Full text: Hessenland (8.1894)

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3. Die Leute sprechen immer: 
Die Zeiten werden schlimmer. 
Die Zeiten bleiben immer. 
Die Leute werden schlimmer. 
Hachborn. 
4. Genieße, was Dir Gott beschieden. 
Entbehre gern, was Du nicht hast. 
Ein jeder Stand hat feinen Frieden, 
Ein jeder Staub i)at seine Last. 
Wehrda. 
r>. Betrachte nicht mich und die Meinen, 
Betrachte nur Dich und die Deinen. 
Wenn Du Dich und die Deinen betrachtest. 
So wirst Du mich nnb die Meinen nicht verachten. 
Uennertehausen. 
6. Ich gieng wohl durch ein fremdes Land, 
Da stand geschrieben an der Wand: 
Nur still nnb verschwiegen. 
Was nicht Dein ist, das laß liegen. 
Langcnstein. 
7. So nuc die liebe Sonne eine Zierde am 
Himmel ist. 
So ist ein tugendsam Weib die Zierde in 
ihrem Hanse. 
Daumbach. 
8. Wir haben einen Gott und Herrn, 
Sind eines Leibes Glieder, 
Drum diene Deinem Nächsten gern; 
Denn wir sind alle Bruder. 
Gott schafft die Welt nicht nnr für mich. 
Mein Nächster ist Sein Kind wie ich. 
Warrenbach. 
9. Ein Stand, ohne beit (?) Gefahr 
Ist ein guter Ruhm, der wahr ist. 
Ein Trunk, der frisch und gesund ist, 
Ein Essen, das gut gekocht ist. 
Und ein schönes Mädchen, das über 18 Jahr ist 
Und von guter Hahr (?) ist. 
Und wenn das Alter da ist. 
So ist's ein Glück, das rar ist. 
Marxenbach. 
10. Ta es mir wohl gieng auf Erden, 
Da wollt' ein jeder mein Freund werden. 
Da ich aber kam in Noth, 
Da waren alle meine Freunde todt. 
Niederwalgern. 
11. Wenn einer hätt die ganze Welt, 
Silber und Gold und alles Geld 
Und auch die Seligkeit dabei. 
So weiß ich doch, was besser sei. 
Uiederweimar. 
12. Blumen malen ist gemein. 
Den Geruch geben kann Gott allein. 
13. Leute, die sich Freunde nennen. 
Die mtlß man erst recht lernen kennen, 
Mancher rühmet seine Treu, 
Herz und Mund sind zweierlei. 
Uiederweimar. 
14. Es blühen Rosen und Nelken 
Und auch Bergißmeinnicht, 
Nun aber sie verwelken. 
Aber wahre Freundschaft nicht. 
Schiffelbach. 
15. Der versäumt die Frucht der Erde 
Und versäumt die Erntezeit, 
Der wird bald zum Bettler werden 
Und wird träge Mäßigkeit. 
Moischeid. 
16. Wenn mich Gott segnet mit einem Pflug, 
Dann bin ich reich und hab' genug. 
Üiederbleitt. 
B. Wivekworte. 
17. Rufe mich an in der Noth^ so will ich Dich 
erretten, und Du sollst inich preisen. 
Moischeid. 
18. Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser, 
aber der Mutter Fluch reißet sie nieder. 
Moischeid. 
19. Custodi me ad pupillam oculi. in umbra 
alarum tuarum absconde me. 
Marburg. 
C. Man Gottes Schuh und Segen. 
20. Des Morgens, wenn der Tag anbricht. 
Zu Gott ich mein Gebet verricht. 
Dann spann' ich meine Pferde an 
Und fahre wie ein Ackersmann. 
Homberg. 
21. Mein Heiland meint es immer gut. 
Wenn mir das Kreuz auch wehe tut, 
Will er ja doch mein Bestes nur. 
Daß ich soll folgen Seiner Spur. 
Marxenbach. 
22. Muß ick heiße Thränen weinen. 
Will der Schmerz zu groß mir scheinen. 
Bleibst Du mir mein Glaubenslicht, 
Schadet mir das Leiden nicht. 
Marxenbach. 
23. Gebet und Arbeit bringen Segen 
Und müssen stets beisammen stehn. 
Sei stets bei mir auf allen Wegen, 
Laß mich in Gottes Namen gehn. 
Mein Auge heb' ich ans zu Dir, 
Wirf einen Blick herab zu mir. 
Wohra. 
Warxenbach.
        

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