Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

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sÖö wis gewis, ez frumt dir an dem muote, 
Die rede wil ich dir baz bescheiden. 
und list dü dirz ze sere leiden, 
zerget ez, so ist din fröide töt. 
> wilt aber dü daz guot ze sere minnen, 
dü maht verliesen sele unt &re, 
dä von volge miner lere, 
leg üf die wäge ein rehtez löt, 
und wig et dar mit allen dinen sinuen, 
{0 als ez diu mäze uns je geböt. 
Ez troumte, des ist. manic jär, 
ze Babilöne, daz ist wär, 
dem künge, ez würde besser in den richen, 
Die nü ze vollen bese sint, 
‚3 gewinnent die noch besser kint, 
ja hörre got, wem sol ich dia gelichen? 
Der tievel wer mir niht sö smahe, 
queme er dar dä ich in sehe, 
sam des beesen heser barn.' 
20 von der geburt enkumt uns frum noch ere. 
die sich selben sö verswachent, 
und ir bösen boesser machent, 
in erben müezen si vervarn, 
daz tugendelöser hörren werde iht micre. 
25 daz solt dü, herre got, bewarn. 
Die veter habent ir kint erzogen, 
Jar ane si bede sint betrogen: 
si brechent dicke Salomönes leere. 
Der sprichet, swer den besmen spär, 
iO daz der den sun versüme gar: 
des sint die ungebatten gar än Cre, 
[Lie vor dö was diu welt sö schoene, 
nü ist si worden alsö hene: 
des enwas niht wilent €, 
15 die jungen habent die alten sö verdrungen. 
nü spottent also dar der alten! 
ez wirt iu selben noch behalten: 
beit, unz juwer jugent zerge:
	        
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