Full text: Der alte Nettelbeck

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Carl. Ja, wenn das gegangen wäre? 
Ferdinand. Ist cs nicht dazu gekommen? 
Nestel deck. Nein, die Schweden haben nichts 
Bedeutendes gethan. 
Julius. Wie ging es nun ferner ohne Schill? 
Nette!deck. Seit dem letzten mißlungenen Versuch 
auf die Maikuhle ließ es der Feind dabei bewenden, und 
es geschahen nur hie und da einige Angriffe auf unsre 
Vorpostenkette, um unsre Aufmerksamkeit zu beschäftigen. 
Dagegen wagte er sich, ohne daß wir einige Kunde davon 
erhielten, in diesen Lagen an ein Unternehmen, das kühn 
und groß genug aufgefaßt war, um, wenn die Ausführung 
glückte, uns mit all unsern bisherigen Vertheidigungsan- 
staltcn, im eigentlichsten Wortverstande, auf's Trockne zu 
bringen. Es sollte nämlich darauf ankommen, der Per- 
sante ein andres Bett zu graben und sie in den Campschen 
See abzuleiten. Das Werk wurde groß und kräftig an 
gefangen: aber bald stieß man auf Schwierigkeiten, die 
man nicht erwartet hatte, so wie denn auch die Sache 
an sich unmöglich ist. 
Heinrich. Warum? 
Nettelbeck. Weil das Wasser nie bergauf laust. 
Darum ward auch die Sache bald wieder aufgegeben, und 
wir sahen uns von einer Sorge befreit, ehe sie uns noch hatte 
beunruhigen können: denn freilich stand hier die Wirk 
samkeit unsers ganzen Ueberschwcmmungssystems auf dem 
Spiele, und selbst unser Hafen wäre, wenn auch nicht 
bis auf den Grund ausgetrocknet, doch durch den nächsten 
Seesturm bis zur völligen Unbrauchbarkeit versandet 
worden.
        

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