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Hessenland (38.1926)

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Bibliografische Daten

fullscreen: Hessenland (38.1926)

Zeitschrift

Persistente ID:
1289911336242
Titel:
Hessenland
Signatur:
38 4° H.coll. 13
Datum:
1.1887 -
Erscheinungsort:
Kassel
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Sammlung:
Zeitschriften
Sprache:
Deutsch
Zusatz zum Hauptsachtitel:
Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur
Physikalischer Standort:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

Band

Persistente ID:
1289911336242_0038
Titel:
Hessenland
Signatur:
38 4° H.coll. 13
Bandzählung:
38.1926
Erscheinungsort:
Kassel
Verleger/Verlag:
Scheel
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Zeitschriften
Erscheinungsjahr:
1926
Sprache:
Deutsch
Zusatz zum Hauptsachtitel:
illustrierte Monatsblätter für Heimatforschung, Kunst und Literatur
Jahr der Digitalisierung:
2013
Herkunft der digit. Ausgabe:
Kassel
Hersteller der digit. Ausgabe:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
Physikalischer Standort:
Universitätsbibliothek Kassel, Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hessenland
  • Hessenland (38.1926)
  • Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis des Jahrgangs 1926
  • Heft 1, Januar 1926
  • Heft 2, Februar 1926
  • Heft 3, März 1926
  • Heft 4, April 1926
  • Heft 5, Mai 1926
  • Heft 6, Juni 1926
  • Heft 7, Juli 1926
  • Heft 8, August 1926
  • Heft 9, September 1926
  • Heft 10, Oktober 1926
  • Heft 11, November 1926
  • Heft 12, Dezember 1926

Volltext

5 
unternahm es der Schwiegersohn des Großbauern 
und Gastwirts R., der Eisenbahnbaumeister und In 
genieur Eggeling, den Sumpf trocken zu legen; zu 
diesem Werk verband er sich mit dem Wiesenbau 
meister Wicke. In Obersuhl wurde der Gemeinderat 
durch den Einfluß R.'s leicht für den Plan ge 
wonnen. Doch war noch eine Schwierigkeit zu über 
winden: Da auch die benachbarten Gemeinden Dank 
marshausen und Kleinensee Anteil am Räten hatten, 
die erstgenannte-Gemeinde sogar in größerem Um 
fang als Obersuhl, so mußten diese Dörfer für den 
Plan gewonnen werden. Auch dieser Berg wurde 
bald überstiegen, denn die Vorteile für alle Ge 
meinden durch die Entivässerung des Sumpfes waren 
ja zu deutlich und handgreiflich. Beide Gemeinden 
stimmten nach einigen Verhandlungen dem Plan zu. 
Ferner wurde mit der Gemeinde Untersuhl ein Ab 
kommen getroffen, durch deren Feldflur der große 
Entwässerungsgraben gehen mußte. Ebenso wurde die 
Genehmigung und Zustimmung beider Regierungen, 
der kurhessischen und sachsen-weimarschen, zu diesem 
voraussichtlich segensreichen Kulturwerk bald erlangt. 
Nach Erledigung dieser Vorarbeiten ging es tat 
kräftig an das Werk. Zahlreiche Arbeiter wurden 
angeworben, andere lieferten die benachbarten Dör 
fer selbst. Bald begann man den tiefen Entwässe 
rungsgraben mit Nebenarmen in den Räten hinein 
zuführen. Dabei kam die Witterung über alles Er 
warten und Hoffen der Arbeit zu Hilfe. Die Som 
mer in den Jahren 1858 und 1859 waren außer 
ordentlich heiß und trocken. So schritten die Ar 
beiten in dem Sumpf rasch vorwärts, die bei län 
gerem oder anhaltendem Regenwetter kaum aus 
führbar gewesen wären. Beide Herren, Eggeling 
und Wicke, waren von früh morgens bis spät abends 
auf den Beinen und beaufsichtigten die Arbeiten, daß 
sie gut und ordentlich vollendet wurden. Da ich 
im Sommer 1859 als Hersfelder Gymnasiast krank 
heitshalber nach den großen Sommerserien noch län 
gere Zeit zur Erholung in Obersuhl bleiben mußte, 
so machte ich gern, sobald meine Kräfte sich gehoben 
hatten, mehrmals in der Woche einen Spaziergang 
in den Räten und betrachtete mit Interesse den 
Fortgang des Werkes. Es war eine mühselige Ar 
beit, namentlich, als man in den eigentlichen Sumpf 
vordrang. Bis an die Knie, teilweise noch tiefer 
standen die Leute in dem Morast und zogen den 
Graben, das Wasser floß wohl ün dem Bett des 
Baches Suhl ab, aber der nasse Schlamm mußte in 
harter Arbeit auf den Rand des Grabens geworfen 
werden. Immer wieder bewunderte ich die Arbeits 
kraft und Unverdrossenheit der Männer, die für den 
damals mäßigen Lohn fleißig schafften. Durch die 
gezogenen Gräben trocknete das anliegende Gelände 
schnell aus. Hier konnte ich unbesorgt umhergehen 
und benutzte die Gelegenheit, um zu botanisieren. 
Eine ganze Anzahl bisher nicht gesehener Pflanzen 
lernte ich kennen und konnte so mein Herbarium 
ansehnlich vermehren. Da in unserm Dorf die Sage 
ging, daß wiederholt Fußgänger, ja einmal ein 
Bauer mit Wagen und Pferd im Sumpf versunken 
seien, fragte ich eines Tages .Herrn Eggeling, ob man 
in dein Sumpf Überreste von Körpern gefunden habe. 
Eggeling erwiderte, er habe von seinem Schwieger 
vater auch von solcher Erzählung gehört, er habe 
daher die Arbeiter angewiesen, wenn sie beim 
Graben auf Knochen oder Reste menschlicher Gerät 
schaften stießen, ihn sofort zu benachrichtigen, allein 
bis jetzt sei nirgends die geringste Spur von Über 
resten eines menschlichen Körpers gefunden worden. 
— Auch bei den weiteren Arbeiten im Räten hat 
sich nichts ergeben, was das Versinken eines Men 
schen oder größeren Tieres bestätigen konnte. Man 
muß also wohl daraus schließen, daß jener Sage 
keine Tatsachen zu Grunde lagen, sie war wahr 
scheinlich ein Erzeugnis der frei schaffenden Phan 
tasie des Volkes. 
Als die Hauptarbeit im Räten vollendet war, 
wurde ein neuer tiefer Flutgraben durch das Dorf 
Obersuhl und die anliegenden Fluren von Ober 
und Untersuhl bis zur Werra gezogen und die bis 
herigen zwei Arme der Suhl im Dorf Obersuhl zu 
geschüttet. Bei dieser Gelegenheit wurden auch 
mehrere niedrig gelegene an die Suhl anstoßende 
Gärten im Dorf etwa einen Meter hoch ausgefüllt, 
u. a. der bisher nasse und sumpfige Pfarrgarten 
hinter dem Pfarrhaus. Der neue Boden war zu 
nächst roher Lehm, aber da der Garten nun vor 
jeder Überschwemmung geschützt war, so ließ sich 
hoffen, daß er später durch wiederholte Bearbeitung 
sich allmählich zu gutem Gartenland umgestalten 
ließ. Diese Hoffnung hat sich auch voll erfüllt. 
Als der Bau vollendet war, erfolgte die feier 
liche Einweihung, daran schloß sich ein Mahl für 
die Arbeiter, wie es bei Fertigstellung des Roh 
baues eines Hauses gegeben zu werden pflegt, sowie 
ein Festessen, an dem außer den beiden Leitern dieses 
wichtigen Werkes die Vertreter der drei Dörfer und 
die angesehensten Bauern teilnahmen. 
Den drei Gemeinden Dankmarshausen, Obersuhl 
und Kleinensee brachte die Entwässerung des Rätens 
bedeutende Vorteile, sie erhielten große Wiesen 
flächen und erzielen jährlich aus dem Verkauf des 
Grases bzw. Oes Heues sehr ansehnliche Einnahmen 
für Oie Gemeindekasse, zumal, nachdem die Kosten 
für dieses Kulturwerk in verhältnismäßig kurzer 
Zeit getilgt waren. Für Obersuhl beträgt diese Ein 
nahme jährlich 30—40600 Mark und mehr und er 
möglicht es der Gemeinde, notwendige und wichtige 
Ausgaben für die Gemeinde zu bestreiten, z. B. den 
Neubau von Schulhäusern, die Neupflasterung von 
Straßen. Für alle drei Gemeinden hat sich noch ein 
anderer nicht gering anzuschlagender Vorteil ergeben: 
das kalte Fieber ist verschwunden, sogar die Er 
innerung, daß es einst hier geherrscht, ist dem Ge 
dächtnis des jetzt lebenden Geschlechtes entfallen. 
Doch fehlte es auch nicht an Leidtragenden: das 
waren die Sumpfvögel, denen der Räten früher eine 
friedliche Wohnstätte geboten hatte. Ihnen fehlten 
jetzt die notwendigen Lebensbedingungen, so wurden 
sie gezwungen auszuwandern und sich eine neue 
Heimat zu suchen. So raubt die Kultur manchem 
Tier die Existenzmöglichkeit, und das Leben der 
Natur wird ärmer und dürftiger.
	        

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