Volltext: Geschichte der Kirchenvisitationen der Hanauer ev. reformierten Kirche im 18. Jahrhundert, dazu: Geschichtliche Abhandlung über die Hanauer Quartal-Convente im 17. Jahrhundert

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zu Oberkalbach über 1 Thess. 5, 12 u. 13 von der Pflicht: der 
Zuhörer gegen ihre Lehrer; 
zu Gundhelm nach Matth. 25, 31 von der majestätischen Zukunft 
des Richters; 
zu Hintersteinau über Matth. 25, 32 u. 33 von der unparteiischen 
Gerechtigkeit des Weltrichters; 
zu Wallro'h nach Matth. 25, 34 von dem trostvollen Urteil des 
Richters über die Frommen; 
zu Schlüchtern nach Joh. 10, 27 über das entscheidende Kenn- 
zeichen der Frommen, und nach Joh, 10, 28 über die feste und untrüg- 
liche Hoffnung der Frommen durch die Erwartung ihres Heilandes, 
Sämmtliche Pfarıer haben dem Herrn Inspector alsbald nach seiner 
Ankunft in ihrer Pfarrei eine lateinische Disposition ihrer Predigt in 
triplo zu überreichen. Dispensiert hiervon sind nur diejenigen Prediger, 
welche das 65. Lebensjahr bereits überschritten haben. Verzeichnisse 
der Gemeindeglieder und der Schüler sind ebenfalls vorzulegen. Nament- 
lich wird aber zur ernstlichen Nachachtung aus der allerhöchsten In- 
struction für den Superintendenten vom 18. 8. 1784 bez. der Kirchen- 
visitationen folgendes mitgeteilt : 
„Dass derselbe die ernste und gemessene Vorkehrung bei allen 
Landpredigern zu machen und auf deren strackliche Befolgung zu sehen 
hätte, dass bei dieser Gelegenheit aller übermässige Aufwand sowol im 
Essen und Trinken als sonsten gänzlich vermieden bleibe und ausser 
denen zum Geschäfte selbsten gehörigen Personen zu den Malzeiten 
keine fremden Gäste eingeladen und. zugelassen‘ werden“. — 
Wir werden dergleichen Ermahnungen zur Einschränkung der Ta- 
felfreuden bei den Kirchenvisitationen, wie wir sie im Laufe des Jahr- 
hunderts öfters können wiederkehren sehen, nicht allzu tragisch zu neh- 
men haben, als wären die guten Alten vorzugsweise zu Kulinarischen 
Extravaganzen geneigt gewesen, obendrein zur unrechten Zeii, 
Sollte hier oder da wirklich einmal ein Landprediger unglückse- 
liger Weise den Verdacht erweckt haben, als wolle er seine mangelhaften 
kirchlichen Leistungen durch die Produkte seiner Küche vor den Augen 
des Hochwürdigen Inspectors sachte verdecken, so hat es doch zu allen 
Zeiten in der Natur der Dinge gelegen, dass man besondere Festtage 
des kirchlichen wie des allgemein menschlichen Lebens, an welchen man 
Gäste bei sich sah, dadurch vor anderen Tagen auszeichnete, dass man 
seine Gäste in einer ihrem Stande und der Bedeutung ihrer Gegenwart 
entsprechenden Weise auch bei Tisch ehrte, 
Die Alten kannten weder kirchliche noch weltliche Volksfeste der 
Art, wie sie sich in unsern Tagen während der günstigeren Jahreszeit 
in bunter Reihenfolge unausgesetzt ablösen. Wenn man nicht etwa an 
den Besuch der Jahrmärkte denken soll, so bot sich ihnen bei der 
schwierigen Communication zu ihren Tagen äusserst selten Gelegenheit,
	        

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