Volltext: Hessenland (8.1894)

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rinnenstiftes St. Georg bei Homberg; sie erhielt 
ferner vier Höfe und Vogteien der Abtei Haina, 
zu Singlis bei Homberg, Fritzlar, Alsfeld und 
Treysa. Ferner gehörten zu den Einkünften der 
Universität 60 Gulden aus dem Deutschen Haufe 
zu Marburg, 20 Gulden aus dem Johanniter 
hause zu Nidda, 15 Gulden voin Kloster Arnsburg 
und 12 Gulden vom Kloster Hirtzenhain in der 
Wetterau. 
Die neue Hochschule wurde am 30. Mai 
1527 durch den Rektor Ferrarius Montanus 
mit der Verpflichtung von 104 akademischen 
Bürgern eröffnet. Am 1. Juli 1527 fand 
ihre Einweihung durch den Kanzler Feige 
statt. Erst später, am 31. August 1529, wurden 
ihr vom Landgrafen Statuten sowie wichtige 
Privilegien, bestehend in freier Wahl des Rektors, 
eigener Gerichtsbarkeit und Freiheit von allen 
bürgerlichen Abgaben, Lasten und Zoll, über 
geben; die kaiserliche Bestätigung und Ertheilung 
aller Vorrechte der übrigen Universitäten des 
Reiches erhielt sie am 16. Juli 1541. Verbunden 
war mit der Universität ein Pädagogium für 
Lehrer von Kirchen und Schulen. Stipendien 
wurden errichtet für 60 Stipendiaten im Gesammt- 
betrage von 1847 Gulden. Diese Summe wurde 
auf Veranlassung des Landgrafen von 52 Städten 
aus den verschiedenen Landestheilen, die sich gn 
jährlich bestimmten Geldleistungen verpflichteten, 
aufgebracht. Die ersten Lehrer an der Univer 
sität waren für Theologie Lambert, Krafft und 
Erhard Schnepf aus Heilbronn; für Rechts 
wissenschaft Jakob Eisermann (Ferrarius Mon 
tanus) aus Amöneburg; für Arzneikunde Heinrich 
Urban (Euricius Cordus) aus Simtshausen, 
Amt Wetter; für Sprachen und freie Künste 
Hermann von Busch aus Westfalen, Sebastian 
Nouzen aus Flandern, Johannes Lvnicerus aus 
Geschichte der 
Von Dr. med. 
4jfn der Absicht des Verfassers liegt es durch- 
Jy aus nicht, eine vollständige Geschichte der 
^ in Hessen seit ungefähr 270 Jahren 
ansässigen Familie Hille der Öffentlichkeit 
zu übergeben. Nachfolgende Blätter sollen 
nur die Chronologie der Familie und kurze 
Lebensbeschreibungen einzelner Mitglieder, welche 
sich theils um das öffentliche Wohl, theils 
um die Familie selbst verdient gemacht haben, 
Eisleben, Nikolaus Asklepius Barbatus aus 
Kassel, Reinhard Borichius aus Hadamar, 
Thomas Zeger aus Kleve. 
Die Stifte Kaufungen und Wetter mit allen 
ihren Gütern und Gefällen innerhalb und außer 
halb Hessens erhielt die hessische Ritterschaft 
(1532). Aus den Einkünften der Stifte sollte 
die Aussteuer vermögensloser, sich zur evangelischen 
Religion bekennender adeliger Fräulein bestritten 
werden. 
Vier Klöster wurden durch Landgraf Philipp 
zu Landeshospitälern zur Versorgung geistes- und 
körperschwacher Armen umgewandelt; für männ 
liche Personen wurden die Klöster zu Haina 
und Gronau, für weibliche die zu Merxhausen 
und Hofheim bestimmt. 
Die Gefälle der Prämonstratenserabtei Spieß 
kappel waren Anfangs den Superintendenten zu 
Kassel, Marburg, Alsfeld und Rotenburg zwecks 
Unterstützung gering besoldeter Prediger über 
wiesen, mußten von diesen später aber zur Unter 
haltung der Festung Ziegenhain gegen eine Ab 
findung von 1000 Gulden abgetreten werden. 
Nach dem Aussterben der Benediktinerinnen 
zu Lippoldsberg wurde das Kloster vom Land 
grafen zu einem Siechenhaus eingerichtet, allwo 
die Armen des Dorfes Speise erhielten. Der 
Ueberschuß der Einkünfte des Klosters wurde zu 
Besoldungen des Pfarrers und Lehrers zu Lip 
poldsberg, der Prediger zu Hofgeisniar, Heisebeck 
und Oedelsheim, sowie zur Unterstützung armer 
Predigerwittwen verwendet. Die Einkünfte des 
Klosters der Augustinerinnen zu Höckelheim 
wurden, nach dem Anfalle der Plessischen Lande 
an Hessen, zur Unterstützung von vierzig Prediger- 
wittwen bestimmt. 
(Fortsetzung folgt.) 
*-•§— 
Familie Hille. 
Friedr. Hille. 
enthalten. Eine genaue Geschichte der Familie 
Hille, welche als Manuskript gedruckt werden 
soll, ist seit einer Reihe von Jahren in Bear 
beitung und bis zunl Anfang dieses Jahrhunderts 
fertig gestellt, sie umfaßt bis jetzt einen Zeitraum 
von ungefähr 190 Jahren und wird nach völliger 
Ausnutzung des starken vorliegenden Materials 
nach ihrer Vollendung reichlich zehn Bünde 
füllen.
        

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