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Kurhessischer Kalender (1830-1835)

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Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

fullscreen: Kurhessischer Kalender (1830-1835)

Zeitschrift

Persistente ID:
1639645439846
Titel:
Kurhessischer Kalender
Signatur:
38 4° H.gen. 10
Erscheinungsort:
Kassel
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Sprache:
Deutsch
Weitere Titel:
Amtlicher Kalender für das Kurfürstenthum Hessen (von 1840 - 1866)
Amtlicher Kalender für Kurhessen (von 1867 - 1869)
Amtlicher Kalender für den Regierungsbezirk Cassel (von 1870 - 1884?)
Herkunft der digit. Ausgabe:
Kassel
Hersteller der digit. Ausgabe:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
Physikalischer Standort:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

Band

Persistente ID:
1641468558198
Titel:
Kurhessischer Kalender
Signatur:
38 4° H.gen. 10[1830-1835
Bandzählung:
1830-1835
Erscheinungsort:
Kassel
Verleger/Verlag:
Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Zeitschriften
Erscheinungsjahr:
1830-1835
Anmerkung:
Kurhessischer Kalender (von 1817 - 1839)
Sprache:
Deutsch
Jahr der Digitalisierung:
2022
Physikalischer Standort:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kurhessischer Kalender
  • Kurhessischer Kalender (1830-1835)
  • Einband
  • Leerseite
  • Kurhessischer Kalender 1830
  • Kurhessischer Kalender 1831
  • Kurhessischer Kalender 1832
  • Kurhessischer Kalender 1833
  • Kurhessischer Kalender 1834
  • Kurhessischer Kalender 1835
  • Leerseite
  • Graukeil
  • Einband

Volltext

W ¥ V X% J 
Sine ähnliche Bewanötniß hat SS mit den fta, 
rigen Kugeln, die man bisweilen durch die Luft 
fahren siehet. Sie sind ein Klumpen, der aus 
zahm und wässerigen Materien bestehet, in 
welchen die brennbare Luft durch Reiben vnd 
durch die Luftelektricität entzündet ist. Man 
bemerkt unter denselben zweierlei Arten. Die 
eine verschwindet, ohne daß man einen Knall 
drber höret, wie ein Sternputze, der keinen KnaL, 
sondern nur ein Licht nach sich laßt. Sie find 
oft von der Größe einer sechsbändigen Kanonen 
kugel, und können bisweilen fich lange in der 
Luft fortbewegen. Darauf fahren sie, gleich der 
Geschwindigkeit einer Rakete zur Erde nieder, 
zerspringen auch wohl in viele Sterne, jedoch 
ohne allen Knall. Hat man den Ort bemerket, 
wo eine solche Kugel niedergefallen, so wird man 
daselbst eine große Menge von derjenigen gallert 
artigen Materie antreffen, woraus der Stern 
schnuppe besteht. 
' An der Erde können ebenfalls Lichtgestalten 
erscheinen, die den Unwissenden sehr schreckhaft 
jind. Unter denselben ist der Irrwisch, wie 
chn der Landmann zu nennen pflegt, am bekann 
testen. Eine solche Feuergestalt, die auch von Ein!, 
gm ein I r r l i ch t genannt wird, ist weiter nichts 
als brennbare Sumpfluft, die sich an der Erde 
entzündet. Die Luft in den Sümpfen ist, wie schon 
gesagt, brennbare Luft. Diese entzündet sich sehr 
l-ichc, wenn man sie aus einer Bouteille an ein 
Licht fahren, oder einen elektrischen Funken darauf 
fallen laßt. Außerdem erfolgt diese Entzündung 
ohne Kunst, wenn sie sich mit der natürlichen 
Luft des Dunstkreises in einem gewissen Grade 
vermischt. Es entsteht also der sogenannte 
Irrwisch, indem die Sumpfluft fich entzündet 
und eine Zeitlang fortbrennet. Hieraus erhellet, 
daß sie an solchen Oertern ihrm Ursprung habm, 
ws viele faulende Dinge vorhanden sind, des 
gleichen in den Sümpfen und Morasten, wie 
auch auf den Kirchhöfen, und an solchen Oertern, 
wo Schlachten geliefert sind, weil daselbst viele 
brennbare Luft vorhanden ist. In der Entfer 
nung erscheint der Irrwisch in der Größe der 
Flamme eines Lichts. Daher Reisende, wmn sie 
diesem Lichte in der Hoffnung folgen, um nach 
einem Dorfe zu kommen, gar leicht in sumpfige 
und morastige Oerter gerathen können, weil sie 
meistentheils daselbst entstehen und angetroffen 
werden. Auch darf man si-ch'd'arüber nrcht v-rp- 
wundrrn, daß sie sich von dem geringsten Winde 
fortbewegen lassen, weil sie nichts anders sind 
als brennbare Sumpfluft. Der Irrwisch fliehet 
denjenigen, der ihn verfolgt, und folgt demje 
nigen nach , der vor ihm fliehet. Die Ursache ist 
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der 
wo 
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hiervon leicht einzusehen. Wmn man auf dr» 
Irrwisch zugeht: so stößt man die Luft vor D 
her, und durch diese Bewegung wird er fortgs 
trieben. Nimmt man vor ihm die Flucht, ß - 
wird die Luft immer zertheilet. Diejenige, dir Ue 
fich hinter uns befindet, strömt dahin, wohis 
wir laufen. Das Irrlicht muß, als Luft, diese« 
Luftzüge folgen, und also immer hinter uns her 
kommen. 
Die Frage: WaS ist ein Donnerwetter? k<ck ^ 
«lcht besser beantwortet werden, als wenn nM 
sagt: daß eS ein in der Luft gewaltiger Auöbrach ™. D 
der elektrischen Materie sey, die sich davurrh f 11 
wieder inS Gleichgewicht setzen will. Unzählig« . e 
Versuche überzeugen uns, daß die elektrisch etn 
Materie allenthalben anzutreffen sey, daß sie t# > 
Dunfttheilchen von der Erde in die Höhe steige,: Dc 
daß sie fich in den Wolken öfters anhäuft, dal suo 
sie mit dem Regen, Thau und Nebel auf dir Zur 
Erde wieder herabfließe, daß sie nicht allein i« trij 
den Wetter-, sondern auch in andern Wolken E die 
aufhalte, und daß sie endlich nicht nur im SoM ble 
mcr, sondern auch im Winter, nicht nur it Se 
einem wolkigen, sondern auch bei einem heitern die 
Himmel; nicht nur beim Regen, sondern antf’ 
beim Schnee und Hagel gegenwärtig sey, 
ihre Wirkungen offenbare. Diese elektrische Ma^?uf 
tcric ist ein überaus flüssiges Wesen, das vie! ihm 
feiner als die Luft ist, und eine weit größ-ssKö, 
Kraft hat, sich auszudehnen. Sie sucht'daher- faß 
wie die Lust, ihr Gleichgewicht zu erhaltet ble< 
wenn solches ist gestört worden; und ist bemüheh M 
in die kleinsten Zwischenräume der Körper emM^n 
dringen und sie zu erfüllen, die etwa davon ® te 
flnd. Dieses geschiehet gemeiniglich ohne Gewal) 
und Heftigkeit, indem sie durch Regen und ThsZ 
sich in andere Körper ergießet und dadurch 
natürlichen Zustand wieder erlangt. Aber, wen» ^ , 
die trockene Luft, als ein ursprünglich elektrisch^ jf*' 
Körper, diesen allmahligen Uebergang der c- : u 
einer Wolke angehäuften elektrischen Materik 
verhindert und die Störung ihres Gleichgewicht' ö 
sehr groß wird, so sucht sie solches durch heftig! 
Ausbrüche wieder herzustellen, und alsdann 
steht ein Donnerwetter. Wie in der Luft naE 
einer Störung ihres Gleichgewichts heftige BM'? 
ganzen, die man Sturmwinde nennt, entstehen- 
so geschiehet auch ein so heftiger Sturm in 
elektrischen Materie. Indem sie nun bei ihreio 
gewaltigen Ausbruche mit der größten HeftigkeF 
fortschießet: so verursacht sie dadurch einen LiE 
strahl, welchen man den Blitz nennt. Und G 
diese heftige Bewegung mit einer starken Erschuf 
terung der Luft verbunden ist, so entsteht darE 
ein fürchterliches Getöse, welches der DoKN^ 
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