Full text: Der alte Nettelbeck

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Carl. Das heißt aber Leute betrügen. 
Nettelb eck. Ja gewiß. Durch einen solchen Be 
trug eines andern war ich denn ein ruinirter Mann; hatte 
mir die' schönsten Jahre meines Lebens gleichsam stehlen 
lassen, mir den Leib unaufhörlich voll geärgert, und mochte 
nun in Gottes Namen anfangen, zu meinem künftigen 
Glücke, wo ich wüßte und könnte, wieder den allerersten 
Grundstein zu legen! 
Fritz. Was war nun zu machen? 
Wilhelm. Ich hatte mir so viel Geld zusammen 
geborgt, um ein neues Schiff zu bauen. 
Heinrich. Ja, wer würde einem Mann ohne Ver 
mögen auf sein ehrliches Gesicht wohl so viel geborgt 
haben? 
Carl. Das Schlimmste dabei ist, daß man das 
geborgte Geld wieder bezahlen muß. 
Ferdinand. Ich hatte wieder angefangen, als 
Steuermann für andere zu fahren. Mir wäre es un 
möglich gewesen, noch länger unthätig zu bleiben. 
Nettelbeck. Das wollte ich auch, doch Friedrich 
der Große hatte damals eben eine Fregatte von 40 Ka 
nonen bauen lassen, die er an die Spanier' verkaufen 
wollte; er ernannte mich zum Schiffskapitän, und ich war 
nun preußischer Offizier. Allein wegen eines Zankes mit 
meinem Vorgesetzten nahm ich bald darauf meinen Abschied. 
Charlot. Da ist wohl die Hitze vom Vater Nettel 
beck wieder etwas Schuld daran gewesen. 
Nettelbeck. Ich kann es nicht läugnen; allein 
doch hatte ich nicht ganz Unrecht, denn er war ein Fran 
zose, der meinte alles besser zu wissen, da er doch nie zur 
See gewesen war, bloß deshalb, weil ich nur ein Deutscher,
	        

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