Full text: Der alte Nettelbeck

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Deckel von einer Seitenbank empor, und fand den Sitz 
angefüllt mit Weinflaschen, die sorgsam in Stroh gepackt 
waren. 
In einer Schieblade, die ich öffnete, siel mir ein 
starkes Pack Briefe in die Hände, deren Aufschriften 
sämmtlich nach Port au Prince, Martinique, Guadeloupe 
und andern französischen Inseln lauteten. Für den Au 
genblick aber ward meine volle Aufmerksamkeit von einer 
Luke angezogen, die sich in der Mitte des Fußbodens der 
Kajüte vorfand und angelweit offen stand. „Hier wird 
es doch der Mühe werth sein, hinunter zu steigen," sagte 
ich zu meinen Leuten; „wär' es auch nur, um zu erfah 
ren, womit das Schiff geladen sein mag." — Zu gleicher 
Zeit ließ ich mich an den Handen hinab, ohne jedoch mit 
den Füßen Grund zu erreichen. „Nun, es wird ja so 
tief nicht mehr sein!" dacht ich bei mir selbst, ließ oben 
fahren und purzelte auf einen Haufen, den ich alsbald 
für Steinkohlen erkannte. 
Indem ich über dies unbequeme Lager hinüber kroch, 
gerieth ich, bald hier, bald dort im Dunkeln umher tap 
pend, an Fässer, Ballen und Packen in Bastmatten gehüllt, ' 
die mich auf eine vermischte Ladung schließen ließen. Un 
willkürlich stieg mir bei dieser irren Beschäftigung auch 
die Befürchtung zu Kopf, daß in diesem Chaos auch wohl ' 
Menschen stecken und mir auf den Dienst lauern könnten. 
Schon war mir's, als ob sie mir überall auf dem Nacken 
saßen; als würde bei jedem nächsten Tritte eine grimmige Faust 
mich anpacken. Vergeblich sträubte sich mein Muth und 
suchte diesen feigherzigen Gedanken abzuschütteln. Mich 
ergriff ein Zittern, das mich mit einer Gänsehaut überlief, 
und wohl oder übel wieder nach dem Tageslichte zurück-
	        

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