Full text: Hessenland (8.1894)

Das „gtfjjenlmtit“, Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monat 
lich, zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von l 1 /*—2 Bogen Quartformat. Der Abonne 
mentspreis beträgt vierteljährlich 1 Mark 50 Pfg. Einzelne Nummern kosten je 30 Pfg. Auswärts kann unsere 
Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post oder durch den Buchhandel, auf Wunsch auch unter Streif 
band bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4 (Fernsprecher 
Nr. 372) Bestellungen an. In der Postzeitungsliste für das Jahr 1894 findet sich das „Hessenland" eingetragen 
unter Nr. 3031. Anzeigen werden mit 20 Pfg. für die gespaltene Petitzeile berechnet und nur durch die 
Annoncen-Expedition Kaasenstein & Mogter A.-H. in Kassel oder deren übrige Filialen angenommen. 
Inhalt der Nummer 1 des „Hessenlandes": „Der alte Tom", Gedicht von Richard Jordan; „Wilhelm IV., 
der Weise, Landgraf von Hessen", von H. Metz (Fortsetzung); „Hessische Städte und hessisches Land vor hundert 
Jahren: I. Stadt und Land Fulda", von Dr. Justus Schneider (Fortsetzung); „Zur . Texterklärung des 
Volksliedes: Drei Lilien, drei Lilien", von Dr. August Roeschen; „Mein Onkel Georg", von Frida Storck; „Auch 
ein Neujahrswunsch", Gedicht von Carl Preser; Aus alter und neuer Zeit; Ans Heimath und Fremde. 
Ver alle Wom. 
dem Städtchen San Antonio, 
W So im Texasstaat gelegen, 
Blieb ich einstens kurze Wochen 
Leidiger Geschäfte wegen. 
Eines Tags nun ging ich schlendernd 
Durch die regbelebten Straßen, 
Wo vor eleganten Schenken, 
Spuckend, bärt'ge Farmer saßen: 
Wo die Cowboys, hoch zu Rosse, 
Cooper'schen Gestalten glichen 
Und den schweren Baumwollfuhren 
Mürrisch aus dem Wege wichen. 
Und ich schritt durch's fremde Treiben 
Mit der Neugier Wohlgefallen, 
Als ich plötzlich mir zur Seite 
Etwas sah zur Erde fallen. 
Aus dem Omnibus, deß Rasseln 
Noch betäubte meine Ohren, 
Hatte wohl sein Eigenthümer 
Jenen Gegenstand verloren. 
's war ein Stock. Ganz unwillkürlich 
Hob ich ihn empor vom Boden 
Und beschaute weitergehend 
Seiner Schwere wncht'ge Knoten. 
Statt des Griffes war ein Riemen 
Angebracht von plumpem Schreiner, 
Und mir schien's, als sei's ein echter, 
Abgetrag'ner Ziegenhainer. 
Das auch war der Grund, weshalb ich 
Ihn nicht wieder warf bei Seite, 
Denn den Landsmann in der Fremde 
Ehrt man auch in schlechtem Kleide.
	        

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