Full text: Hessenland (1.1887)

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Jemals wirksam vorgezeigt wurde, und welchen Preis 
die Herrn Franziskaner etwa dafür zahlten. 
Für die hessische Kriegsgeschichte ist dieier Schutz 
brief noch besonders dadurch interessant, daß sich 
T. A. v. Uslar darin selbst als schwedischm Oberst 
und hessische» General bezeichnet; auch Rommel weist 
in dem 8. Band seiner Geschichte von Hessen darauf 
hin, wenn er von demselben sagt: er hatte seine Be 
stallung vom König Gustav Adolf und Landgrafen 
Wilhelm V. T. A. v. Uslar wird in den kurzen 
historischen Nachrichten der Stamm- und Rangliste 
l»es Kurfürstlich hessische» Armee-CorpS, sowohl als 
Oberst des blauen Regiments.zu Pferd als auch des 
Weißen Regiments zu Fuß von 1631—1633 erwähnt, 
mar jedenfalls damals der älteste hessische Offizier und 
in Abwesenheit deS Landgrafe» Höchstkommandirender. 
M» 
Daß auch die Landgrafen vor Wilhelm IX. 
über nicht unbedeutende Mittel zu verfügen 
hatten, dafür liefert eine eigenhändige Aufzeichnung 
LandgrafWilhelm's IV. (des Weisen) vollgiltigen 
Beweis. Sie lautet: 
Ovnvral - Inventarium Nostri pegulij ad finem 
Anni 1589, 
Gasten A. 58663 Dalcr. nota hierüber saind 33333 
Daler so wir der kön. wird (Königswür 
den) zu Frankraich vorgetz laut recognitiou. 
item 1000 Daler Herzog Philips«» (von 
Braunschweig) vorgesetzt laut seiner Ver 
schreibung. 
Gasten B. 80390 Daler. Hierunter ist Herzog Casimir 
(von Polen) mit 12000 fl. batzen. Herzog 
carle von Schweden mit 787 Daler und das 
Nassauische silbengeschirr mit 4625 Daler. 
Gaste« 6. 2629 Daler. Dero sum ist unser Keller von 
t oenstein schuldig 1936 Daler, seind 2383 fl. 
. . 1791 Daler waren 2204 fl. 12 alby. 
Gasten notad. 2935 Daler 13 Alby waren 3612 fl. 
21 Alby. 
im allentags Gasten 1270 Daler. 
Summ in allen Gasten uff den letzten ani pteriti funden 
157,332 .l l /j Daler. dan zu gülden 193,626 gülden 
12 Alby. 
ex testamento paterno 
im schranck 40631 ft.) ) 
im gewelb 59835 fl. 1186791 p. Kesta 380417 fl. 
in Ziegenhain 86325 fl.) 193626 fl.jpeeulio 309089 fl. 
Einen weiteren Beleg für den Reichthum unserer 
Fürsten liefert das „Verzeichniß der Jubelen und Pre 
tiosen von 1706".nach welchem die dem Landgr^afe» 
Karl zugehörige Werthgegenstände ans 224275 Thlr. 
geschätzt sind. ___ 
Aus Heirrrath und Fremde. 
Kassel. In dem Verein für hessische Ge 
schichte und Landeskunde, dessen Bestrebungen 
immer größere und allgemeinere Anerkennung finden, 
wir' schon daraus hervorgeht, daß in den letzten 10 
Jahren sich die Zahl der Mitglieder von 730 nahezu 
verdoppelt hat, wurden im vergangenen Winter in 
den stets sehr zahlreich "besuchten Monatsversamm- 
lungen in Kassel folgende Borträge gehalten: 
1 u. 2, am 27. September «nd 25. Oktober von 
Herrn Bibliochekar Dr. Brunner Über „Regierung 
und Geistlichkeit, (Schule nnd Kirche) nach dem 
30jährigen Krieg." 
3, am 29. November von Herrn Major a. D. 
von Stamford über das Thema: Ernst, Landgraf 
zu Heffen-Rheinfels, eine Fürstengestalt des 17. Jahr 
hunderts." 
4, am 31. Januar von Herrn Professor Knack - 
fuß über „die Kunstschätze der Elisabethkirche zu 
Marburg." 
5, am 8. Februar von Herrn Hauptmann von 
Lestocq „über Heraldik als Hülfswiffenschaft der 
Geschichte." 
6, am 28. März von Herrn Major z. D. von 
Roques über „Geschichte des Klosters Kaufungen", 
in Fortsetzung seines am 25. Jannar 1885 gehaltenm 
Vortrags „Kaiserin Kunigunde die Heilige im Kloster 
Kanfungen." 
7 u. 8, am 26. und 27. April von Herrn Oberst 
lieutenant z. D. v. Stamford über: „Die Oert- 
lichkeit der Varusschlacht." 
Die diesjährige Jahres-Bersammlung des 
Vereins wird am 18., 19. »nd 20. Juli d. I. iu 
Schlüchtern stattfinden, und ist bei der Wahl des 
durch die Geschichte seines Klosters historisch so be 
deutsamen Ortes und dem großen Interesse, welches 
das demnächst veröffentlicht «erdende Programm 
bietet, eine große Theilnahme zu erwarten. Am 
19. Juli wird in der Hauptversammlung der durch 
seine Forschungen über de« Aufenthalt der Römer in 
der Maingegend bekannte Gymnastal-Oberlehrer Dr. 
Wolfs von Hanau einen darauf bezügliche» Bor 
traa halten und am folgenden Tag wird bei eine« 
in Ausficht genommenen Besuch der Ruine Steckel- 
berg, Major a. D. von Stamford Über Ulrich 
von Hutten reden. zg.«. 
* » * 
— Nekrolog Wir haben das Hinscheiden eines 
nach Amerika zu Anfang der fünfziger Jahre ausge 
wandert«« Hessen zu melden» der noch iu bttn beste« 
Andenken bei seine» vielen Freunden «nd ehemalige« 
Kommilitonen steht. Zu Anfang Mai starb im sieb- 
zigesten Lebensjahre zu New-OrleanS Dr. Moritz 
S ch u p p e r t, geboren zu Marburg, ältester Sohn 
des vorhinnigen Rentmeisters Schuppert. Zunächst 
widmete er sich der Pharmazie und bezog Ostern 
1839 die alma Philippina. Er war ein sehr ange 
sehenes Mitglied des Corps „Teutonia", dessen 
Senior er 1841 war. Später wandte er sich dem 
Studium der MÄizin zu. Amerikanische Zeitungen 
widme» dem Verblichenen einen warme« Nachruf. 
Sie nenne« ihn «inen der tüchttgsten Aerzte und 
Operateure des Südens. „Schon als hochgebildeter 
Arzt «nd Wundarzt, schreibe» sie weiter, „kam er 
nach den Bereinigte« Staaten, wo er sich im Süden 
bald einen bedeutenden Ruf erwarb. Während seines'
	        

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