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Hessenland (8.1894)

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Nutzungslizenz

Public Domain Mark 1.0. Weitere Informationen finden Sie hier.

Bibliografische Daten

Metadaten: Hessenland (8.1894)

Handschrift

Persistente ID:
1398669459586
Titel:
Tagebuch des Grenadierbataillons Block (später: von Lengerke)
Signatur:
8° Ms. Hass. 24
Entstehungsort:
Nordamerika
Dokumenttyp:
Handschrift
Sammlung:
Ms. Hass.
Erscheinungsjahr:
1776/1784
Größe:
20,5 x 13,5 cm
Umfang:
28 Blätter
Sprache:
Deutsch
Weitere Titel:
Journal des Grenad. Bataillons Block nachher von Lengerke
Jahr der Digitalisierung:
2014
Herkunft der digit. Ausgabe:
Kassel
Hersteller der digit. Ausgabe:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
Physikalischer Standort:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hessenland
  • Hessenland (8.1894)
  • Titelblatt
  • Inhalts-Verzeichniß des Jahrgangs 1894
  • No. 1, 2. Januar 1894
  • No. 2, 16. Januar 1894
  • No. 3, 2. Februar 1894
  • No. 4, 16. Februar 1894
  • No. 5, 3. März 1894
  • No. 6, 17. März 1894
  • No. 7, 2. April 1894
  • No. 8, 20. April 1894
  • No. 9, 2. Mai 1894
  • No. 10, 17. Mai 1894
  • No. 11, 4. Juni 1894
  • No. 12, 15. Juni 1894
  • No. 13, 2. Juli 1894
  • No. 14, 16. Juli 1894
  • No. 15, 2. August 1894
  • No. 16, 17. August 1894
  • No. 17, 1. September 1894
  • No. 18, 17. September 1894
  • No. 19, 3. Oktober 1894
  • No. 20, 17. Oktober 1894
  • No. 21, 3. November 1894
  • No. 22, 17. November 1894
  • No. 23, 3. Dezember 1894
  • No. 24, 21. Dezember 1894

Volltext

285 
Hinab schritt sie vom Berg den Pfad 
Und mit gewandtem Schritte 
Zum Fürstenzelte, wo gerad' 
In seiner Ritter Mitte 
Der Landgraf saß nach leck'rem Mahl 
In Weineslaune beim Pokal. 
Wie der die schöne Freifrau sah, 
Der lebensfrohe Zecher, 
Rief laut er aus: „Viktoria!" 
Und schwenkte hoch den Becher: 
„Wir hatten Bacchus und Apoll, 
Schaut, Amor macht das Kleeblatt voll!" 
Und damit schlug er Arm und Hand 
Der Freifrau um das Mieder 
Und bog, zur Sträubenden gewandt, 
Das bärt'ge Haupt hernieder: 
„Gewährt sei Deine Bitte Dir; 
Giebst Du ein Mäulchen mir dafür!" 
Gesagt, da brannte schon ihr Kuß 
Ans seinen bärt'gen Lippen, 
Und trieb das Blut ihm, Schuß auf Schuß, 
Heißpochend an die Rippen, 
Indeß das Weib sich zog zurück, 
Unnahbar in Gestalt und Blick: 
„Nicht für den Reinhard bitte ich, 
Den hast D» ja verschworen; 
Unschuld'ge Weiber haben mich 
Als Sendling auserkoren. 
Mit ihnen laß, v Fürst, mich zieh'n 
Um's allernächste Mvrgenglüh'n. 
Und will sich Deine hohe Gunst 
Des Weitern noch bequemen, 
Laß »ms, »voran das Herz in Brunst 
Hängt, mit von dannen nehmen. 
Hat doch oft Tand, als größter Schatz, 
Im Frauenherz den Vvrderplatz." 
Da lacht der Fürst: „Du hast mein Wort! 
Zieht frei, tvenn's nächst will tagen; 
Auch nehmt an Schützen mit Euch fort, 
Was Ihr vermögt zu tragen. 
Ihr seht, ich nehm's nicht so genau; 
Grüßt mir den Reinhard, schöne Frau!" - 
Der Morgen kommt, die Nacht entflieht, 
Im Purpur prangt der Osten, 
Da steh'»» im Thäte — Glied an Glied - 
Die Hessen schon ans Posten. 
Und aus der Burg »vallt es gedrang 
Wie Prozession und Kirchengang. 
Und als es näher kommt heran, 
Was stellt sich dar den Blicken? 
Die Burgfrau stolz dem Zug voran, 
Den Reinhard ans dem Rücken, 
Und hinterher — tu Treuen echt - 
Die Weiblein all' mit Knapp' und Knecht. 
Der Landgraf sieht's, der Landgraf lacht: 
„Ein echtes Frauenstückchen! 
Gottsmarter, »venn ich je gedacht 
So 'was ein Augenblickchen. 
Doch Wort ist Wort, »venn's auch apart 
Bon Weiberlist gedeutelt ward." 
Und als sie all' sind defilirt 
Und, ihrer Lasten ledig, 
In schmucker Reihe aufmarschirt, 
War er noch äußerst gnädig. 
Der Pfeiferrotte »vinkte er: 
„Frisch mit den» besten Walzer her!" 
Und als er mit der Freifrau d'rauf 
Gewalzt vorauf den Andern, 
Spricht er zum Reinhard: „Herr, Glückauf! 
Könnt frei nach Hause wandern; 
Dankt's Ihrem Kuß, und daß, trotz Staar, 
Ich köstlich fand, »vas Euer >var." 
Deu Reinhard hat das nicht verletzt, 
Er >vußt' sich zu bescheiden, 
Er sprach und hat sein Weib geherzt 
Wie in vergang'nen Zeiten: 
„„In Ehren, Herr, schad't nie ein Kuß; 
Man nehm's nur, »vie man's nehmen muß." 
Und Amen! Amen! Sv svll's sein! 
Komin, schlankes Hesscnmüdchen, 
lind laß uns Kuß an Küsse reih'n, 
Wie Perlen auf ent Fädchen! 
Ich geb Dir auch, als meinein Schatz, 
Jin Herzen schönst den Vorderplatz! 
Ludwig Moljr.
	        

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