Full text: Hessenland (1.1887)

Das „Aefferrlaild'', Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monatlich, zu Anfang 
und Mitte jeden Monats, in dem Umfange bon l'/ 2 K-zerl Quartformat. Der Abonnementspreis beträgt gleichmäßig 
für hier und auswärts »ZrrleWrlich 1 Mark AH Kfg.' Einzelne Nummern kosten je AH Pf-. Auswärts kann unsere 
Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post, oder durch den Buchhandel, auf Wunsch auch unter Streifband bezogen 
werden; hier in Kassel nimmt die Redaktion, Jordanstraße 15, und die Expedition, Kölnische Straße 12, Be 
stellungen an. In der Post-Zeitungsliste findet fich das „Hefftalaild" eingetragen unter Nr. 2547a, 1. Nachtrag für 1887. 
Inhalt der Nummer 15 des „Hessenland": „Mutterliebe", Gedicht von D. Saul; „Die Pilgerfahrten der Landgrafen 
Ludwig I. und Wilhelm I. nach dem heiligen Grabe" von C. von Stamford, Fortsetzung; „Geschichte der hessischen 
Artillerie unter Landgraf Wilhelm IV.," von A. v. Baumbach; „Die 53. Jahresversammlung des Vereins für hessische 
Geschichte Und Landeskunde zu Schlüchtern," von W. Rogge-Ludwig; „Margarethe," von H. Keller-?Jordan; „Aernte- 
zeit," Gedicht von A. Traben; „Die alten Germanen," Gedicht von Schulte vom Brühl; Aus alter und neuer Zeit; 
Aus Heimaih und Fremde; Briefkasten. 
Mrrtteplieve. 
ls Ich die stillen Hügelreihn 
Des Kirchhofs fängst durchschritten, sah 
Gin einsam' Grab ich, ohne Stein 
Und ohne Kreuz der Maner nah. 
Gin Schelm liegt dort, ein Dösewicht, 
Und an dem Grab in dürft'gem Kleid 
Kniet eine Frau; ste weinet nicht, 
Sie harrt in stummem Herzeleid. 
Röhl nahmen ste mit Recht sein Dlut, 
Doch wie die Welt ihr Urtheil spricht: 
Das Herz, darunter er geruht, 
Das Mutterherz verläßt ihn nicht. 
Sie bringt ihm, was an wildem Mohn 
Sich auf dem Felde brechen ließ, 
Die Mutter dem verlor'nen Sohn, 
Den alle Welt, den Gott verstieß. 
Und keines von den Gräbern drauß, 
Ob auch von Dlumen schier erdrückt, 
Glich jenem, das mit welkem Strauß 
Die Hand der Bettlerin geschmückt. 
O Mutterliebe, du ein Schah, 
Den Ällerärmsten selbst gewährt! 
O Mutterliebe, die den platz, 
Da ein Verbrecher liegt, verklärt. 
D. $anl.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.