Full text: Hessenland (1.1887)

Von einer Frau von Dal wigk erzählt G. Landau 
im zweiten Bande seines bekannten Werkes „Die hessi 
schen Ritterburgen und ihre Besitzer", dieselbe habe 
um das Jahr 1604 ihre Kinder und Kindeskinder 
bis in den sechsten Grad, noch wohl und gesund, bei 
sich geyabt. Es wurde hierauf folgender Vers gemacht: 
Nater ait natae: die natae, filia, natam 
Ut moneat, natae plangere filiolam. 
D. h.: „Die Mutter sprach zur Tochter: Meine 
Tochter: sage deiner Tochter, daß sie ihre Tochter 
erinnere, daß ihrer Tochter Töchterchen weine." 
K. 
W. I. A. Frhr von Tettau, Geschichtliche Dar 
stellung des Gebietes der Stadt Erfurt und der Be 
sitzungen der dortigen Stiftungen. 14. Heft der 
Jahrbücher der Königl. Akademie gemeinnütziger 
Wissenschaften zu Erfurt (265 S. mit Karte). 1886. 
Wir erwähnen dieses uns soeben zu Händen ge 
kommene Werk hier deshalb, weil es S. 109—117 
eine ausführliche Geschichte der im Gebiete der Stadt 
Erfurt gelegenen Fuldaischen und Hersfeldi 
schen Lehen enthält. Unter den bei der Abtei 
Fulda zu Lehn gehenden Orten des Erfurter Ge 
bietes befanden sich insbesondere die seitens der Stadt 
von den Grafen von Schwarzburg erworbenen Ort 
schaften Sömmerda, Schallenburg und Wenigen- 
Sömmern, die gegenwärtig zum Kreise Weißensee 
gehören, ferner die Dörfer Ranstedt, Ober- und 
Niedermarpach, jetzt Wüstungen. Die Lehnbriefe 
Friedrichs, Abts zu Fulda, aus dem Jahre 1388 be 
finden sich in dem Staatsarchiv zu Magdeburg. 
H ers f e ldisch e Lehen waren Gebesee (Gebenhausen), 
eine gegenwärtig zum Kreise Weißensee gehörige 
Stadt, welche sich bereits 786 im Besitze der Abtei 
Hersfeld befunden hat. Das dortige Schloß, der 
Bärenstein, wurde im Jähre 1353 von der Abtei 
Hersfeld dem Rathe zu Erfurt für 800 Mark 
käuflich abgetreten, jedoch 1366 mit 787 M. wieder 
eingelöst. Bei diesen Verhandlungen überließ der 
Abt zu Hersfeld gleichzeitig dem Rathe für 735 M. 
alle ihm zu Allendorf, Zimmern, Pferdingsleben und 
Ermstedt zustehenden Gerechtigkeiten. Auch das Dorf 
Werningshausen, eine jetzt zum Herzogthum Gotha 
gehörige, zwischen Sachsen-Weimar und dem Kreise 
Weißensee belegene Enklave, gehörte theilweise der 
Abtei Hersfeld, theilweise den Grafen von Gleichen, 
welch' letztere ihren Antheil bloß als Hersfeldisches 
Lehn besessen zu haben scheinen, wenigstens erklären 
sie in einer Urkunde aus dem Jahre 1230 „quia iu 
ris erat Hersfeldis ecclesiae, quam pheodi nomine 
possideramus in bonis nostris Weringes hu&in.“ 
Von derselben Abtei gingen auch die Dörfer Jngau 
und Willgenau zu Lehen, über welche Erfurt von der 
Abtei Hersfeld 1409 (5. Nov.), 1440 (29. Septbr.), 
1454 (7. Mai), 1474 (26. April) rc. rc., zuletzt 
von dem Landgrafen Wilhelm von Hessen als Admi 
nistrator des säkularifirten Stiftes Hersfeld am 
11. Dez. 1617 Lehnvriefe erhallen hat, die sich 
sämmtlich im Magdeburger Archiv befinden. Die 
genannten Orte sind zunächst 1507 wieder käuflich, 
dann in Folge des Leipziger Recesses vom Jahre 
1665 definitiv in den Besitz des fürstlichen Hauses 
Sachsen gelangt. 
Wir hatten bei dieser Gelegenheit die Mittheilung 
für angebracht, daß in eben diesen Zeiten auch 
zwischen Kassel und Erfurt eine innige Beziehung 
bestand, indem viele Jahre lang die Erfurter Uni 
versität (bekanntlich bereits 1378 von Papst 
Clemens VII. gestiftet, 1392 von Benedikt IX. ein 
geweiht und 1816 aufgehoben) von Kasselanern mit 
besonderer Vorliebe besucht wurde. Auch hatte die 
Stadt Kassel dort mehrere Stipendien. A. 
KrirstMen. 
A. T. in Wien. Den hochinteressanten Artikel erhalten. 
Besten Dank und freundlichsten Gruß. 
W. F. in Gersfeld. Die angekündigten Artikel sind 
uns sehr willkommen. 
A. V. in Brückenau. Wird berücksichtigt werden. 
X. V. in Bebra. Gestatten Sie uns einige kleine Ab 
änderungen. 
E Br. in Nauschenberg. Warum so schweigsam? 
(1. H. in Hanau. Nochmccks unseren verbindlichsten 
Dank für Ihre gütigen Bemühungen im Interesse unserer 
Zeitschrift. 
X. V. in Schwarzenfels. Ungeeignet. 
G. L. in Kassel. Ihrem Wunsche um nähere Mitthei 
lung über die Verleihung der goldenen Rose an fürstliche 
Persönlichkeiten am sog. Rosen-Sonntage durch den Papst 
werden wir in einer der nächsten Nummern unserer Zeit 
schrift willfahren. Für diesmal mangelte es uns an Raum. 
Inhalt der Nummer 7 des „Hessenland": „Frühling 
am Rhein", Gedicht von Nataty von Eschstrnth; „Georg 
Ferdinand Freiherr von Level (Forts.); „Mittheilungen 
als Beitrag zur Geschichte des früheren kurhessischen I. 
(Leib-) Husarenregiments, jetzt königlich preußischen I.. 
hessischen Husarenregiments Nr. 13", von einem früheren 
Offizier dieses Regiments: „Die Doktorin Diede", eine 
biographische Skizze von F. von Hohenhausen: „Krieg im 
Frieden'", ein Genrebild aus der Roeocozeit von Joseph 
Grineau; „Schloß Spangenberg^, Gedicht von Th. Kellner; 
„Die Spennstow", Gedicht in Schwälmer Mundart von 
Kurt Ruhn; „Schneeglöcklein", Gedicht von Karl Weber; 
Aus alter und neuer Zeit: Bücherschau; Briefkasten. 
Um doppelte Zusendungen unserer 
. Zeitschrift und sonstige Weitläufig 
keiten zu vermeiden, ersuchen wir unsere geehr 
ten auswärtigen Streifband-Abonnenten, ihre 
Bestellungen, soweit nicht andere Gründe be 
stimmend sind, bei der Post ihres Wohnortes auf 
zugeben und uns hiervon dnrch Korrespondenz 
karte gefälligst Mittheilung zu machen. Zu 
gleich bitten wie die geehrten auswärtigen 
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gleichung des Abonnements auf das 1. Quar 
tal im Rückstände sind, uns den betreffenden 
Betrag durch Posteinzahlung gütigst übermitteln 
zu wollen. Die Redaktion. 
Verantwortlicher Redakteur und Verleger F. Zw eng er in Kassel. Druck von Will). Thiele in Kassel.
	        

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