Full text: Hessenland (1.1887)

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des bayerischen GewerbemuseumS in Nürnberg gewählt 
und ist diese Dahl bereits vom bayerischen Ministerium 
bestätigt worden. Man sieht Herrn v. K r a m e r nur un 
gern von hier scheiden, da unser heimisches Kunstgewerbe 
in ihm einen kenntnisreichen und feinsinnigen Förderer 
besaß, Besondere Verdienste hat er sich auch um die 
vor mehreren Jahren stattgehabte hessische Landes 
ausstellung kunstgewerblicher Alterthümer erworben, 
deren Oberleitung in seiner Hand lag. 
* * 
* 
— Aus München, wo er wieder ein Jahr lang 
den Studien bei Prof. v. Defregger obgelegen, hierher 
zurückgekehrt, hat unser hochbegabter hessischer Lands 
mann, der Maler Johannes Kleinschmidt, uns 
durch einige im Kunsthaus ausgestellte Gemälde mit 
den dort erlangten künstlerischen Resultate» vertraut 
gemacht. Eine bedeutsame Meisterschaft dokumentirt 
er besonders im Portraitfach, indem er den ebenfalls 
in München lebenden jungen hessischen Maler Andreas 
Brübach, seine Kunst ausübend, wiedergab. Trefflich 
charakterisirt und reizvoll in der technischen Ausführung 
wie der Farbe an und für sich, verdient das Bild die 
unumwundenste Anerkennung. Auch die übrigen Ge 
mälde Kleinschmidt's, namentlich ein liebliches „Tyroler- 
Mädchen" (Brustbild) erregen mit Recht allgemeine 
Aufmerksamkeit. M. M. 
* . * 
* 
Von befreundeter Seite ist uns folgende Zuschrift 
zugegangen: 
Zu S. 196 der Nummer 14 des „Hessenland". 
Der Berfysser des Buches: Meine Wanderungen rc. 
ist nicht unbekannt geblieben, es ist v. Göchhausen. 
Zu S. 197. Wegen Reinhard von Rosen 
bach fragt v. G. an, ob Jemand von einem Ge 
schlecht dieses Namens etwas wisse? Ich verweise 
den Herrn auf Harthard Deutscher Reichsadel I, 
S. 472. Dort wird Konrad von Rosenbach zu Lind 
heim in der Wetterau, f 1558, als Erster und Philipp 
Christoph/ des fürstlichen Stifts Fulda Kapitular und 
Propst zu Blankenau f 1681, als Letzter dieses Stammes 
angeführt. * * * Sitzn». 
Eine kleine Berichtigung. In .Nr. 8 des 
„Hessenlandes", Seite 99 findet sich in den hoch 
interessanten Mittheilungen (als Beitrag zur Geschichte 
des früheren kurhessischen 1. (Leib) Husaren-RegimentS, 
jetzt königl. preußisches 1. hessisches Husaren-Re- 
qiment Nr. 13, von einem früheren Offizier dieses 
Regiments eine kleine Unrichtigkeit. 
Es wird allda von jenem glorreichen Tage dieses 
Regiments bei Atzen—heim am 11. September 1762 
berichtet. Der betreffende Ort heißt jedoch Atzen—Hain. 
Jene unrichtige Schreibung entstammt offenbar dem 
in jenen' Mittheilungen enthaltenen Berichte des 
kommandirenden hessischen Generals über die glänzende 
Waffenthat/ Bergl. Renouard, Geschichte des Krieges 
in Hannover, Hessen und Westfalen von 1757—1763 
(Kassel 1864), Band III., Seite 765 ff.; Fünfter 
Jahresbericht des oberhessischen Vereins für Lokal 
geschichte. Seite 31. — 
Atzenhain liegt eine starke Stunde in nordwest- 
nördlicher Richtung von Grünberg. Arff dem 
selben Tereain hatte am 21. Dfärz 1761 der Erb 
prinz von Biaünschweig (der Oberbefehlshaber in 
der Champagne, tödlich verwundet 1806 bei Äuer^ 
städt) eine empfindliche Niederlage erlitten. Bergl. 
Renouard, a. a. O. Bd. III. S. 113 ff. — 
LauLach in Hessen. vr. A. f&. 
* 2 * 
Marburg. Das Fest, welches die Stadt 
Marburg am 14. v M. der Universität und Stu 
dentenschaft zur Feier der Jmmatrikulaton dcS tau 
sendsten Studenten am Dammelsberg veran 
staltete, hat den schönsten Verlauf gM»rymen. Gegen 
4 Uhr setzte sich der Zug der Studentenschaft von 
der Ketzerbach ans in Bewegung. Voran drei be 
rittene Wappenherolde, dann die Musik des 11. Jäger- 
Bataillons, worauf die einzelnen studentischen Ber 
einigungen, zwischen denen wieder verschiedene Musik- 
Kapellen vertheilt waren, folgten. Der Zug «ahm 
den Weg über das Schloß nach dem Festplatz, dessen 
prächtige Eichen und Buchen den bei der großen Hitze 
doppelt willkommenen Schatten spendeten. Es waren 
ausreichend Sitzplätze für 2500 Personen hergerichtet, 
außerdem hatte jede studentische Verbindung ihre be 
sonderen Plätze. Mit eintretender Dunkelheit wurden 
die verschiedenen Plätze in geschmackvollster Weise be 
leuchtet, worauf dann der Tanz begann, dem gegen 
Mitternacht ein heraufsteigendes Gewitter ein Ende 
machte. — Am 15. Juli> dem Stiftungstage des 
altrenommirten Corps Hasso-Nassovia, wurde 
der Grundstein eines eigenen Corpshauses vor 
dem Barfüßer-Thore feierlich gelegt. Die Mittel M 
Aufführung dieses Gebäudes sind zum größten Theile 
von alten Herren des Corps gezeichnet worden. Auch 
hier in Kassel besitzt das Corps eine nicht, geringe 
Anzahl alter Herren, die alle mit großer Liebe die 
alten Erinnerungen und die Beziehungen zu dem 
selben pflegen. — An Stelle des vom Rektorate zu 
rücktretenden Professors der Jurisprudenz, Dr. v. Liszt, 
wurde für das Studienjahr 1887/88 der Professor 
der vergleichenden Grammatik und germanischen Philo 
logie, Dr. Justi, zum Rector magnifieus bet alma 
Philippina gewählt. 
Briefkasten. 
C. R. in Kassel. Wird Ihrem Wunsche entsprechend 
benutzt werden. 
8. in Kassel. Die Gedichte: „Ein hessisches Kadetten- 
lied von 1779" und „Schlachtgesang eines hessischen 
Grenadiers 1792" folgen in einer späteren Rümmer. 
Für diesmal mußten dieselben wegen Mangels an Raum 
zurückgestellt werden. 
W. B. in Neustadt. Sie müssen sich noch einige Zeit 
gedulden. 
Nach Rinteln. Gewiß sind uns auch naturwissen- 
schafttiche Artikel, soweit sie unser Heffenland betreffen, 
willkommen. 
v. R. in Laubach. Besten Dank für Ihre gütige 
Zusendung. Sie erhalten in den nächsten Tagen brieflich 
Antwort. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zw eng er in Kassel, Druck von Wilh. Thiele in Kassel.
	        

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