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Einwohnerbuch der Stadt Cassel (Jg. 88.1923)

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Nutzungslizenz

Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

Objekt: Einwohnerbuch der Stadt Cassel (Jg. 88.1923)

Zeitschrift

Persistente ID:
1639645439846
Titel:
Kurhessischer Kalender
Signatur:
38 4° H.gen. 10
Erscheinungsort:
Kassel
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Sprache:
Deutsch
Weitere Titel:
Amtlicher Kalender für das Kurfürstenthum Hessen (von 1840 - 1866)
Amtlicher Kalender für Kurhessen (von 1867 - 1869)
Amtlicher Kalender für den Regierungsbezirk Cassel (von 1870 - 1884?)
Herkunft der digit. Ausgabe:
Kassel
Hersteller der digit. Ausgabe:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
Physikalischer Standort:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

Band

Persistente ID:
1641468558198
Titel:
Kurhessischer Kalender
Signatur:
38 4° H.gen. 10[1830-1835
Bandzählung:
1830-1835
Erscheinungsort:
Kassel
Verleger/Verlag:
Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Zeitschriften
Erscheinungsjahr:
1830-1835
Anmerkung:
Kurhessischer Kalender (von 1817 - 1839)
Sprache:
Deutsch
Jahr der Digitalisierung:
2022
Physikalischer Standort:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Adreßbuch von Kassel und Umgebungen
  • Einwohnerbuch der Stadt Cassel (Jg. 88.1923)
  • Einband
  • Werbung
  • Titelblatt
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Geschichtliches der Stadt Cassel. Allgemeines
  • Aus der Geschichte Cassels
  • Sehenswürdigkeiten, Theater, Konzerte
  • Flächenangaben
  • Höhenangaben
  • Bevölkerung
  • Standesamtliches
  • Städtische indirekte Steuern
  • Höhe des Schulgeldes in der Stadt Cassel
  • Auszug aus den Bedingungen für den Bezug von Gas, Wasser und Elektrizität aus den städtischen Anstalten
  • Schuldbuch der Stadt Cassel
  • Städtische Sparkasse
  • Städt. Wannen- und Brause-Bäder
  • Städtische Desinfektionsanstalt
  • Beerdigungswesen
  • Polizei-Verordnungen
  • Verkehrswesen
  • Feuerlöschwesen
  • Krankenpflege
  • Hilfe bei Notfällen
  • Behörden. Öffentliche Anstalten und Institute. Vereine
  • Anzeigen
  • Verzeichnis der Casseler Einwohner
  • Genossenschafts- und Handelsregister
  • Verzeichnis der Casseler Geschäfte nach den Geschäftszweigen geordnet
  • Werbung
  • Plan der Staatlichen Schauspiele zu Cassel
  • Werbung
  • Farbkeil
  • Einband

Volltext

Aus der Gesehiehte Cassels. 
Von Paul Heidelbach. 
Cassel gehört nicht zu den alten Städten. Trotzdem liegt seine Entstehung noch im 
Dunkel. In die Geschichte tritt Cassel als fränkischer Königshof, in dem Konrad I. im Jahre 
913 zwei Urkunden ausstellte. Höchstwahrscheinlich hielt Kaiser Otto I. 943 an demselben 
Königshof eine feierliche Tagsitzung ab, und 1008 überschrieb Kaiser Heinrich II. diesen 
seinen Eigenhof zu Cassel dem von seiner Gemahlin Kunigunde gestifteten nahen Kloster 
Kaufungen. Die Lage dieses Hofes mit seinen Wirtschaftsgebäuden ist noch umstritten: ver 
mutlich lag er in der Gegend des jetzigen Renthofes und dessen allernächster Umgebung. 
Seinen Namen erhielt Cassel nach dem steinernen Haus (chastella) eines sächsischen Edlen, 
das auf dem Grundstück der späteren landgräflichen Burg und des heutigen Justizpalastes 
gelegen war. Der Klärung bedarf auch noch der Anfall Hessens und mit ihm Cassels an 
die thüringischen Landgrafen. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts erhielt dann Cassel Stadt 
recht und damit seine Mauern, unter deren Schutz sich Handel und Wohlstand der Bürger 
entwickeln konnten. Als dann 1247 der Mannesstamm der Landgrafen von Thüringen er 
loschen war, wurde Heinrich I. aus Brabanter Stamm, ein Enkel der heiligen Elisabeth, als 
erster Landgraf von Hessen anerkannt. Er machte Cassel zu seiner Residenz und legte um 
1277 den Grund zu einem neuen Schloß, das fast zwei Jahrhunderte hindurch als Residenz 
diente. Die dem hl. Cyriakus geweihte älteste Kirche der kleinen Stadt lag auf dem Mar- 
ställer Platz. Noch heute zeigt uns der Graben den Lauf der damaligen Stadtmauer, die 
sich vom Schloß bis oberhalb des Brinks und von da bis zum späteren Packhof hinabzog 
und durch drei Tore, am Weißen Hof, in der Mitte der Marktgasse und am Steinweg, unter 
brochen war. Das schon um die Mitte des 12. Jahrhunderts gegründete Ahnaberger Kloster 
und das zu Ende des 13. Jahrhunderts errichtete Elisabethhospital lagen also noch außer 
halb der Stadt. Um dieselbe Zeit erhob sich in unmittelbarer Nähe des Schlosses eine 
Niederlassung der Karmeliter, deren Siedlung stetig zunahm, wenn auch ihr Gotteshaus, die 
Brüderkirche, erst 1376 vollendet wurde. Außer der Cyriakuskirche war auf dem rechten 
Fuldaufer, wo die erste größere Ausdehnung der Stadt vor sich ging, noch unter Heinrich I. 
eine zweite Pfarrkirche entstanden. Diese in der Spätgotik umgebaute Magdalenenkirche auf 
dem jetzigen Holzmarkt, über deren Hochaltar die Wogen der großen Wasserflut von 1342 
hinweggingen, fiel erst 1788 dem Bau der neuen Fuldabrücke zum Opfer. 
Landgraf Heinrich II., der Eiserne, der auch den Grund zu der 1343 zuerst erwähnten 
St. Martinskirche legte, erweiterte Cassel um die sogenannte „Freiheit“. Sie umfaßte zwischen 
Graben und Oberster Gasse einerseits und zwischen Steinweg und Marktgasse andererseits 
acht neue Quartiere als Obergemeinde der neuen Stadt, während die Untergemeinde noch vier 
weitere, auf Brink und Pferdemarkt stoßende Quartiere enthielt. Nun war auch das Elisabeth 
hospital, in dessen Nähe jetzt das Zwehrentor gelegt wurde, in die Stadtmauer mit einbezogen. 
Cassel bestand jetzt aus drei getrennten Stadtgemeinden, deren jede ihr eigenes Gotteshaus, 
Rathaus und Schule hatten. Aber schon bald sehen wir alle drei Städte sich zu kommunaler 
Einheit verbinden. Die Auflehnung der Bürger gegen das Zollrecht der Landgrafen ver 
nichtete jedoch unter Landgraf Hermann dem Gelehrten die Selbständigkeit Cassels, das fortab 
als landgräfliche Residenz den eigenen Willen demjenigen des Landgrafen unterzuordnen 
hatte. Hermanns Nachfolger Ludwig der Friedfertige berief die Kogelherren nach Cassel, 
denen er den Weißen Hof überließ. Dem Einfluß dieser klösterlichen Genossenschaft, an die 
noch das Steinrelief „Marien Elend“ am Eckhaus des Brink erinnert, war es zuzuschreiben, 
daß in der folgenden Zeit Cassels Bürgersöhne sich als tüchtige Geschäftsmänner und Ge 
lehrte hervortaten. Von demselben Fürsten rührten das erst 1837 abgebrochene Altstädter 
Rathaus (1408), der Druselturm (1415) und der Stadtbau (1421) her. Die Einführung der 
Reformation in Hessen durch Philipp den Großmütigen besiegelte auch das Schicksal des 
Ahnaberger- und Karmeliterklosters, des Weißen Hofes wie der Cyriakuskirche. Die drei 
Schulen der Altstadt, Neustadt (Unterneustadt) und Freiheit wurden als Pädagogium oder 
Casseler Stadtschule, die auch zum akademischen Studium vorbereitete, im jetzt ver 
schwundenen Kreutfgang der Martinskirche vereint. Aber schon bald war eine sogenannte 
„deutsche Schule“ nötig, die über dem Tor der Fuldabrücke ihren luftigen Sitz erhielt. In 
dieser Zeit hat das Stadtbild starke Veränderungen erfahren. 1521 legte ein in der Müller 
gasse ausgebrochener Brand über dreihundert Häuser in Asche. Hand in Hand mit dem 
Wiederaufbau ging eine gewaltige Befestigung der Stadt. Kaum aber war das Werk be 
endet, als nach der treulosen Gefangennahme Philipps durch Karl V. die Schleifung der 
Werke vollzogen und alle Geschütze abgeführt wurden. Fünf Jahre schmachtete der Fürst 
in schmählicher Gefangenschaft zu Mecheln, und erst an einem Septembersonntag des Jahres 
1552 konnte er ergrauten Hauptes wieder in seine Residenz einziehen, deren Festungswerke 
• I. 1
	        

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