Volltext: Hessenland (8.1894)

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an diesem Ueberfnlle gehabt zu haben, auch der 
selbe mit Arrest belegt wurde, sv Hütte Se. Majestät 
der König von Dänemark persönlich eine Unter 
suchungs-Kommission darüber sehr ernstlich an 
geordnet, indessen hat man nichts mit Zuverlässikeit 
auf obigen Offizier bringen können." Der General 
major und Chef des oldenburgischen Regiments 
von Münnich führte die Untersuchung. Auch 
hatte der kvmmandircnde Oberst von Lasson auf 
Laaland eine ansehnliche Belohnung auf die 
Entdeckung des Thäters ausgesetzt. 
22. Karl Reinhard Hille, geb. den 
12. Dezember 1776 zu Marburg, wurde von 
Superintendent Seipp getauft. Taufpathe war 
der jüngste Bruder seiner Mutter, Karl Reinhard 
Günste. Er wurde ebenfalls Soldat und machte 
den Feldzug Napoleon's nach Rußland in einem 
westfälischen Regimente als Hauptmann mit. 
Auf dem unglückseligen Rückzüge von Moskau 
wurde er beim Ueberschreiten der Beresina ver 
wundet. Unterstützt von seinem Freunde, dem 
späteren Oberst Franz von Rauschenplatt, schleppte 
er sich mit demselben bis nach Wilna, woselbst 
beide in russische Gefangenschaft geriethen. Sie 
wurden in ein Kloster gebracht, worin sie, nach 
dem sie ganz ausgeplündert waren, das härteste 
Elend ausstehen mußten. Bon 36 Offizieren, 
welche in einem Zimmer untergebracht waren, 
lebten nach fünf Wochen nur noch vier, wovon von 
Rauschplatt einer war. Die Uebrigen waren 
durch Krankheit, durch Wunden und durch Mangel 
jeglicher Pflege elendiglich zu Grunde gegangen. 
Am Abend vor seinem Tode, am 14. Januar 
1813, sagte er mit voller Besinnung zu seinem 
Leidensgenossen, wen» er durchkommen solle, möge 
er sein letztes Lebewohl seinen Eltern nach Mar 
burg überbringen. Dieser traurigen Pflicht konnte 
Folge gegeben werden. 
23. Maria Elisabetha Christiana Hille, 
zu Marburg den 4. Juli 1779 geboren, wurde 
ebenfalls von Superintendent Seipp getauft. 
Pathen waren Frau Maria Elisabeth, des Stifts 
vogts Günste zu Wetter nachgelassenen Wittwe, 
geb. Claudi, und Frau Christiana, des Ober- 
schultheiß Hille nachgelassenen Wittwe, geb. Heynau. 
Sie vermählte sich am 6. September 1803 mit 
Ernst Wilhelm Kaup, Kapitän im Regiment 
Kurfürst, welcher am 27. Dezember 1839 als 
Major und Festungskommandant in Kassel starb. 
Ihrer Ehe entsprossen vier Kinder: 
a. Helene,Kaup, geb. den 2. April 1805, 
gestorben den 6. Mai 1871; vermählte sich mit 
dem Professor der Rechtswissenschaften und späteren 
Staatsrath Bickell. 
6. Karl Kaup, geb. den 5. November 1806, 
gestorben den 22. Februar 1885; Oberappellations- 
rath zu Kassel, später zu Marburg lebend, war 
zweimal verheirathet, in erster Ehe mit Natalie 
Frank aus Rostock, in zweiter Ehe mit Koustauze 
von Specht. 
o. Maria Kaup, geb. den 26. November 
1811, gestorben den 20. August 1883, war ver 
mählt nlit dem Gutsbesitzer von Biedenfeld zu 
Hattenbach. 
ck. Wilhelm Kaup, geb. den 19. März 
1819, starb als Oberstlieutenannt am 30. April 
1879; vermählt mit Maria Frank aus Rostock. 
24—28 siehe unten. 
29. Helene Karoline Maria Rosine 
Hille, geb. 1802 zu Wien, gestorben den 
9. September 1832 zu Bessungen. 
30. Maria Helene Hille, geb. den 20. 
Juli 1803 zu Wien, starb den 22. Mürz 1834 
ebenfalls zu Bessungen. 
31. Karl Hille, 1805 zu Wien geboren, 
studierte in Göttingen die Rechtswissenschaften, 
erwarb zu Marburg den Doktorgrad, begab sich 
1828 nach Bonn, habilitirte sich dortselbst als 
Privatdozent, starb jedoch schon 1831. 
24. Karl Jakob Wilhelm Hille, geb. den 
9. November 1781 zu Marburg, getauft beu 21. 
desselben Monats von Superintendent Seipp. 
Pathe waren Karl Hendorf, gewesener Major 
beim Regiment von Ditfurth, Jakob Claudi, 
exspektivirter Amtsschultheiß zu Willingshausen, 
und Landjägermeister Wilhelnt von Buttlar. Er 
studierte die Rechtswissenschaften, war unter der 
französischen Fremdherrschaft bis 1812 Prüfektur- 
rath, Notarius bis 1822, dann bis zu seinem 
am 4. Oktober 1834 erfolgten Tode Kreisrath. 
Sämmtliche Aemter bekleidete er in Marburg. 
Am 9. August 1807 vermählte er sich mit Luise 
Ernestina Dorothea Christiana Strack, 
Tochter des Amtmanns Gottfried Justus Strack 
zu Großen-Busseck und der Eleonore Maria 
Friederika Follenius. Er hatte zehn Kinder 
(f. 32-41). 
25. Friedrich Wilhelm Hille, geb. den 9. 
Dezember 1783 zu Marburg, ebenfalls von 
Superintendent Seipp getauft, Pathe war Land 
rath Friedrich Wilhelm von Baumbach. Er 
widmete sich der Jurispndenz, wurde nach Ab 
legung seiner juristischen Examina in der west 
fälischen Zeit zum Friedensrichter in Mar 
burg ernannt, machte als Korpsauditeur und 
Regimentsquartiermeister im kurfürstlichen Leib 
dragonerregiment 1814 den Feldzug gegen Frank 
reich mit, lag vor Luxemburg und Metz und 
schilderte in einem noch vorhandenen Tagebuch
        

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