Full text: Der alte Nettelbeck

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Geschütz hatte gestört werden müssen, was indeß auch 8 
unsrer Mitbürger, die sich zuversichtlich hervorgewagt 
hatten, das Leben kostete. Mich selbst erwartete daheim 
ein unlieblicher.Anblick. Eine Bombe war in der Nahe 
j meines Hauses niedergefahren, und beim Zerspringen der 
selben nicht nur meine Hausthüre in Trümmer gegangen, 
sondern auch dicht dahinter, auf der Flur, eine Bauersfrau 
getödtet worden. 
Charlot. Die arme Frau! 
Julius. Im eignen Hause! 
Fritz. Das ist doch schrecklich, eine Belagerung, da 
muß man sich ruhig todtschießen lassen, ohne sich wehren, 
und darauf losgehen zu können. 
Wilhelm. Da haben es die Frauen und Kinder 
so schlimm, wie die Soldaten. 
Nettelb eck. Jawohl, Kinder, das Elend einer 
Belagerung ist unbeschreiblich. Außer der beständigen To 
desgefahr, die Besorgniß vor Hunger zu sterben, zum 
Krüppel zu werden, oder durch die Verwüstungen, die 
eine einzige Bombe anrichtet, lebendig im eigenen Hause 
begraben zu werden. Daß man dabei zugleich sein ganzes 
Vermögen verlieren kann, tragt nicht wenig dazu bei, das 
Schreckliche einer Belagerung zu vermehren. Darum dankt 
Gott, Kinder, für den Frieden, den uns unser guter König 
im letzten Kriege so kräftig erkämpft hat. Nun haben wir 
sobald ein solches Elend nicht zu befürchten. 
Sollte es aber einst wieder Gottes Wille sein, dann 
nur keine Gefahr gescheut! muthig darauf los, damit der 
Feind bald wieder um Frieden bitten muß.
        

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