Full text: Hessenland (8.1894)

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Das „§2p«lmtil“, Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, erscheint zweimal monat 
lich, zu Anfang und in der Mitte jeden Monats, in dem Umfange von 1*/a—2 Bogen Quartformat. Der Abonne 
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Zeitschrift durch direkte Bestellung bei der Post oder durch den B u ch h a n d e l, auf Wunsch auch unter S tr e i f - 
band bezogen werden; hier in Kassel nimmt die Buchdruckerei von Friedr. Scheel, Schloßplatz 4 (Fernsprecher 
Nr. 372) Bestellungen an. In der Postzeitungsliste für das Jahr 1894 findet sich das „Hessenland" eingetragen 
unter Nr. 3031. Anzeigen werden mit 20 Pfg. für die gespaltene Petitzeile berechnet und nur durch die 
Annoncen-Expedition Kaasenslern & Kogler K.-H. in Kassel oder deren übrige Filialen angenommen. 
Auf einer Burgruine an der Tahn. 
t och rauscht wie einst das Mühlenwehr 
Und drüber ragt die morsche Veste, 
Noch ruht es hier sich auf das Beste — 
Doch ich bin nicht der Alte mehr. 
Und wo bist Du, Cornelia, 
Die hier mit sehnendem Entzücken 
Aus den zerbrochnen Fensterlücken 
Dem Jüngling froh entgegen sah? 
Dort liegt er noch, der kleine Nahn, 
Mit dem wir einst vom Land gestoßen; 
Es blüh'n auf's neu die Wasserrosen — 
Doch anders blicken sie mich an. 
Es war ein Tag, so schön, wie der: 
Die Schwalben kreisten durch die Lüfte, 
Akazien streuten Blüthendüfte, 
Der Fimmel blaute hoch und hehr. 
Da wiegten wir uns auf der Fluth, 
Und bei dein Gleiten, sanften Schwanken 
Zog süß manch Bild in die Gedanken, 
Gedichtet von der Wünsche Gluth. 
Am Abend bald erscholl der Saal 
Von unserm Lachen, unsern Tänzen, 
Vom Mondlicht ließen wir uns kränzen 
Und schauten fröhlich in das Thal. 
Nun wächst aus Deinenr Grab das Gras 
Allein fitz' ich beinr Saft der Reben, — 
Dem Glück der Zugend, Deinem Leben 
Gilt diese Thräne, dieses Glas. 
Lark Aievrich.
        

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