Full text: Friedrich A. W. Murhard, (1778 - 1853), Staatsrechtler und politischer Publizist im vormärzlichen Liberalismus (Teil 1)

Schwurses an seines Vaters Totenbett, die Mutter nie zu 
verlassen, keine Reisen habe unternehmen können. 
Aus Giesen meist kinderreichen Familien erwachsen dann 
fähige Männer, die im Dienste ihrer Fürsten und Landes= 
Nerren Vorwartskommen., UaeusSt.wer 1° 2zö als zencmeistersohr 
5E00OFENE-SEFTNOLd Murhard, Ör hat in Wittenberg die Rechte 
seudiert und den Doktorhut erworben. Häufig finden wir ihn 
auf deutschen Reichsversammlungen als Geschäftsträger 
seines Herrn, Die Reıcnstagsabscnıede von Kezensburg 1557, 
\ U vonuRegensburg 1576 sind von ihm mitunterzeichnetg Dieser 
Magister und Doktor. Berthold 4UTLAra, uer dann als fürst= 
oischöflieher Rat in Hersfeld gestorben ist, stiftet/ein 
reichliches Stipendium, dessen Urkunde noch vornanden ist 
Murh. Bibfl. 5 idage, uabß: mit. Hilfe der Zinsen dieser 
Summe ” 1a Begabteste der Familie studieren solle. 
Sin am 7 = hard - Aurtäkenrich, (1621 — 1669} 4Päterer 
SAlme 8 ber ÄAnıHombergt“ wandert nach Abschluß seiner 
Juristischen Studien in Marburg und Straßburg durch die 
Schweiz und Savoyen quer durch Frankreich nach Paris. 
Orldans una die Normandie werden auf dem weg nach Holland 
besucht. Die Landgräfin Amalie Elisabeth teilt ihn als 
Sekretär und Dolmetscher ihrem berühmten Kanzler Vultejus 
Zu. Kit Vulbejus zusammen arbeitet er an den Friedenstrak= 
taten, die den westfälischen Frieden ausmachen. Sein Sohn, 
u ger Dr. jur. Johann Caspar Murhard, - derselbe, der aus= 
I drücklich begründet, warum er keine größeren Reise habe 
unternehmen können - steigt zu noch höheren Stellungen auf 
und stirbt als Hof- und Kammerrat. Seine Gattin bringst 
von ihrem Vater, dem Kriegszahlmeister der hessischen Trup: 
pen in den Türkenkriegen des Prinzen Zugen, Soldatenblut 
in die Familie Murhard, die von de ab nicht nur wie bisher 
höhere Staatsbeamte, sondern auch Offiziere aufweist, unte: 
denen der Onkel unseres Friedrich Murhard als Generaladius 
;ant des Königs von Dänemerk in den Adelsstand' erheben 
wird‘ 
Der Großvater von Friedrich Murhard, Nikolaus Konrad 
(1685. — 1754) ist Schüler Coccejis. Er hat hauptsächlich 
in Leyden studiert. Ihn nimmt der Gesandte von Dallwig 
nach London mit; ein damals aus Zweckmässigkeitsgründen 
geübter Brauch, dem adligen Gesandten einen akademischen
	        

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