Full text: Hessenland (8.1894)

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Leipzig getauft wurde. (Sie erhielt die Tauf- 
namen Johanna Christian«. Die Taufzeugeu 
sind gewesen Jungfrau Johanna Falkner, Johann 
Heinrich Schlegel, Or. ,jur., Jungfrau Christiane 
Rosine Dimler.) War Amtmann zu Ermfchwerdt 
bis zum Jahre 1750, von da ab bis zu seinem 
am 9. August 1760 erfolgtem Ableben Ober- 
schultheiß zil Karlshafeu und Helmarshauseu. Er 
hinterließ 7 Kinder (10—16). 
6. Johanna Sidonia Luise Hille, geb. 
den 6. Dezember 1718 zu Hubenthal. Pathen 
waren Amtmann Haberstroh auf Berlepsch und 
Jungfrau Sidonia Gertrud Schmidtin, des Ver 
walters zu Fahrenbach Tochter. 
7. Wilhelmine Katharina Hille. 
8. Ernestine Charlotte Hille. 
9. Georg Heinrich Hille, Amtsverwalter 
der Ballei Thüringiu. 
Abschnitt II. 
1743—1781, bis zur Theilung der beiden 
noch jetzt in Hessen bestehenden Zweige. 
10 11 12 13 14 15 16 
17 18 19 20 21 22 23 [24 25 26 27 28 s. tt."| 
29"30~31 a b c cP 
10. Johann Karl Heinrich Gottfried 
Hille wurde am 7. Januar 1743 zu Erm- 
schwerdt geboren und von Pfarrer Wiskemann 
dortselbst am 10. Januar getauft. Zu Taus- 
pathen hatte er Amtmann Gottfried Hellwig 
Ullrich, Johann Berthold Hille, Amtsverwalter 
der Ballei Thüringiu, Jungfrau Ernestine Char 
lotte Hille, des Vaters jüngste Schwester. Er wurde 
auf einem Gute der Herrn von der Malsburg er 
zogen, bezog April 1760 die Universität Göttingen 
und studierte Rechtswissenschaften, vollendete seine 
Studien zu Marburg, wurde am 24. April 1766 da 
selbst zum Licentiaten beider Rechte erhoben. (Frank 
furtische Gelehrten-Zeitung vom 6. Juni 1766.) 
Als Justizbeamter war er bis zum Jahre 1776 
in Wetter und von da ab als hessischer Rath, 
Oberschultheiß und Kriminalrichter in Marburg. 
Seine Thätigkeit namentlich an letzterem Orte war 
eine sehr ersprießliche und segensreiche für die 
Einwohnerschaft Marburgs. So widerrieth er der 
Bürgerschaft Marburgs jede Betheiligung beim 
Aufstand althessischer Soldaten und Bauern 
gegen das französische Gouvernement am 27. De 
zember 1806. Seinem Ansehen und Einfluß 
allein gelang es, die Bürger zu beruhigen und 
die Stadt vor üblen Folgen zu bewahren. 
(Ruprecht, Aufstand hessischer Soldaten und 
Bauern.) Am 24. Juni 1817 feierte er im 
Rittersaale des Deutschen Haushofes sein fünfzig 
jähriges Dienstjubiläuni. Am Feste betheiligten 
sich 109 Personen, welche alle Stände Marburgs 
vertraten. Die Stadt und ihre Bürger über 
reichten ihm an diesem Ehrentage eine auf weißen 
Atlas gedruckte Widmung, welche die dankbarsten 
Gefühle für ihn zum Ausdruck brachte. Nach 
seinem am 31. Oktober 1817 erfolgten Tode 
wurde er auf dem Friedhofe St. Michael bei 
gesetzt, woselbst ihm die Bürger Marburgs ein 
Grabdenkmal errichten ließen, auf welches sie 
ganz dem Charakter des Mannes entsprechend 
eine einfache Grabschrift setzten. Auf diesen: 
steht irrthümlicher Weise als Geburtsort Hel- 
marshauseu, wohingegen er laut Taufschein zu 
Ermfchwerdt geboren wurde. Während der fran 
zösischen Fremdherrschaft führte er den Amtstitel 
6on86rvattzur de« Hypotheques. (lieber sein 
Leben siehe Barren trapp.) Er vermählte sich 
am 15. November 1767 mit Maria Magdalena 
Günste, welche am 22. Mai 1747 als Tochter 
des Stiftsvogts Günste zu Wetter geboren war 
und ain 24. Mai 1822 zu Marburg starb. 
Zwölf Kinder gingen aus seiner Ehe hervor 
(17—28). 
11. Georg Wilhelm Hille, geb. den 
20. September 1744 zu Ermfchwerdt, wurde 
denselben Tag vom Pfarrer Wiskemann dortselbst 
getauft. Die Tauspathen waren der Großvater 
Johann Berthold Hille, dessen Bruder Georg 
Christoph Hille in Grisistädt und des Vaters 
Schwester, Jungfrau Wilhelmine Katharina 
Hille. Derselbe stand von 1770 an bei 
einem hessischen Grenadierbataillon in Rinteln 
als Lieutenant in Garnison, machte im interi 
mistischen von Loßberg'schen Grenadierbataillon 
den Feldzug in Nordamerika mit und siel am 
21. Oktober 1777 bei der Erstürmung des Forts 
Redbank, wobei auch der Oberst von Donop 
den Heldentod starb. Ueber ihn schreibt P f i st e r*), 
daß er ihn als einen sehr tüchtigen Offizier in 
einem Werk, die Thätigkeit der hessischen Truppen 
im nordamerikanischeu Feldzuge betreffend, er 
wähnen und ihn unter den Heldenopsern der 
vergeblichen Erstürinung des Forts Redbank am 
Delaware ausführen werde. Dort, einige Meilen 
unterhalb Philadelphia, auf dem Ufer von 
Jersey liegt sein Staub, die Schanze selbst, die 
ihm den Tod gab, ist in den Boden zurück 
gesunken. Von ihm sind dreizehn Briefe auf 
uns gekommen, welche das hessische Garnisonleben 
*) Pfister hat sein Werk über den Feldzug nicht 
vollenden können.
        

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