Full text: Der alte Nettelbeck

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ich Nachmittags mit meinem Schiffsvolk vor ihm erscheinen 
solle, um in Gegenwart eines Notarius über den wahren 
Verlauf der Sache eidlich vernommen zu werden. Sodann 
sollte ich ruhig abreisen, indem der Prozeß seinen Gang 
gehen würde. 
Als wir zum Tajo heraus gekommen waren, machten 
wir die unangenehme Entdeckung, daß unser Schiff viel 
Wasser einließ. Anfangs meinten wir, daß, da wir mit 
demselben so lange leer gelegen und hohen Bord gehabt, 
die Fugen mancher Planken durch die Sonnenhitze von 
einander getrocknet sein möchten, und daß diese Näthe 
unter Wasser bald wieder zuquellen würden. Allein der 
Leck nahm so überhand, daß wir das Schiff bald mit 
beiden Pumpen kaum über Wasser halten konnten. Zudem 
stand der Wind vom Lande, und es war also unmöglich, 
wieder in den Hafen zurückzusteuern. 
In dieser Noth lag uns alles daran, den schadhaften 
Fleck aufzufinden, um demselben, wo möglich, beizukommen 
und ihn zu stopfen. Man weiß, wie klar und durchsichtig 
die Gewässer des atlantischen Oceans in dieser Gegend 
find, und daß man darum ziemlich deutlich auch in eine 
größere Tiefe sehen kann. Wir hielten also fleißige Nach- 
suchung, ob wir nicht außerhalb Bords, unter Wasser, 
etwas zu erkennen vermöchten, und da fand ich denn 
endlich, daß an der Seite, und ungefähr 4 bis 5 Fuß 
tief unter der Oberfläche, die Späne von der äußeren 
Haut abstanden. — Also wohl unstreitig ein trauriges 
Andenken an unser Zusammenstoßen mit jenem portugiesi 
schen Schiffe, und die Ursache unsers immer bedenklicher 
werdenden Lecks.
        

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