Objekt: Urkundenbuch des Klosters Kaufungen in Hessen (I. Band)

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hatte, bin ich theils durch äussere anregungen, theils durch 
eigene erwägungen zur bearbeitung des urkundenbuches veran- 
iasst worden. Während der mühsamen arbeit des abschreibens 
hatte ich nämlich den werth eines solchen werkes sowohl für 
die vaterländische geschichtsschreibung überhaupt, wie auch für 
eine grosse zahl adliger geschlechter namentlich in Hessen und 
Thüringen, ja selbst einzelner theile Westfalens und der Rhein- 
lande, kennen und selbst höher schätzen gelernt als das beste 
geschichtswerk. Denn dort hat man die ganze fülle des ge- 
schichtlichen, wenigstens des urkundlichen materiales zu seiner 
verfügung und verwerthung vor sich, hier muss man sich mit 
dem begnügen, was der darsteller der geschichte vorzuführen für 
gut findet oder zu geben in der lage ist. Und wie weniges aus 
der fülle von namen und sachlichem materiale kann bei einer 
solchen darstellung verwendet werden! Anders hätte es auch 
im vorliegenden falle nicht sein können — der grösste theil des 
gesammelten stoffes wäre wieder der vergessenheit anheimgefallen. 
Sollte ich dies nach jahrelanger arbeit geschehen lassen? Nimmer- 
mehr! So liess ich die beabsichtigte darstellung bei seite und 
wandte mich der sehr schwierigen, aber immerhin, wie ich hoffte, 
doch lösbaren aufgabe der bearbeitung des urkundenbuches zu. 
Und konnte ich sie nicht so lösen, wie ein geschulter fachmann, 
dann blieb doch, das glaubte ich annehmen zu dürfen, immerhin 
soviel geschichtlicher werth daran haften, dass die arbeit, zu- 
nächst wenigstens in Hessen, willkommen geheissen werden würde. 
Unter diesen umständen hat es mir natürlicher weise von 
vornherein sehr fern gelegen und fern liegen müssen, mich mit 
diesem buche in die reihe gelehrter werke eindrängen zu 
wollen, da ich weder historiker noch sprachkenner noch über- 
haupt akademisch -fachmännisch gebildet bin. Was mir aber 
Gott gegeben hat, das habe ich, nämlich arbeitslust und interesse 
für die vaterländische und auch für die darüber hinausreichende 
geschichte. 
Verdankte im allgemeinen und zunächst die ganze arbeit 
and somit auch das urkundenbuch ihre entstehung dieser mir 
von jugend an eigenen neigung zu geschichtlichen studien, so 
hat derselben doch, wie ich hiermit bekenne, die besondere 
richtung gegeben eine hohe verehrung für die erlauchte stifterin 
des klosters, die heilige kaiserin Kunigunde, und ihren heiligen 
yemahl, kaiser Heinrich II. Der zweck der arbeit aber war 
ler wunsch, einen nicht unwesentlichen beitrag zur geschichte
	        
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