Volltext: Geschichte der Residenzstadt Cassel

384 
®OCS2>OOC22>CO<S2>OOc2£>00<32)OOcr2>OOC^>ßO<22>00<S2DC'0<S>00<2£>00<S2>OOCS£>OOcSDCOcSE>00<22>0® 
Ungeachtet nun der ausdrücklichen Ablehnung der Bürgerwehr bei dem 
Ehrendienst uor dem Belleuueschloh, hatte diese doch bei der Feierlichkeit 
daselbst Aufstellung genommen und war auch durch die schärfsten Drohungen 
Hohbergs nicht zum Abzug zu bewegen gewesen. Man hatte sie stehen lassen 
müssen. Aber der peinliche Dorfall, der bei weniger Eigensinn und einigem 
guten Willen auf der einen oder anderen Seite zu vermeiden gewesen wäre, 
erregte in der Stadt große Erbitterung; man gab dem Stadtkommandanten 
die Schuld, den Kurfürsten zur Zurücknahme der erst erteilten Genehmigung 
veranlaßt zu haben, und am folgenden Sonntage wurde dieser nach der Kirchen 
parade von einer drohenden Dolksmenge umringt, die ihn mit Johlen und 
Pfeifen bis in das Waitjsche Haus, wohin er den General von Haynau begleitet 
hatte, verfolgt. Als sich nach der Wachtparade die Szene wiederholte und der 
Oberst Gefahr lief, in seiner Offiziersehre beleidigt zu werden, da riß den noch 
auf dem Priedrichsplatj den Paroleempfang erwartenden Unteroffizieren 
die Geduld, sie zogen blank und hieben auf die Menge ein, wobei es harte 
Wunden gab und wie immer auch Unschuldige mit getroffen wurden. Tlun 
stürmten die Bürger mit dem Ruf: „Bürger heraus!“ durch die Straßen und 
forderten alles auf, sich mit geladenen Gewehren gegen die „Soldatenhunde“ 
zu bewaffnen. Auch die Garnison trat nunmehr vor den Kasernen ins Gewehr 
und lud scharf, bei welchem Anblick sich die Schreier eines besseren besannen 
und der Aufforderung der Bürgerwehr zum Auseinandergehen folge leisteten. 
Am anderen Tage erhielt der General von Haynau den Oberbefehl 
über die in und um Cassel zusammengezogenen Truppen mit der Weisung, 
nach fruchtlos angewandten gütlichen Mitteln und wenn sich die Bürger 
bataillone zur Aufrechterhaltung der Ruhe unzureichend erwiesen, von der 
Gewalt der Waffen Gebrauch zu machen. 
So vollzog sich der mit so vieler Hoffnung begrüßte Zusammentritt 
der Stände unter nicht eben günstigen Dorzeichen. Die Uersammlung tagte, 
damals noch unter Ausschluß der Öffentlichkeit, anfangs im Bellevueschloß, 
dann im Stadtbau an der fulda. Die Ausarbeitung des Entwurfs eines 
Staatsgrundgesetzes, einer sogenannten Uerfassung, übertrug sie dem Dertreter 
der Universität Marburg und dortigem Staatsrechtslehrer Professor Silvester 
Jordan, einem Tiroler von Geburt, der bald durch seine Beredsamkeit wie 
durch seine freisinnige Haltung und persönlichen Eigenschaften der volkstüm 
lichste Mann des Hauses wurde. Der von ihm bearbeitete Entwurf wurde 
zuerst von dem dazu gewählten landständischen Ausschuß, dann vom 29. Tlo- 
uember an im Plenum beraten; das Ministerium legte einen Gegenentwurf 
vor, und aus der Bereinigung beider erwuchs die Passung des Staatsgrund- 
®OCS2>0Oc32DO0<32E>OO<32>OOCS2>OO<32>OO<32DO0<32>O0C22>OO<22>OOC^>0O<3S>OO<S2>0O<32>OO<3DOOCZ2>O0
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.