Full text: Der alte Nettelbeck

308 
Julius. Das ist ja herrlich! 
Carl. Das war schön! 
Nettelb eck. Ein noch empfindlicherer Verlust aber 
traf das Belagerungsheer, dem bei diesem Kampfe sein 
Anführer getödtet wurde. Uns aber reichte dies nicht hin, 
die Einbuße unsers eben so wohldenkenden als helden- 
müthigen Vice.'Commandanten zu verschmerzen, der stets 
mit seinem edlen Vorgesetzten Ein Herz und Eine Seele 
war. 
Wilhelm. Nun wird wohl wieder das Glück sich 
für Colberg erklären; wir haben lange genug fürchten 
müssen, es könne bald zu Ende gehen. 
Nettelbeck. Erobert war die Schanze allerdings: 
hatte sie nur auch langer als wenige Augenblicke behauptet 
werden können! Eine neue feindliche Colonne, entschlossen 
ihres Heerführers Tod zu rächen und des verlornen Postens 
um jeden Preis wieder Herr zu werden, rückte unverzüg 
lich heran. Das Gefecht begann wiederum und ward, 
bei der überlegenen Zahl der Angreifenden, bald so ungleich, 
daß keine andre Wahl übrig blieb, als uns fechtend in 
die Stadt zurückzuziehen. 
Ferdinand. Das ist doch traurig. 
Nettelb eck. Der Feind, war gar zu stark, vier 
auf Einen wenigstens. 
Ueberhaupt zog sich der erbitterte Kampf jetzt mehr 
auf die Ostseite: aber auch nach Westen hin zeigte sich 
das Schill'sche Corps unermüdet, den Feind, von der 
Maikuhle aus, zu beunruhigen und seine Arbeiten zu 
stören. Da jedoch der Besitz der Wolfsschanze uns so 
wichtig war, wurde noch ein Versuch darauf gemacht.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.