufriedenheit des Publikums und der Kritik 
aus. Sie verband mit glücklichem Humor ein fesches, 
aber stets decentes Spiel und leistete in derbkomischen 
Rollen Vortreffliches. Herb und bitter ist der Tod 
der Tochter für den alten Vater, dem sie nun eine 
Stütze sein sollte. Alle, die sie von der Bühne oder 
ihre liebenswürdigen Eigenschaften im Privatleben 
würdigen konnten, wissen Louise Hesse und was sie 
der Kunst, wie dem Vater galt, zu schätzen. Ehre 
ihrem Andenken. M. M. 
— Hofbuchhändler G. Klaunig hat von hiesiger 
Landesbibliothek die in derselben vorhandenen Doub 
letten , darunter werthvolle Inkunabeln und viele 
unser Heffenland betreffende Schriften, sogenannte 
Hassiaoa, erworben. Das an sich schon reichhaltige 
Antiquariat des Herrn Klaunig erhält dadurch einen 
sehr beachtenswerthen Zuwachs. 
Kriefkasten. 
W. R.-L. in Kassel. Wegen Mangels an Raum 
mußten wir den Schluß des Berichtes über die zu Schlüchtern 
abgehaltene 53. Jahresversammlung des „Vereins für 
hessische Geschichte und Landeskunde" sür die nächste 
Nummer unserer Zeitschrift zurückstellen. 
W. C. in H. a. d Werra. Mit längeren Gedichten, 
insbesondere mit poetischen Erzählungen und Schilderungen 
sind wir für geraume Zeit versehen. Das soll Sie indeß 
nicht abhalten, Ihre Arbeit einzuschicken. 
L. M. in Nordhausen. Ihre Sendung war uns will 
kommen. Wann erfreuen Sie uns einmal mit einem 
Prosabeitrag? 
E. 8. in Kassel. Vorläufig die Nachricht, daß wir „Aus 
dem Schlosse zu Marburg" angenommen haben, einige 
Aenderungen uns aber vorbehalten. Jy Betreff der 
übrigen Sendungen erhalten Sie brieflich Nachricht. 
8. B. in Kassel. Sehr erfreut, Sie auch auf diesem 
Gebiete als Mitarbeiter begrüßen zu dürfen. 
J. Gr. in Fulda. Wir bitten um Entschuldigung, daß wir 
den Empfang Ihrer letzten Beiträge jetzt erst bestätigen. 
Dieselben werden zum Abdruck gelangen. 
K. F. in Kassel. Ihre Einsendungen erhalten und an 
genommen. Die in Aussicht gestellten Sagen dürften zu 
umfangreich sür unsern sehr beschränkten Raum sein. 
E. G. in Kassel. Wir bedauern, ablehnen zu müssen. 
Wenn Sie bei großen und gut gegründeten Zeitschriften 
anfragen, welches Honorar dieselben für lyrische Beiträge 
zahlen, werden Sie eine Sie wahrscheinlich überraschende 
Antwort erhalten. Davon abgesehen lassen Ihre Verse 
noch Manches zu wünschen übrig. 
Nach Salmünster. Wird erledigt. 
8. F. in Bromberg. Vielen Dank für die freundlichen 
Zeilen. 
8. K.-J. in Mexiko. Wir hoffen, auch in dieser Be 
ziehung fortzuschreiten. 
0. 8., M. F., C. U. in Kassel. Die uns eingesandten 
Beiträge werden aufgenommen werden. 
8. R. in Kassel, J. M. in Bielefeld, J. W. in Hanau. 
Unbrauchbar. 
MT Bon heute an wird die Zeitschrift 
„Heffenland" in der Offiein des Herrn 
Friedr. Scheel, Schloßplatz 4, gedruckt. 
Einzelne Exemplare werden zum Preise von je 
30 Pfennig abgegeben: bei dem Redakteur 
F. Zw enger. Jordanstraße 15, sowie bei 
dem Buchdruckereibefitzer Scheel und dem 
Hof-BuchhäMer G. Klaunig. obere Königs- 
straße 18. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zwenger in Kassel. — Druck von Friedr. Scheel in Kassel.
        

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