Full text: Hessenland (8.1894)

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11) Ihre Hoheit die Frau Prinzessin von Anhalt, 
Prinzessin von Hessen; 
12) Ihre königliche Hoheit die Großherzogin 
von Baden; 
13) Ihre königliche Hoheit die Prinzessin Louise 
voll Preußen; 
14) Se. königliche Hoheit der Prinz Friedrich 
Leopold von Preußen; 
15) Ihre königliche Hoheit die Prinzessin Maud 
von Wales, Prinzessin von Großbritannien 
und Irland; 
16) .Ihre Hoheit die Frau Prinzessin Aribert 
von Anhalt, Prinzessin zu Schleswig-Holstein- 
Sonderburg-Augustenburg; 
17) Professor Waldemar Gillhausen. 
Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich hat sich 
bereits am 11. Januar wieder nach Berlin zurück 
begeben. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl 
haben nunmehr in Schloß Rumpenheim Wohnung 
genommen. 
Ohm und Onkel. 
Erzählung von C. von Dincklage-Campe. 
(Fortsetzung.) 
VI. 
Agnese von Loßberg hatte ihren bleibenden 
Aufenthalt bei der Großmutter i» Welsen 
genommen. Zu Haufe entbehrte sie Niemand, 
die junge Stiefmutter wußte den älteren Mann 
vollauf in Regsamkeit zu erhalten. 
„Ohm," sagte Agnese eines Tages 311 Tankmar, 
„ ich möchte Sic um etwas bitten. Geben Sie 
mir nicht immer eine Ausnahmestellung, als ob 
ich von anderer Art wäre als Sie selber und die 
Großmama. Sie beide kommen allen meinen 
Wünschen gütig entgegen, aber die alte Frau 
verlangt auch etwas von mir, ja, wenn ich die 
Arbeit nicht recht mache, giebt sie mir eine» Ver 
weis. Sie dagegen geben immer und fordern 
niemals; ja, ich bin oft im Unklaren, ob mein 
Begehren nicht Ihren Neigungen entgegenstrebt, 
aber stets erfüllen Sie dasselbe. Lassen Sie mich 
mitunter auch zu Ihrer Annehmlichkeit und 
Bequemlichkeit beitragen, oder verweigern Sie mir 
getrost, was Ihnen nicht Paßt, ich bin doch kein 
Kind, das immer seinen Willen haben muß." 
Das Mädchen sprach in der offenen, vertrauenden 
Weise, die sich die Nichte im Verkehr mit dem 
Ohm bewahrt hatte, und blickte ihn erstaunt, mit 
fragenden Augen an, als während ihrer Worte 
dunkle Rothe ihm iu's Antlitz stieg. 
„O Agnese," begann er, „Du mußt hier alle 
Freuden der Jugend entbehren, während Du für 
uns Licht und Sonnenschein bist." 
„Ich bin so glücklich hier," sagte sie mit dem 
Tone der Ueberzeugung, „niemals möchte ich in 
mein Vaterhaus zurückkehren." 
Er blickte sie an, so sonderbar prüfend, daß sie 
unwillkürlich die Augen niederschlug. 
„Agnese," nahm er dann das Wort, „ich habe 
einmal geglaubt, das sei Liebe, was ich für Deine 
Stiefmutter empfand. Jetzt weiß ich seit lange, 
daß dies aufregende Getändel nichts gemein hat 
mit dem tiefen, innigen Gefühl unwandelbarer 
Liebe, welches Du mir einflößest. Nun du selbst 
mir den Muth giebst, dem bisherigen zaghaften 
Zaudern ein Ende zu machen, frage ich Dich, ob 
Du mein Weib werden willst, mein höchstes Glück." 
Der Baron hatte seiner Nichte Hand erfaßt, 
er fühlte sie in der seinigen eiskalt werden. Ihre 
Wimpern waren gesenkt, aber ein warmer schwerer 
Tropfen stahl sich unter ihnen hervor und fiel 
auf Tankmar's Rechte nieder. 
„Ich wollte lieber ein Glied verlieren", sagte 
sie todestraurig, „als Euch betrüben, dennoch kann 
ich Eurem Wunsche nicht willfahren." 
Es ging ein fahler Schein über des Mannes 
Gesicht. „Genug," sprach er bitter „ich hätte 
mich von der einen Erfahrung belehren lassen 
sollen, ich büße meine eigene Thorheit. — Weine 
nicht, Agnese, Deine Thränen brennen auf 
meinem Herzen. Laß vergessen sein, was ich 
gesprochen habe. Sei fröhlich, damit ich nicht 
zu fürchten brauche, Deine Jugend getrübt zu 
haben." 
Der Nachhall dieser Stunde bebte aber, trotz 
dem derselben mit keinem Worte gedacht wurde, 
in allen Gemüthern nach. Der Kummer ihres 
Sohnes konnte auch der treuen Mutter nicht 
verborgen bleiben. Im Stillen hatte sie längst 
Tankmar's Wunsch getheilt und konnte es nicht 
begreifen, daß Agnese ihn ausschlug. 
Mit dein Scharfblick verschmähter Liebe ahnte 
der Baron vielleicht, daß das Mädchen nach dem 
bevorzugten Bruder ausschaute, aber das trug 
nicht dazu bei, ihm die Entsagung leichter zu 
machen. Männlich sich beherrschend fand er der 
Schwestertochter gegenüber bald den früheren Ton
        

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