Full text: Der alte Nettelbeck

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Neunzehnter Abend. 
Ferdinand. Nun, Vater Nettelbeck, wie wurde 
es noch mit Colberg? 
Nettelbeck. Schill's muthvolle Streifzüge beschäf 
tigten den Feind bis zum Ende des Jahres 1806, ohne 
daß er sich uns zu nähern wagte. 
Unter der Zeit war auch der Kriegsrath Wiffeling 
aus Preußen glücklich wieder, und mit sehr ausgedehnten 
Vollmachten vom Könige für die Verpflegung der Festung, 
zurückgekehrt. Sein Eifer, verbunden mit der rastlosesten 
Thätigkeit, brachte sofort ein neues wunderbares Leben 
in das ganze Geschäft. Ganze Heerden Schlachtvieh, lange 
Reihen von Getreidewagen zogen zu unsern Thoren ein; 
und Heu und Stroh, in reichem Ueberflusse, füllte die 
Futtermagazine, ober ward in den Scheunen der Vor- 
städfer untergebracht. In der Stadt wurde geschlachtet 
und eingesalzen, und die Böden der Bürgerhäuser mit 
Kornvorräthen aller Art beschüttet. 
Julius. Wozu war das nöthig? 
Fritz. Bedenkst du denn nicht, daß wahrend einer 
Belagerung der Feind die Stadt so enge einschließt, daß 
keine Vorräthe hereingebracht werden können, damit der 
Hunger die Mannschaft zwingt, die Festung zu übergeben.
        

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