Full text: Hessenland (8.1894)

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zu Wilstädt in Baden, gestorben 4. April 1669 
zu Worms als Geheimrath der Laudgräfin von 
Hessen) sprechen. Nach Beendigung der Bortrüge 
sollen die Hanauer Sammlungen unb Kirchen rc. 
besichtigt und bei einem Frühschoppen Erholung 
gesucht werden, Nachmittags 5 Uhr beginnt die 
Festtafel im Saale der „Zentralhalle". Der dritte 
Festtag, Mittwoch, 29. August, ist zur Besichtigung 
von hervorragenden Sehenswürdigkeiten in der 
Umgebung Hanaus bestimmt, ein Plan aber noch 
nicht endgültig festgestellt. 
Die XVIII. Jahresversammlung und 
das S t i f t u n g s f e st des R h ö n k l u b s findet am 
4. und 5. August 1894 zu Neustadt a. d. S. 
statt. Das Programm ist wie folgt zusammen 
gesetzt : Sonnabend, 4. August, Abends 8 Uhr: 
Gesellige Vereinigung im Saale des Gasthauses 
„zum goldenen Roß". Sonntag, 5. August, 
Vormittags 10 Uhr: Hauptversammlung der 
Abgeordneten der Zweigvereine im Rathhaussaale. 
Gleichzeitig musikalischer Frühschoppen in 
der Gartenwirthschaft von A. Süß mann. — 
Promenadenmusik aus dem Marktplatze. 
Mit tags tisch nach Belieben in den vom 
Zweigverein Neustadt empfohlenen Gasthäusern: 
Hôtel zur Post, Hotel zum goldenen Mann, Gast 
hof zum goldenen Roß, Gasthof zu den vier 
Jahreszeiten. Nachmittags: Festzug nach der Salz 
burg; Burgsest daselbst. Abends: Tanzkränzchen 
im neuerbauten Gartensaale der „Vier Jahreszeiten". 
In Kassel findet vom 14. bis 17. August der 
deutsche Apotheker-Kongreß verbunden mit 
einer pharmazeutischen Ausstellung in den 
Räumen des „Meßhauses" statt. — Zum Konservator 
des Kasseler Kunst Hauses wurde an Stelle des 
Professors Neumann, welcher bisher dieses Amt 
versehen hat, Kunstmaler Theodor Matthei 
ernannt. 
Ein hessischer Landsmann, der es in der Ferne zu 
großen Erfolgen gebracht hat, Herr Ludwig Mond, 
ein geborener Kasseler, der als einer der ersten 
Techniker Englands sowie als chemischer Forscher 
bekannt ist, hat der Royal-Jnstitution eine 
großartige w i s s e n s ch a s t l i ch e S t i f t u n g gemacht. 
Diese besteht, wie die „Chemiker-Zeitung" berichtet, 
in der Gründung eines großen Laboratoriums für 
chemische und physikalische Untersuchungen, welches 
im Zusammenhang mit der Royal-Jnstitution und 
unter Leitung und Kontrole derselben stehen soll. 
Zu diesem Zwecke hat L. Mond ein großes Hans 
im Westend von London angekauft und wird dasselbe 
auf seine eigenen Kosten in ein Laboratorium im 
größten Stile umwandeln lassen. Außerdem wird 
er dieses Institut finanziell so stellen, daß vollauf 
Kapitalien vorhanden sind, um Gehälter und jede 
sonstige Art von Ausgaben zu bestreiten. Mond, 
hat mit scharfem Blick erkannt, daß ein derartiges 
Institut ein immer größeres Desideratum für die 
chemische Wissenschaft der Neuzeit geworden ist, 
indem die Arbeit des wissenschaftlichen Forschers 
von Jahr zu Jahr größere Anforderungen an die 
experimentellen Hilfsmittel stellt, sowohl was Fein 
heit und Exaktheit der Instrumente und Apparate, 
als auch was Größe, Umfang und Kosten derselben 
betrifft, so daß Privatlaboratorien und die Mittel 
eines Einzelnen nur in seltenen Fällen allen Er 
fordernissen der gegenwärtigen chemischen und physi 
kalischen Forschung gerecht zu werden vermögen. 
Die Großartigkeit des Mond'schen Unternehmens, 
sowohl was die wissenschaftliche, als auch was die 
finanzielle Seite betrifft, — denn letztere läßt sich 
nur nach Tausenden von Pfunden Sterling be 
rechnen —, überragt bei Weitem Alles, was bis 
jetzt in Großbritanien in ähnlicher Weise der 
Wissenschaft geboten wurde. 
Universitätsnachrichten. Der bisherige 
außerordentliche Professor Vietor ist zum ordent 
lichen Professor der englischen Philologie 
an der Universität Marburg ernannt worden. — 
Dem Privatdozenten in der juristischen Fakultät 
der Universität Marburg, Herrn vr. Fr. Wachen- 
seld, ist das Prädikat „Professor" verliehen 
worden. — 
Das Marburger Korps Hasso-Nassovia feierte 
in glanzvoller Weise am 16. Juli sein 55jähriges 
Stiftungsfest. 
Am 25. Juli starb zu Kassel nach langjährigem 
Leiden im 82. Lebensjahre der Generalsuper 
intendent a. D. Dr. theol. Julius Martin. 
Julius Martin, seit 1856 Generalsuper 
intendent der reformirten Diözese in Niederhessen, 
war am 1. November 1812 zu Eschwege an 
der Werra geboren. Sein Vater, damals ein denr 
ausgesprochenen Todesurtheil durch König Jörüme's 
Begnadigung Entronnener, war Peter Sigmund 
Martin, dessen Name sich in die hessische Landes 
geschichte verwebt hat, seine Mutter war Amalie 
Rommel, eine Nichte des langjährigen General 
superintendenten Rommel. Nachdem P. S. Martin 
eine Notarstelle in Eschwege bekleidet, nach der 
Besiegung Napoleon's unter Justus Grüner als 
Polizeiinspektor in Düsseldorf, der Hauptstadt des 
ehemaligen Großherzogthums Berg, in Diensten
        

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