Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

4 Horazischer Strafgedichte 
tenleben doch der Kaufhandlung vorzuziehen? 
Denn was ist dabey groß zu verlieren? Geht 
man aufeinander los, und kommt es zum Tref 
fen? ehe eine Stunde vorbey, ist man entweder 
knall und fall todt, oder es erfolgt ein erfreulicher 
Sieg. Ein Rechtsgelehrter, wenn er des Mor 
gens frühe, noch vor Hahnengeschrey, die Clien 
ten * an die Thüre pochen höret, ** hält Leute, 
die auf dem Lande leben, für viel geruhiger. 
Hingegen ein Bauersmann, wenn er etwa wegen 
zu stellender Bürgschaft *** vom Lande nach der 
Stadt zu gehen sich gemüßiget siehet, schreyet die, 
fo in Rom beständig sich aufhalten, vor allen an 
dern für glücklich aus. Die übrigen Beyspiele 
von dieser Art sind so häufig, daß sie den ge 
schwätzigen Fabius f durch Erzählung ermüden 
könnten. Damit ich dich aber nicht zu lange auf 
halte , so höre, wo ich hinaus will: Wenn nun 
fj- irgend einer von den Göttern fkf sagte: wohl 
an ! hier bin ich, und will einmal thun, was ihr 
wünschet und begehret: du, der du anjetzo ein 
Soldat bist, sollst ein Kausinann seyn; und du 
Rechtsgelehrter, sollst ein Ackersmann werden. 
Nun packet euch zusamrnen von hinnen, und 
scheeret euch fort, ein jeder zu seinem Beruf, 
nachdem ihr euren Stand und Rolle gegeneinan 
der verwechselt habt. Nu, was'stehet ihr noch? 
Und sie wollten nicht dran; gleichwol 4 liegts le 
diglich 
* Partheven f von Narbona 
** um sich Raths bey ihm zu ff nach alle den Klagen 
erholen, fff sogleich erschiene, und 
*** und Angelöbniß vor Ge^ £ könnten sie gleich ihres Wun, 
richte zu thun, sches gewähret werden, und
	        
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