Volltext: Hessenland (1.1887)

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Mit mehreren in den Text gedr. Abbild. (284 S.) 
Tübingen, Lauppe. 6,60 M. (Bildet Bd. II. der 
Beiträge,zur Geschichte der Bevölkerung in Deutschland 
seit Anfang dieses Jahrhunderts von Professor Dr. 
Neumann-Tübingen.) 
Statistische Untersuchungen über die Lage der Haus 
industrie, namentlich über die Lohnverhältnisse, sind 
bis jetzt nur in sehr beschränktem Maße angestellt 
worden. Außer den Sax'schen Forschungen über die 
einschlagenden Verhältnisse beider Spielwaarenbranche 
ist uns wenigstens ^von derartigen Erhebungen nichts 
bekannt geworden. Das vorliegende Werk giebt eine 
sehr eingehende Darstellung über die gegenwärtige 
Lage der Kleineisenindustrie in unserem hessischen 
Kreise Schmakalden, dessen hausindustrielle Bevölkerung 
nicht viel weniger als die Hälfte der gesammten Ein 
wohnerzahl ausmacht. Das Resultat, zu welchem 
Verfasser gelangt, ist kein erfreuliches. Im Großen 
und Ganzen ist die Lage der Kleineisenindustrie eine 
sehr ungünstige, einmal in Folge der erdrückenden 
Konkurrenz der Fabrikindustrie, dann wegen der un 
genügenden technischen Ausbildung der Kleinfeuer 
arbeiter, ferner durch irrationelle Produktionsweise 
(Arbeiten mit zu hohen Kosten) und ungünstige Pro 
duktionsbedingungen, welche für einzelne Bezirke mit 
höchst mangelhaften Verkehrsverhältnissen in Zu 
sammenhang stehen. Den durch Konkurrenz der 
Fabriken bedrohten Zweigen Hülse zu bringen, hält 
Vers, für unmöglich; für die anderen Zweige empfiehlt 
er Errichtung von Fachschulen und Lehrwerkstätten in 
Verbindung mit permanenten Musterausstellungen, 
dann Bildung von Genossenschaften einerseits zum 
Zweck gemeinsamen, billigeren Bezugs der Rohstoffe 
und andererseits zum Vertrieb der Erzeugnisse im 
Größen. * * * A. 
„Geschichtliche Entwickelung desG efäng- 
nißwesens, besonders in Hessen" ist der 
Titel einer Broschüre des Amtsgerichtssekretärs K. 
Neuber,die soeben dahier erschienen ist. Dieselbe 
beruht auf eingehenden Studien und ist allen, die sich 
für den Gegenstand interessiren, auf das Beste zu em 
pfehlen. * * * §. 
Touristenführer für Kassel und Umgegend von H. 
F. Lorentz. Kassel, Theod. Kay (16°,64©.) 0,40. 
Das handliche Büchelchen giebt neben einem Weg 
weiser durch die Stadt Kassel und deren Sehenswür 
digkeiten in genügender Vollständigkeit eine Reihe 
skizzirter Touren in dem landschaftlich schönsten Theile 
von Niederhessen. Die knappe Darstellung, das Weg 
lassen aller sentimentalen Betrachtungen geben dem 
vorliegenden Jtinerarium einen Vorzug vor anderen 
zu gleichen Zwecken verfaßten und herausgegebenen 
Führern. Warum der Titel die richtige Schreibweise 
Kassel trägt, in dem Texte aber das durch nichts ge 
rechtfertigte C gebraucht wird, ist uns unverständlich. 
Hat der Verfasser auch die hierorts allerdings amt 
liche Schreibweise Cassel in die Erscheinung treten 
lassen wollen? Ist Cassel amtlich, dann ist Kassel 
amtlicher, denn der „K. Preuß. Staatsanzeiger 
und Deutsche Reichsanzeiger" bringt in den amtlichen 
Mittheilungen über Ordensverleihungen, Versetzungen, 
und dergl. stets K. Desgleichen das „Centralblatt 
für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preußen,, 
herausgegeben vom Minister der Unterr. rc. Angel." 
und andere hochamtliche Blätter. A. 
Kriestasten. 
Unser heutiges Leitgedicht stammt aus der Feder eines 
im fernen Westen weilenden Landsmannes, Ricardo Jordan 
in Colima (Mexiko). Derselbe bekleidet trotz seiner Jugend 
die angesehene Stellung eines Chefs der Finanzen der 
mexikanischen Provinz Colima. Jordan, dessen Vater- 
namen eigentlich Keller ist, hat den Familiennamen seines 
in der hessischen Berfassungsgeschichte verewigten Groß 
vaters Sylvester Jordan angenommen. Seine Mutter 
ist die unseren Lesern wohlbekannte Romanschriftstellerin 
H. Keller-Jordan in München. 
R. T., F. T, Dr. W. F. in Kassel. Dankend an 
genommen. 
B. in N. bei N. (B.) Wir antworten brieflich. 
6. W. in Kassel. Senden Sie Einiges zur Auswahl. 
F. 8. in Kassel. Sofort nach Prüfung wird Ihnen 
die Entscheidung der Redaktion zugehen. Einstweilen Dank. 
P. P. in P. Den neuen Beitrag bringen wir; über 
die Fassung des zuerst eingesandten Gedichtes werden wir 
uns schon verständigen. 
F. R. in Hanau. Gelangt in einer der nächsten Nummern 
zum Abdrucke. 
K. Z. in Eichen. Wir mußten Ihren Artikel wegen 
Raummangels für die nächste Nummer zurückstellen. 
Freundlichen Gruß. 
Abonnent, Marburg. Wird in nicht allzulanger 
Zeit zu Ihrer Zufriedenheit abgeändert werden. 
Berichtigung. In dem Leitgedicht der vorigen 
Nummer, „Auf Wilhelmshöhe" von Feodor Löwe, sind 
mehrere Druckfehler unkorrigirt geblieben. So muß es 
Strophe 1, Zeile 2 „alter" statt aller, Strophe 5, Zeile 2 
Ehrgeiz" statt Ergeiz und Strophe 6, Zeile 3 „Haupt" 
statt Haus heißen. 
Inhalt der Nummer 10 des „Hessenland": „Dem 
Heffenland", Gedicht von Ricardo Jordan; „Die Kunst 
schätze der Gelnhänser Stadtkirche" von F. W. Junghans; 
„Ein Besuch in Wilhelmshöhe" von Fr. von Hohenhausen; 
„Ein Brief Karl Seydelmann's über das Kasseler Theater 
aus dem Jahre 1832" von W. Rogge-Ludwig; „Kasseler 
Maler in den Jahren 1840—18o0" (Schluß) von Louis 
Katzenstein; „Der Sängerkrieg auf Spangenberg" von A. 
Trabert; „An der Küste", Gedicht von Hugo Frederking; 
„Eine Uhlands-Nachfeierin Rauschenberg (27. April 1887)", 
Gedicht von Dr. W. F.>(Kassel); Aus alter und neuer Zert; 
Hessische Bücherschau; Briefkasten. 
Nummer 6 des „Heffenland" vom 
m&mr 18. März ist vollständig vergriffen. 
Für gefällige Zusendung dieser Nummer 
würden wir uns zu grösstem Danke ver 
pflichtet hätten. 
Die Redaktion. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zwenger in Kassel. Druck von Wilh. Thiele in Kassel.
        

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