Volltext: Die zoologische Station in Neapel

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geschilderte Station ist. Waren dieselben zuerst unbestimmte 
und allgemeine, so nahmen sie bald feste, sichere Umrisse an. 
Er beschloß, sein Leben an das neu gebildete Ideal zu 
setzen, seine ganze Kraft der Durchsetzung seiner Pläne zu 
widmen. Er war in der glücklichen Lage, mit Mitteln 
vorgehen, wenigstens den Aufang mit ihnen machen 
zu können, welche sein Vater, selbst zoologischen Studien 
zugethan, ihm zur Verfügung stellte. Sonst würde die 
Station gewiß nicht erbaut worden sein, denn andere, 
sei es ein Staat oder Privatleute, hätten wohl schwer— 
lich dem unbekannten jungen Privatdocenten aus Jena 
größere Mittel anvertraut, um eine gauz neue Idee, 
die noch dazu sehr abenteuerlich erschien, ins Werk 
zu setzen. Auch begegnete der junge Gelehrte häufig einem 
offenem oder versteckten Mißtrauen, sein eigenes Feuer vermochte 
nur allmählich Andere zu entflammen. Daher soll man 
nur nicht glauben, daß die Gründung der Station und gar 
die Vollendung des begonnenen Werkes ein leichtes Stück 
gewesen sei. 
Ich habe hier und da diese Ansicht aussprechen hören. 
„Was ist das für eine Herrlichkeit,“ sagt wohl Jemand, 
„für solche Dinge ist Geld die Hauptsache, und Geld hatte 
Dohrn ja. Wenn ich sehr reich wäre, könnte ich auch 
zoologische Stationen bauen.“ So kann nur ein dem frei— 
lich zahlreich vertretenen Geschlecht der Philister Angehöriger 
sprechen. Wie viel reiche Leute giebt es, besonders in Eng— 
land und Amerika, welche etwas für die Wissenschaft thun 
möchten! Wie wenige aber von ihnen haben eine so origi— 
nelle und so großartig geplante Anstalt gegründet. Dazu 
gehört wahrhaftig etwas mehr noch als Geld. Und dann 
waren grade auch die Geldmittel sehr knapp. Die eignen reichten
	        
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