Full text: Geschichte des Gymnasiums zu Corbach (I.)

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besondere war er der Ramiftischen Lehrweise sehr zugethan und 
setzte deren Vorzüge vor der Lehrweise des Melanchthon in einem 
lat. Briefe, den das Programm der Siegensch. Schule v. I. 1855 
mittheilt, ausführlich auseinander. Wegen dieser seiner Lehr 
methode aber hatte er zu Siegen manche Verdrießlichkeit. Er kam 
dann, Oct. 1587, nach Herborn als Pädadogiarch und Lehrer der 
1. Classe des Pädagogs daselbst mit einer Besoldung von 120 Gul 
den. Noch 1596 wird daselbst seiner Erwähnung gethan. Aus 
führlichere Mittheilungen giebt von ihm Lorsbach: Beiträge zur 
Gesch. der ehem. lat. Schule zu Siegen. 1855. S. 11 —21. Den 
Geburtsort nennt Lorsbach aber irrthümlich Dickelsen im Pader- 
bornschen. Steubing in der Gesch. d. hohen Schule zu Herborn, 
S. 198. 199, nennt ihn irrthümlich Hesius oder Husius. 
3. M. Justus Emdenus (mp.), Joist aufer Emde, aus 
Corbach, war 1580 Lehrer (nach Bidcrm. Act. Schal. 111. 233, Rector) 
an der Schule zu Laubach in der Grafschaft Solms. Michaelis 
1581 wurde er als Praesectus quintae dass, nach Corbach berufen 
und war zugleich Cantor Gvnmasii. Er starb in dieser Stellung 
den 28. Mai 1584. 
4. M. Conrad Welt her, Cantor, vom 28. Mai 1584 bis 
Ostern 1593. Vrgl. über ihn unter den Lehrern der 4. El. 
5. Justus Luickelius (mp.) oder Jost Luickell, aus Cor 
bach, war zu Michaelis 1585 als Lehrer der 7. Classe beim Gym 
nasium angestellt. Als solcher „Collega der Schulen zu Corbach", 
mp., quittirt er d. 20. Febr. 1588 über empfangene Jnhrbesol- 
dung zu 50 Gulden ä 27 Alb. vom Jahre 1586 und ebenso 1590 
über 50 Gulden an 4 Quartalen. Im 1.1593 wurde „Collega" 
Lückel Bürger zu Corbach. 1588 beklagte er sich bei den gräfl. 
wald. Räthen, daß er viele Beschwerlichkeiten bei den kirchlichen 
Gottesdiensten, die ihm neben dem Lehramte oblägen, auszuhalten 
habe: er müsse die Woche zweimal, am Mittwoch und Freitag, 
des Morgens dem Gottesdienste als Vorsänger beiwohnen iutb 
ebenso Sonntags und bitte dieserhalb um Erleichterung. Der da 
malige Conrector H. Cranz schrieb 1592 an den Canzeler Anton 
Holmann und bat, da der abgehende Rector Lange den Lehrer an 
der 4. Classe mitnehme, diese Stelle dem I. Lückel verleihen zu
	        

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