Full text: Hessenland (8.1894)

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Philipp der Großmüthige > Landgraf von Hessen. 
v 1504—1567. 
Von H. Metz. 
(Fortsetzung.) 
/jjt leich nach dem Regierungsantritte des Land- 
Ifs)“ grafen Philipp drohte dem Lande Hessen 
) von Seiten Sickingen's große Gefahr. Am 
8. September 1518 sandte Sickingen von der von 
ihm belagerten Reichsstadt Metz aus einen Fehde 
brief an den Landgrafen. Als Grund der an 
gesagten Fehde schützte Sickingen Bedrängung 
seines Freundes Konrad von Hatstein als Gau 
erben von Riffenberg, sowie Vorenthaltung einiger 
streitigen Wiesen bei Nordheim am Rhein, die 
von seinem Vetter Hans erworben sein sollten, 
vor. Vergebens ging der Laitdgraf benachbarte 
und verwandte Fürsten um Hilfe für die bevor 
stehende Fehde an, so den Herzog Ulrich von 
Württemberg, den Herzog Heinrich den Jüngeren 
von Braunschweig und andere. Von Metz aus 
rückte Sickingen mit 3000 Reitern und 10 000 
Fußgängern in die Grafschaft Katzenelnbogen ein 
und plünderte die ganze umliegende Landschaft 
Gerau. Kurt von Wall'enstein, der Rüsselsheim 
mit 3000 Mann besetzt hielt, wandte sich vergebens 
nach Kassel um Geld, Proviant lind Truppen. 
Die kleine Festung Stein, deren Kommandanten 
Johann von Gilsa, Kurt Hesse, Tonges Wolf 
waren, vertheidigte sich gut. «Lickingen nahm 
Gernsheim, Zwingenberg ein und verwüstete die 
umliegenden Dörfer, dann umzingelte er plötzlich 
Darmstadt. Durch Vermittelung des sowohl mit 
dem Landgrafen Philipp als auch mit Sickingen 
befreundeten Markgrafen von Baden kam zu 
Darmstadt ein Vertrag zu Stande, nach welchem, 
neben anderen Bedingungen, Landgraf Philipp 
an Sickingen 35 000 Gulden innerhalb 3 Wochen 
zahlen und die Wiesen bei Nordheim zurückgeben 
sollte. Für seine Bundesgenossen beanspruchte 
Sickingcn Zurückgabe des ihnen Fortgenommenen, 
endlich für Konrad von Hatstein lautete der An 
spruch auf Zahlung von 1000 Gulden. Bürgen 
des Vertrags und Selbstschuldner für die aus 
bedungenen Geldsummen waren 80 hessische Ritter. 
Falls die ausbedungenen Summen nicht gezahlt 
werden sollten, war Sickingen berechtigt, ganz 
Hessen anzugreifen und zu pfänden. Die ver 
langten 35 000 Gulden bezahlte der Landgraf, 
den übrigen Inhalt des Vertrages, ausgenommen 
das auf Sickingen und Konrad von Hatstein 
Bezügliche, erklärte Kaiser Maximilian für un 
gültig. Auf die Mahnung Sickingen's an den 
Landgrafen, dem abgeschlossenen Vertrage nach 
zukommen, erhielt er in Folge des vom Kaiser 
Bestimmten von Philipp und den Bürgen des 
Vertrags abschlägige Antwort mit der Aufforderung, 
sich an den zukünftigen Kaiser, — es war nämlich 
Maximilian kurz vorher gestorben —, oder an 
ein Fürstengericht zu wenden. Landgraf Philipp 
hatte dem vom Schwäbischem Bunde mit Ver 
treibung aus seinem Lande bedrohtem Ulrich von 
Württemberg Hilfe versprochen, 200 Reiter und 
600 Fußgänger. In Folge dieses Schrittes brach 
Sickingen als ein Hauptmann des Bundes in 
das Amt Lichtenberg ein. Als aber Philipp, 
nachdem er sich vergebens um Unterstützung bei 
benachbarten weltlichen und geistlichen Herrn um 
gesehen hatte, zu einem Bundesaufgebot 250 Reiter 
und 400 Fußgänger zu stellen sich verpflichtet 
hatte, unterblieb der Angriff Sickingen's. 
Um verschiedener Ursachen willen bedrohte 
Sickingen den Kurfürsten von Trier, Richard von 
Greifenklau, mit Fehde und belagerte auch die Stadt. 
Philipp eilte mit dem ihm jetzt befreundeten Pfalz 
grafen Ludwig mit 1000 Reitern und 8000 Mann 
Fußtruppen Trier zu Hilfe. Als Sickingen von 
dem Anmärsche dieser Hilfstruppen erfuhr, wandte 
er sich, wohl auch noch durch den Mangel an 
Pulver veranlaßt, von Trier ab und zog, ans 
seinem Rückzüge an Dörfern und Weinbergen 
großen Schaden verursachend, nach der Ebernburg. 
Auf dem Reichstage zu Nürnberg (1522) wurde 
die Reichsacht über Sickingen ausgesprochen und 
alle Reichsstände zur Hilfe für den Kurfürsten
        

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