Full text: Hessenland (8.1894)

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C. Die einzelnen Familienglieder. 
Abschnitt I. 
Die Familie bis zur Theilung in die 
beiden Linien Johann Wilhelm und Johann 
Konrad Dithmar. 
1. Zu Rotenburg an der Fulda lebte zur Zeit 
des dreißigjährigen Krieges der Kauf- und Handels 
mann Anton Dithmar, über welchen näheres 
nicht bekannt ist. Er hinterließ zwei Söhne 
Johann Christof Dithmar (2) und Johann 
Kaspar Dithmar (3). 
1. 
2. ~ 
4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 
20~ 21. 22. 23. 24. 25. U. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. Mehrere Töchter. 
2. Johann Christof Dithmar war 1641 
oder 1642 geboren, Prediger und „wohlbestallter" 
Rektor der Stadtschule zu Rotenburg. Er starb 
1708 Anfangs Mai. Er war zweimal verheirathet, 
a) mit Anna Katharina Knobel, Tochter 
des Metropolitans Knobel zu Spangenberg, 
welche etwa 1690 starb und ihn mit drei Kindern 
beschenkte, sowie b) mit Marie Elisabeth, geb. 
N. N., welche im Dezember 1662 geboren war, 
ihm fünf Kinder schenkte und im Februar 1726 
starb. Johann Christof Dithmars Kinder siehe 
4—11. 
3. Johann Kaspar Dithmar war zu 
Rotenburg Rathsweinschenk, Akzis- lind Zoll 
verwalter, wird auch als Zöllner, Akziser und 
Akzisschreiber bezeichnet. Wann er geboren war, 
kann nicht festgestellt werden, er starb nach 1727. 
Er soll zweimal verheirathet gewesen sein und 
dreizehn Kinder hinterlassen haben; nach den Kirchen 
büchern ist aber nur eine Gattin N. N., geb. 
Pfaff, nachgewiesen, von welcher er acht Kinder 
(12—19) hatte. 
4. Justus Christof Dithmar wurde zu 
Rotenburg 1678 am 16. Juni getauft, also ent 
weder an diesem Tage oder wenige Tage vorher 
geboren. Sein Pathe war der Stiftspfarrer 
In st ns Stück radt daselbst. Er war seit 17 IO 
Professor der Geschichte, später auch des Natur- 
und Völkerrechts zu Frankfurt a. O., Rath des 
Johanniter-Ordens, Mitglied der Sozietät der 
Wissenschaften zu Berlin und wurde 1727 zum 
Professor der Kameralwissenschaften zu Frankfurt 
ernannt. Gasser zu Halle und er waren die 
ersten Universitätslehrer dieses Faches in Deutsch 
land, wie er auch das erste deutsche Lehrbuch der 
Kameralwissenschaften verfaßte. Er starb zu 
Frankfurt am 13. Mai 1737. Verheirathet war 
er mit Charlotte, geborene Müller, deren Mutter- 
Charlotte, geborene v. Schmettau, sich in zweiter 
Ehe mit N. N. Rudelius verheirathete. Er 
war das hervorragendste Glied der Familie und 
bedarf einer selbstständigen Lebensbeschreibung, st 
Er hatte sechs zu Frankfurt geborene Kinder (20— 25). 
5. Franziskus Dithmar wurde am 13. April 
1680 zu Rotenburg getauft und starb am 
3. November 1711 kinderlos. 
6. Johann Philipp Dithmar wurde am 
14. April 1683 zu Rotenburg geboren, zog 
spätestens 1708 nach Homberg in Niederhessen, 
wo die Krempelgasse nach ihm auch Dithmarsgasse 
genannt wurde. Er war Kauf- und Handelsmann 
und langjähriger Bürgermeister von Homberg, 
in welch letzterer Eigenschaft er sich auch auf den 
hessischen Landtagen auszeichnete. 1736 unter 
zeichnete er als Bürgermeister von Homberg in 
Vollmacht der Stadt Homberg und der übrigen 
Städte des Schwalmstroms den Hornberger De 
putationsabschied. st Er starb am 17. März 1754. 
Verheirathet war er mit Anna Martha, geborene 
Kalkhoff, von welcher er neun Kinder 
(26—34) hatte. 
7. Katharina Elisabeth Dithmar wurde 
ain 29. September 1696 zu Rotenburg getauft. 
8. Johannes Dithmar wurde am 3. No 
vember 1698 getauft. 
9. Hedwig Sophie Dithmar wurde am 
8. August 1701 zu Rotenburg getauft. Ihre 
Pathin war Jungfer Hedwig Sophie Lncä, 
Tochter des Dekans und Metropolitans Friedrich 
Lucä (des bekannten Chronisten) daselbst. Sie 
starb unverheirathet am 30. November 1726 zu 
Rotenburg. 
10. Antonius Dithmar wurde am 17. 
Dezember 1703 zu Rotenburg getauft. Sein 
Pathe war Antonius Barthel, Kurfürstlich 
Mainzischer Revisionsrath, in dessen Abwesenheit 
ihn I o h a n n e s W e i d e m a n n, „teutscher Schul 
meister" zu Rotenburg über die Taufe hielt. 
11. Marie Elisabeth Dithmar wurde 
am 24. Dezember 1706 zu Rotenburg getauft. 
5 Abgedruckt in Frankensteins Zeitschr. f. Litt. u. Gesch. 
d. Staatswissensch. Bd. II. Leipzig 1894 S. 416 ff. 
st Vgl. Ledderhose a. a. O.
        

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