Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

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Hora; 
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Auch Hydra kam so bald 
Nicht wieder zur Gewalh % 
Und hielte sich an seines Halses Wunden. 
Mir baucht, wenn man ihn ja einer Nachläßigkeit 
beschuldigen wollte, müßte man es in seiner unor 
dentlichen Haushaltung suchen, * die er mit vielen 
Unglücken angefüllt, selbst erzählet; nicht aber in 
seinen Gedichten, darin er einen jedweden ihm 
durch den Kopf streichenden Gedanken so begierig 
erwischt, und nach Befindung so sorgfältig zu ra 
the hält, daß es scheinet, daß er um einen einzigen 
neuen Einfall gut anzubringen, das erste das beste 
Stück aus seiner Hauswirthschast dafür willig 
würde aufgeopfert haben. 
Hiernachst nimmt er in seinen Oden und Ero- 
den alle Gründe, die bey einer Materie nur im 
mermehr vorkommen können, zusammen, und jede 
Zweifel, die nur dagegen aufgeworfen werden 
mögten, hebt er auf eine so geschickte Art, daß sei 
nem Leser eher die Stärke des Nachsinnens, als 
die Lust, wenn sie einmal angestammet ist, fortzu 
fahren, entstehet. 
Dieses Talent war es, was den großmüthigen 
Kaiser August ( welcher Gönner für einen armen 
Dichter!) bewog, ihn so gerne um sich zu leiden, 
daß er mit ihm allerhand Scherze trieb, ihn sein 
artig Männgen, ** so wie Mäcen ihn seinen Ge 
liebten hieße; *** auch, wenn ein hohes Fest, und 
das von sonderbarer Feyer war, einfiele, ihm vor- 
züg- 
* L t 2. Epist. i. v. I2i* Sueton, in vita Horatii. 
** homuncio lepidissimus, *** L. 2. Od, 20. v. 7»
	        

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